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BLKÖ:Schön, Eduard Ritter von

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Schön, Bruno
Band: 31 (1876), ab Seite: 106. (Quelle)
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Schön, Eduard Ritter von (Tonsetzer und Schriftsteller, geb. zu Engelsberg in Schlesien 23. Jänner 1825). Als Componist bekannt unter dem Pseudonym Engelsberg. Ein Sohn des Fabrikanten Anton Schön, bezog er im Jahre 1835 das Gymnasium in Olmütz, widmete sich alsdann dem Studium der Rechte, woraus er im Jahre 1850 an der Wiener Hochschule die Doctorwürde erlangte. Seine praktische Laufbahn begann er als Advocaturs-Concipient, 1850 trat er aber in den Dienst der k. k. Hofkammer-Procuratur, aus welcher er im Jahre 1851 in das Finanzministerium berufen und im Departement des öffentlichen Creditwesens – dessen Referent damals Ministerialrath Dr. Joseph Radda Ritter von Boskowstein [Bd. XXIV, S. 176] war – für juristische Arbeiten verwendet wurde. Im Jahre 1855 provisorisch, 1856 definitiv zum General-Secretär der damals neu errichteten Wiener Börsekammer [107] ernannt, bekleidete S. diese Stelle 15 Jahre lang bis Juli 1865, indem er in der Zwischenzeit den Titel und Charakter eines Ministerial-Secretärs erhielt und zugleich als Stellvertreter des kais. Bankcommissärs fungirte. Im Jahre 1869 zum Sectionsrath im k. k. Finanzministerium befördert, wurde er mit der Leitung des Credit-Departements und den Functionen des kais. Bankcommissärs und des landesf. Börsecommissärs betraut. Im Jahre 1872 erfolgte seine Ernennung zum Ministerialrathe und Mitgliede der Donau-Regulirungs-Commission. In diesen Stellungen war S. bei verschiedenen amtlichen Commissionen, so bei jener über die Erneuerung des Vertrages mit der österreichischen Lloyd-Gesellschaft, bei der Sequestration der Lemberg-Czernowitzer Bahn, bei der Berathung über das neue Börsegesetz, über jenes der Actiengesellschaften und zuletzt als Mitglied der Centralleitung der Staats-Vorschußcassen thätig. Die Wiener Börse hat S. eine freundliche Erinnerung zu bewahren, da er am 9. Mai 1873, als dem stürmischen Tage des Ausbruches der Börsenkrise, dem Beschlusse, die bewaffnete Macht herbeizurufen und einschreiten zu lassen, in seiner Eigenschaft als landesf. Börsecommissär sein besonnenes Veto entgegenstellte. Auf dem finanziellen Gebiete, auf welchem S. so viele Jahre thätig gewesen, erschien er auch als gewandter Fachschriftsteller und stammen aus seiner Feder folgende Werke: „Der Wiener Courszettel“ (Wien 1858, Gerold, 8°.); – „Die Wiener Börseordnung (ebd. 1860, Braumüller); – „Das deutsche Handelsgesetzbuch und die Wiener Börse“ (ebd. 1863, 8°.) – und „Die Liquidation an der Wiener Börse ...“ (ebd. 1868, Braumüller, 8°.). Seit dem Jahre 1866 ist S. auch Verwaltungsrath der Wiener Handelsakademie und seit 1873 Vice-Präsident derselben. Für seine in den vorerwähnten amtlichen Stellungen erworbenen Verdienste wurde S. im Jahre 1867 mit dem Ritterkreuze des Franz Joseph-, im Jahre 1874 mit jenem des kais. österreichischen Leopold-Ordens ausgezeichnet. Aber noch nach einer anderen Seite dient S. eine nicht weniger eingehende Würdigung, und zwar als Musiker und vortrefflicher Lieder-Compositeur. Seine künstlerische Entwickelung wurzelt in den denkwürdigen Musikzuständen seiner Vaterstadt Engelsberg während der Jahre 1830–1850. Damals