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BLKÖ:Scopinich Ritter von Küstenhort, Johann Anton

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Scopoli, Johann
Band: 33 (1877), ab Seite: 207. (Quelle)
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Scopinich Ritter von Küstenhort, Johann Anton (Contreadmiral, geb. zu Lessina in Dalmatien am 8. Juli 1815). Trat am 14. Juli 1831 als Cadet in die k. k. Marine, in welcher er am 15. Juli 1835 zum Schiffsfähnrich, Mitte Jänner 1847 zum Fregattenlieutenant, am 22. April des folgenden Jahres zum Schiffslieutenant und am 17. September 1849 zum Corvettencapitän (im Range gleich dem Major in der Landarmee), vorrückte, S. hatte die Campagne im Archipel, Marocco und Syrien mitgemacht und sich bereits damals als ebenso tüchtiger wie muthiger Seemann bewährt. Besonders that er sich aber in den Aufstandsjahren 1848/49 hervor, in welchen er bei der Blockade von Venedig mit rühmlichstem Erfolge die Brigg Orest und die Flottille[WS 1] befehligte, welche an der Punta Maistra, stationirt war, wo er ebenso Umsicht als Genauigkeit auf dem schwierigen Posten zeigte. Durch die von ihm befehligte strenge und energische Ueberwachung der Küste und der Po-Mündungen, ward es den feindlichen Schmugglern unmöglich, dem in Aufruhr begriffenen, blockirten Venedig Lebensmittel zuzuführen. Bei 50 größere und kleinere Schiffe wurden von S. aufgebracht und dem Prisengerichte überliefert. Als in der Folge auf Fischerbarken und Tartanen die Ueberreste des Garibaldi’schen Corps gegen Venedig steuerten und in dasselbe einzudringen versuchten, stellte sich Scopinich ihnen entgegen, warf sie zurück und nahm mit dem Oberst Forbis einen großen Theil derselben (162 Mann) gefangen, und befreite mehrere Mann des kais. österr. Szluiner-Regiments und zwei päpstliche Carabiniers. Auch hatte er zweimal durch sein entschlossenes Vordringen gegen die Hafenmündung von Chioggia den Rebellen imponirt, die feindlichen Schiffe zur Rückkehr gezwungen, die Einfuhr von Lebensmitteln nach [208] Venedig verhindert und durch seine Wachsamkeit und Energie wesentlich zur Beschleunigung der Uebergabe des blockirten Venedig beigetragen. Mit kaiserlichem Handschreiben vom 18. November 1849 wurde S. für seine Umsicht und Tapferkeit mit dem Orden der eisernen Krone 3. Classe ausgezeichnet und den Ordensstatuten gemäß mit Diplom vom 23. Februar 1851 in den erbländischen Ritterstand mit dem Prädicate von Küstenhort erhoben. In der Folge rückte S. in der Marine stufenweise zum Fregatten-, dann Linienschiffs-Capitän vor und lebt derzeit als unangestellter Contre-Admiral in Venedig.

Ritterstands-Diplom vom 23. Februar 1851.
Wappen. Quergetheilter Schild, dessen obere Hälfte von Gold, blauer und rother Farbe mit einer aufrechten Spitze, die untere Hälfte aber von Silber und blauer Farbe in die Länge getheilt ist. In der blauen Spitze erscheint auf einem längs der Theilung sich verbreitenden Rasengrunde ein silberner, die Flügel zum Fluge erhebender Adler, welcher in seinem rechtsgewendeten Schnabel einen mit einem goldenen Gefäße versehenen blanken Säbel an seiner Klinge emporhält. Im oberen rechten goldenen Felde ist eine rothe, im linken rothen Felde eine goldene Lilie zu sehen. Im unteren rechten silbernen Felde sieht man auf einem aus dem Fußrande, sich erhebenden Ufergrunde den Flußgott Neptun, mit dem linken Arme auf eine umgestürzte Urne, aus welcher Wasser quillt, gestützt, während die Rechte den Dreizack emporhält. Das untere blaue Feld zeigt eine goldene, mit der rechten Schale etwas gesenkte Wage, deren rechte Schale von einem schrägrechts gestellten rothen, die linke aber von einem schräglinks gestellten goldenen Anker begleitet ist. Auf dem Schilde erheben sich zwei zu einander gekehrte gekrönte Turnierhelme, die Krone des rechten trägt den im Schilde bezeichneten, jedoch einwärts gekehrten silbernen Adler mit dem Säbel im Schnabel; auf der Krone des linken Helmes erscheinen zwei hintereinander gestellte und mit den Sachsen rechtsgekehrte Adlersflügel, der vordere von rother, der hintere von goldener Farbe, der erstere mit einer goldenen Lilie belegt. Die Helmdecken des rechten Helmes zur rechten und jene des linken zur linken Seite sind blau mit Silber, jene zur Linken des rechten Helmes und zur Rechten des linken roth mit Gold unterlegt.

Anmerkungen (Wikisource)

  1. Vorlage: Flotille.