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BLKÖ:Schwemminger, Joseph

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
korrigiert
Band: 32 (1876), ab Seite: 367. (Quelle)
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Schwemminger, Joseph (Landschaftsmaler, geb. zu Wien im Jahre 1804). Ein Bruder des Historienmalers Heinrich [s. d. Vorigen]. Den ersten Unterricht in der Kunst erhielt er im Vaterhause, dann bezog er die k. k. Akademie der bildenden Künste in Wien, an welcher zu einer Zeit mit ihm Heinrich sich für das Historienfach ausbildete, während er sich der Landschaft zuwendete. Wie wir aus seinen Gemälden erfahren, [368] hat er zu seinen Studien und Arbeiten die verschiedenen Länder des Kaiserstaates, dann auch Bayern und zuletzt Italien besucht, welch letzteres aber sonderbarer Weise nur durch ein, den „Lago di Garda“ (1844 gemalt) vorstellendes Bild in den vielen seiner bekannt gewordenen Gemälde vertreten ist. Zugleich mit Heinrich begann er die Ausstellungen in der k. k. Akademie der bildenden Künste in Wien und seit Gründung des österreichischen Kunstvereins auch die Monats-Ausstellungen desselben zu beschicken und begegnen wir seinen Landschaften ungleich öfter, als den Historien Heinrich’s. Ueber seinen Lebensgang, der übrigens ganz in seinen Werken aufzugehen scheint, erfahren wir nichts Näheres. Im Jahre 1828 hat S. ausgestellt: eine „Ansicht von Berchtesgaden“ und den „Hallstädter Kirchhof mit dem See“, und nun folgten nach einer Pause mehrerer Jahre in den Jahres-Ausstellungen bei St. Anna (wo nicht besonders die Bezeichnung Aquarell beigesetzt ist, sind Oelgemälde zu verstehen) 1832: „Ramming an der Enns in Oberösterreich“; – 1834: „Seisenberg-Klamm im Pinzgau“; – 1835: „Die Pelfon-Gegend in Steiermark“; – „Döbling bei Wien“; – „Gebirgsgegend in Steiermark“; – 1836: „Das Kapuzinerkloster zu Salzburg“; – „Alpe im südlichen Tirol“; – „Grinzing bei Wien“; – „Die Ortelsspitze in Tirol“, befindet sich gegenwärtig in der modernen Abtheilung der kaiserlichen Gemälde-Gallerie in Wien; – 1837: „Alpengegend mit der Ortelsspitze“; – „Schloss Wildeck bei Wien“; – „Der Mondsee in Oberösterreich“; – „Parthie von Grottenbach in Döbling bei Wien“; – 1838: „Schloss Friedberg bei Innsbruck in Tirol“; – 1839: „Alpengegend mit dem Wiesbachhorn im Pinzgau“; – „Mühle im bayerischen Hochgebirge“; – 1840: „Ländliche Scene“; – „Gegend von Weidling am Bach“; – 1841: „Heiligenstadt bei Wien“; – 1842: „Schnitter in einer Abendlandschaft“; – 1843: „Gegend bei Mals“; – „Schloss Matzen“; – „Rattenberg“, alle drei in Tirol; – „Zwei Ansichten von Waidhofen an der Thaya“; – 1844: „Schloss Aggstein an der Donau“; – „Schloss Forchtenstein mit der Aussicht auf den Neusiedlersee“; – 1846: „Waldparthie“; – „Schloss Weitenegg an der Donau“ (100 fl.); – „Ruine Theben an der Donau“ 100 fl.); – „Schloss Persenbeug an der Donau“ (100 fl.); – 1847: „Gegend bei Theben an der Donau“ (450 fl.); – 1848: „Fischerhütte am Neusiedler-See“ (250 fl.); – „Alpengegend aus dem südlichen Tirol“ (350 fl.); – 1850: „Landschaft vom Neusiedler-See“ (400 fl.); – 1858: „Schloss Friedberg im Innthale in Tirol“ (150 fl.); – 1859: „Alpengegend in Kärnthen mit der Aussicht auf den Grossglockner“ (500 fl.); – „Ruine bei Hainburg an der Donau“ (150 fl.); – 1864: „Sievering nächst Wien“ (300 fl.); – „Bauernhaus in der Ramsau“ (150 fl.); – „Die Ortelsspitze bei Mals in Tirol“ (100 fl.); – „Parthie aus dem Dornbacher Parke“ (200 fl.); – „Alpengegend aus dem bayerischen Hochgebirge“ (60 fl.); – in den Monats-Ausstellungen des österreichischen Kunstvereins, 1852, im März: „Heimkehr von der Ernte im Sturm“ (70 fl.); – im Mai: „Ein Hohlweg“ (150 fl.); – „Ein Gebirgssee“ (150 fl.); – 1854, im Jänner: „Köhler am Schneeberge“ (100 fl.); – „Parthie am Neusiedler See“ (130 fl.), vom Kunstverein angekauft; – im März: „Gebirgssee“; – „Der Zeller-See