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BLKÖ:Schüler, Max Joseph

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Schüch, Ignaz
Band: 32 (1876), ab Seite: 119. (Quelle)
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Schüler, Max Joseph (Arzt und Fachschriftsteller, geb. um das Jahr 1820). Sohn mittelloser Eltern, der unter den drückendsten Verhältnissen die medicinischen Studien in Wien beendete und daselbst 1845 die Doctorwürde erlangte. Nun that er Dienst in den verschiedenen Abtheilungen des allgemeinen Krankenhauses, begab sich auch nach Gräfenberg, um dort an Ort und Stelle sich mit dem Verfahren der Wasserheilkunst vertraut zu machen und ließ sich 1846 in Gratz als praktischer Arzt nieder. Er war nun neben seiner stets wachsenden ärztlichen Clientel als Secundararzt im Findelhause und auch im Sanitäts-Departement des dortigen Guberniums thätig, wurde 1847 Assistent an der Lehrkanzel für Geburtshilfe, 1849 provisorischer Leiter der Gratzer Irrenanstalt, gleichzeitig Chefarzt im Garnisonsspitale zu Gratz während einer mehrmonatlichen verheerenden Cholera- und Typhusepidemie unter dem Militär. Diese vielseitige Verwendung, in welcher er sich überall Vertrauen zu erwerben gewußt, lenkte die Aufmerksamkeit der Stände Steiermarks auf den jungen thätigen Arzt und sie ernannten ihn im Jahre 1851 zum Director des ständischen, zwei Stunden von Gratz entfernten Tobelbades. Sieben Jahre wirkte Dr. Schüler daselbst und das Bad hatte unter seiner Leitung einen ungeahnten Aufschwung genommen. Nachdem dann die Stände das Bad Neuhaus angekauft, beriefen sie 1859 Dr. Schüler als Director dahin, und auch dort hatte S. während seiner achtjährigen Thätigkeit – bis 1867 – vielfache Reformen zur Hebung und zum Gedeihen des Badeortes durchgeführt. Noch in dieser Stellung beauftragten ihn die Stände Steiermarks, ein Organisationsstatut für die berühmte Landes-Curanstalt – Sauerbrunn Rohitsch in der südlichen Steiermark – auszuarbeiten. Dr. S. bereiste zu diesem Zwecke die verschiedenen Curorte Deutschlands, Böhmens, Belgiens und Frankreichs, machte während eines mehrwöchentlichen Aufenthaltes in Selters, der ersten und größten Versendungsanstalt in Europa, administrative Studien, entwarf nun nach den persönlich gewonnenen Erfahrungen das Statut und wurde im Janner 1867 Director der Landes-Curanstalt Sauerbrunn Rohitsch, in welcher Eigenschaft er noch zur Stunde thätig ist. Bald darauf erhielt er den Titel kaiserlicher Rath und wurde 1871 k. k. Landes-Sanitätsrath. Das Bad gelangte unter seiner Oberleitung zu einer früher nicht gekannten Höhe des Besuches, sowie des Exportes seines vortrefflichen Säuerlings. In seinem Fache als Badearzt auch schriftstellerisch thätig, veröffentlichte S. außer einem größeren Aufsatze in der „Gratzer Tagespost“: „Ueber den Werth der Heilquellen für Landesinteressen“ folgende balneologische Monographien: „Der landschaftliche Curort Neuhaus bei Cilli in Untersteiermark“ (Wien 1862, Braumüller. 8°.); – „Der landschaftliche Curort Tobelbad bei Gratz in Steiermark“ (Gratz 1856; 2. Aufl. Wien 1864, Braumüller, 8°.); diese und die vorige Schrift bilden Nr. 6 und 12 der bei Braumüller in Wien erscheinenden „Badebibliothek“ – und „Rohitsch-Sauerbrunn und sein Säuerling“, 1869. Dr. Schüler wurde ah. Orts mit dem goldenen Verdienstkreuze ausgezeichnet.

Porträt. Ueberschrift: Dr. M. J. Schüler. Holzschnitt ohne Ang. des Zeichners und Xylographen [sehr ähnlich, auch im Badeblatt: „Der Cursalon“ (gr. 4°.) Jahrgang 1871, Nr. 16].