Zum Inhalt springen

BLKÖ:Schönau, die Freiherren von, Genealogie

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
korrigiert
Nächster>>>
Schönauer, Johann
Band: 31 (1876), ab Seite: 120. (Quelle)
[[| bei Wikisource]]
in der Wikipedia
GND-Eintrag: [1], SeeAlso
Dieser Text wurde anhand der angegebenen Quelle einmal Korrektur gelesen. Die Schreibweise sollte dem Originaltext folgen. Es ist noch ein weiterer Korrekturdurchgang nötig.
Linkvorlage für Wikipedia 
* {{BLKÖ|Schönau, die Freiherren von, Genealogie|31|120|}}

Zur Genealogie der Freiherren von Schönau. Die Freiherren von Schönau – wohl zu unterscheiden von der gleichfalls österreichischen Freiherrnfamilie Schönau-Wehr – sind ein altes böhmisches Geschlecht, das seine Stammregister bis zu Anfang des sechszehnten Jahrhunderts zurückführt, in welchem der Kämmerling Wenzel Vincenz von Scönow im Jahr 1534 in der böhmischen Adelsmatrikel als Ritter aufgeführt wird. Von da ab findet sich ein und der andere, Schönau in den öffentlichen Urkunden; so gibt in einer im Jahre 1543 am Sonntag nach Christi Himmelfahrt geschehenen Einlage Victorin Wikhart von Schönau die Erklärung, daß er sein Gut Koletz, welches seine Vorfahren seit 200 Jahren im Besitze halten, von seinem Bruder übernommen habe. – Im Jahre 1583 wurde dem Georg von Schönau und seinen drei Söhnen Johann, Isaias und Nikolaus das böhmische Incolat verliehen. – Ernst Bernhard von Scönow starb 30. Mai 1585 und liegt in der Pfarrkirche zu Meinitz im Saatzer Kreise, einer ehemaligen Besitzung von ihm, begraben. – 1589 ist Christoph Ssen von Ssen auf Kostomlet unter den Rittern und Wladiken zu finden. – Arnolf Schön von Schönau brachte 1620 die schwarzen Klosterdörfer Auporz und Poradicz, sowie Georg Wilhelm von Schönau 12. December 1656 das Gut Schönlied im ehemaligen Elbogener Kreise käuflich an sich. – Den vermöge der Landesordnung von den höheren Ständen zu leistenden Erbhuldigungs-Eid haben geleistet: Christian Erdmann und Wolf Julius 1679, Adam Christoph 1680, Anton Wilhelm und Franz Joseph Karl 1711, Wolfgang Julius 1745. – In den älteren Ahnenproben der Familie erscheint zuerst Georg Wilhelm Schön von Schönau, vermält mit Eva Salome, geb. von Steinsdorf. Ihm folgen in gerader Linie: Christoph Franz Erdmann von Schönau, geb. 1656, vermält mit Katharina Ludmilla geb. von Wiedersperg; dessen Brüder waren Adam Christoph und Wolfgang Julius und seine Kinder Anton Wilhelm, Franz Joseph Karl und Ferdinand Joseph Erdmann. Dieser Letztere war vermält mit Maria Anna, geb. Melz von Waldau. Ihm folgte sein Sohn Wolfgang Julius Johann (geb. 1716), kön. böhmischer Gubernialrath und Leitmeritzer Kreishauptmann, dem seine Gattin Maria Anna Katharina Hora von Oczelowitz den Sohn Johann Nepomuk gebar, den Stammvater der heutigen Freiherrn von Schönau, dessen Lebensskizze S. 119 mitgetheilt wurde.

Heutiger Familienstand der Freiherren von Schönau. Johann Nepomuk (alias Julius Wenzel Johann Nep. Ferdinand Wolfgang Franz de Paula) Freiherr von Schönau (geb. am 21. April 1753, gest. zu Karlsbad am 13. November 1821) war mit Maria Antonia geb. Freiin Zeßner von Spitzenberg (geb. 27. September 1749, gest. 6. Juni 1820) vermält. Aus dieser Ehe entsprangen: Wolfgang Julius (geb. 5. September 1783, gest.), zuletzt Kreiscommissär zu Saatz; – Theresia (geb. 1784, gest. 31. December 1842), vermält (seit 7. Jänner 1812) mit Vincenz Freiherrn Zeßner von Spitzenberg, k. k. Oberstlieutenant (gest. 2. Februar 1830); – Franz de Paula (geb. 25. October 1785, gest. 6. März 1850), k. k. Gubernial-Secretär; – Johann Nep. [siehe über denselben S. 119 im Texte der Biographie seines Vaters]; – Antonia (gest. 6. März 1845); – Marie (gest.) und Vincenz (geb. 1795). Von den Söhnen haben Franz de Paula und Vincenz Nachkommenschaft. Franz de Paula war (seit 26. September 1820) mit Henriette, geb. Freiin Vernier von Rougemont und Orchamp (geb. 1798, gest.) vermält und aus dieser Ehe stammen: Sophie (geb. 29. Juni 1821, gest. 5. Februar 1834): Mathilde (geb. 7. Dec. 1822), zur Zeit Stiftsdame des freiweltlich adeligen Damenstiftes „zu den heiligen Engeln“ in Prag; Marie (geb. 23. Jänner 1824), Stiftsdame des adelig-weltlichen Damenstiftes „Maria Schul“ zu Brünn; Julius (geb. 31. März 1825), k. k. Kämmerer und Major bei Graf Coronini-Infanterie Nr. 6; Jaroslav Hugo (geb. 21. März 1826), k. k. Kämmerer und Major bei Graf Folliot de Crenneville-Infanterie Nr. 75; Bertha (geb. 23. März 1828) und Henriette (geb. 9. Mai 1832), vermält (seit 7. Juni 1856) mit Karl Alexander Freiherrn [121] Mac-Enis von Atler und Iveaghe, Herrn auf Lazan-Milcis (gest. 15. August 1871). Sternkreuz-Ordensdame; – Franz de Paula’s Bruder Vincenz (geb. 1795), Herr und Landstand in Oesterr.-Schlesien, k. k. Kämmerer und General-Landesbestellter zu Troppau, ist mit Maria Karolina, geb. Freiin Putz von Rolsberg, Sternkreuz-Ordensdame, vermält und stammen aus dieser Ehe: Melitta (geb. 13. Dec. 1835), vermält (seit 13. Juni 1854) mit Arnold Rövesz von Aszod és Harkaly, kais. Oberst bei Graf Pálffy-Huszaren Nr. 14, und Oscar (geb. 29. Sept. 1843), k. k. Kämmerer und Oberlieutenant im Erzherzog Joseph-Infanterie-Regiment Nr. 37.

Wappen. In Silber vier fünfblättrige, grünbespitzte, goldbesaamte, rothe Rosen (2 über 1,1). Auf dem Schilde ruht die Freiherrnkrone, auf welcher ein in’s Visir gestellter gekrönter Turnierhelm steht, auf dessen Krone ein einfacher silberner, mit den Rosen des Schildes belegter Flug sich erhebt. Die Helmdecken sind roth, mit Silber belegt.