im Pinzgau“; – im April: „Parthie bei Hallstadt“ (120 fl.); – im Juni: „Das Marchfeld bei Abendbeleuchtung“ (400 fl.); – 1855, im April: „Waldgegend von Weidling am Bach“; – im Mai: „Alpengegend auf dem Göll“; – [369] 1856, im Februar: „Am Neusiedler-See“ (300 fl.); – im Mai: „Schloss Lichtenberg mit der Fernsicht auf den Zeller-See im Pinzgau“ (250 fl.); – im Juni: „Morgen auf der Rosalien-Alpe bei Wiener-Neustadt“ (150 fl.), vom K. V. angek. um 120 fl.; – 1857: „Der Reitling in Obersteiermark“, Oelbild (70 fl.); – 1858: „Die Lazareth-Capelle im Jahre 1858“; – „Ruine bei Hainburg an der Donau“ (120 fl.); – „Der hohe Göll in Bayern“ (150 fl.); – 1860: „Gegend aus dem bayerischen Hochgebirge“ (130 fl.); – „Friedberg im Innthale“, Aqu. (100 fl.); – „Aussicht nach Weilburg und Rauhenstein bei Baden“; – „Fährthof bei Stein“, Aqu. (50 fl.); – „Hallstadt“, Aqu. (80 fl.); – 1868: „Seekirchen bei Salzburg“, Aqu. (20 fl.); – „Der hohe Göll“ (30 fl.); – „Auf dem Wege nach Buchberg“, Aqu. (25 fl.); – „Ansicht von Cobenzl gegen das Marchfeld“, Aqu. (200 fl.); – „Die Ruine Hartenstein an der Krems“, Aqu. (100 fl.); – „Mirabel in Salzburg“, Aqu. (120 fl.); – „Kapuzinerkloster in Salzburg“, Aqu. (120 fl.); – in der III. allgemeinen deutschen Kunstausstellung im September 1868: „Brettfall-Capelle im Innthale am Eingange in das Zillerthal in Tirol“, Aquarell; – in der I. großen internationalen Kunstausstellung in Wien im April 1869: „Die Michlsturzhörner in der Ramsau“ (50 fl.); – „Bauernhaus“ (80 fl.); – „Das Christkindl bei Stadt Steyr“ (36 fl.); – in der II. großen internationalen Kunstausstellung in Wien im April 1870: „Waldgegend im Gewitter“ (350 fl.); – „Der Sonnenblick in der Fehrleiten im Pinzgau“, Aqu.; – „Am Eingange des Höllenthales“, Aqu. (80 fl.); – in der III. großen internationalen Kunstausstellung in Wien im April 1871: „Der hohe Göll bei Morgenbeleuchtung“ (130 fl.). Im Jahre 1868 übernahm S. die künstlerische Ausschmückung des Hofsalons auf dem Wiener Nordbahnhofe und wählte für die acht dazu bestimmten Gemälde je zwei Ansichten aus den von der Bahn berührten Kronländern, und zwar: „Sonnenaufgang über dem Marchfelde, vom Leopoldsberge aus gesehen“; – „Weinlese in der Nähe bei Wien“ (Niederösterreich); – „Ansicht von Brünn“; – „Ansicht von Witkowitz“ (Mähren); – „Ansicht von Troppau“; – „Schlesische Gegend“ (Schlesien); – „Ansicht von Krakau“ und „Jagd in Polen“ (Galizien). In der Kunsthalle der Wiener Weltausstellung war Joseph S. durch kein Werk vertreten. Ein paar Landschaften S.’s, darunter eine herrliche Donau-Ansicht mit Schloß Greifenstein, sind in früherer Zeit, und zwar die genannte von J. Axmann, im Taschenbuch-Formate in Stahl gestochen worden. Ansichten mit sanften Lichteffecten; insbesondere aber Hochgebirgsgegenden mit ihren wechselnden und mannigfachen Abstufungen von Grün und Grau, gelingen seinem Pinsel am besten. Die weichen, saftigen Töne des Südens weiß sein kräftiger Pinsel weniger glücklich wiederzugeben.

Nagler (G. K. Dr.), Neues allgemeines Künstler-Lexikon (München 1839, Fleischmann, 8°.) Bd. XVI, S. 139. – Die Künstler aller Zeiten und Völker. Begonnen von Prof. Fr. Müller, fortgesetzt von Dr. Karl Klunzinger (Stuttgart 1860, Ebner u. Seubert, gr. 8°.) Bd. III, S. 507. – Meyer (J.), Das große Conversations-Lexikon u. s. w. (Hildburghausen, Bibliogr. Institut, gr. 8°.), Zweite Abthlg. Bd. VIII, S. 526, Nr. 2. – Kataloge der Jahres-Ausstellungen in der k. k. Akademie der bildenden Künste bei St. Anna in Wien, 832, 1834, 1835, 1836, 1837, 1838, 1839, 1840, 1841, 1842, 1843, 1844, 1846, 1847, 1848, 1850, 1858, 1859, 1864. – Monats-Verzeichnisse des österreichischen Kunstvereins, 1852, März, Juni; 1854, Jänner, März, April, Juni; 1855, April, Mai; 1856, Februar, Mai, Juni, December; 1857, Oct.-Nov.; 1858, April, December; 1860, Jänner, März, April; 1868, Mai, Juni, Juli u. August.