wirkten zwei humane und geistvolle Lehrer und Chordirectoren, Adalbert Pomm und Florian Schrott, in dem Städtchen und um diese zwei Männer hatte sich ein Kreis von jungen und strebsamen Männern gebildet, die, Jeder ein kleiner Meister in seinem Fache, im Stande waren, bei ihren Musikfesten, als deren vornehmstes das Cäcilienfest galt, Oratorien von Haydn, Graun, Beethoven, classische Symphonien und bei kirchlichen Feierlichkeiten die größten Werke der Musica sacra bei vollständig besetztem Orchester tadellos aufzuführen. Im Kreise jener Männer befand sich auch Anton Schön, der Vater unseres Ministerialrathes, welcher mit seinem Freunde Franz Klement, Beide geschmackvolle Solosänger, in diesen Musikaufführungen mitwirkten und nicht wenig zu dem verbreiteten Ruhme der Engelsberger Musikaufführungen beitrugen, wurden doch daselbst die letzten Streichquartette Beethoven’s schon um die Mitte der Dreißiger-Jahre, also 15 Jahre früher, ehe Hellmesberger sie dem Wiener Publicum vorführte, aufgeführt und enthusiastisch bewundert. In diesem Kreise wuchs Eduard S. heran und lernte früh die [108] höchsten Ziele der Musik kennen. Eine Specialität im Engelsberger Musikleben war die um 1830 gegründete Liedertafel. Was im Kreise der Literatur für Männergesang Gutes bestand und was an Novitäten erschien, in Engelsberg wurde es eifrig aufgenommen. Da nun Schön’s Vater „den Grund- und Eckstein der Liedertafel“, wie d’Elvert schreibt, bildete, so fügte es sich von selbst, daß sein Sohn Eduard, ein fröhlicher Studiosus, frühzeitig und recht vom Grunde aus auf dem Gebiete des Männergesanges, wie er in Feld und Wald und bei frohem Mahle in aller Heiterkeit zu ertönen pflegt, heimisch wurde. Das Beste, was S. später geschaffen, namentlich der zwischen tiefem Ernste und feinem Scherze schwebende Humor vieler seiner musikalischen Compositionen, läßt sich direct auf diese in seiner glücklichen Jugendzeit empfangenen Eindrücke und Anregungen zurückführen. Was die Theorie der Musik betrifft, so ist S. Autodidakt, er studirte zunächst die instructiven Lehrbücher Reicha’s [Bd. XXV, S. 153] und suchte sich alsdann durch Studium der großen Meister in der Musik und an eigenen Versuchen und Arbeiten fortzubilden; dabei begünstigte ihn der glückliche Zufall, daß, während er Berlioz’ Instrumentationslehre studirte, ihm ein kleines, aber completes Orchester zur Verfügung stand. Nie beabsichtigend, in die Oeffentlichkeit zu treten, versuchte er sich doch in fast allen musikalischen Formen, kehrte aber immer mit Vorliebe zum mehrstimmigen Chorgesange zurück, Während seiner Studienzeit in Olmütz, in den Jahren 1834–1846, fand er namentlich in dem Hause des reichen und freisinnigen J. C. Machanek, mit dessen Sohne C. Machanek (jetzt Advocat und Landtags-Abgeordneter) S. sich befreundete, in musikalischer Richtung mannigfache Anregung. Im Hause Machanek’s wurde edle Musik, namentlich Schubert gepflegt, mancher berühmte Künstler fand sich in demselben ein und S. bildete sich in jener Zeit sein „eigenes Streichquartett“, worin er bald die erste Violine, bald das Violoncell traktiren mußte, und sein eigenes „Vocalquartett“. Damals trat er auch zuerst mit seinen eigenen Compositionen auf. Als er dann behufs seiner juridischen Studien nach Wien übersiedelte, lernte er 1846 in den Hörsälen der Wiener Aula Eduard Hanslick kennen, mit dem ihn bald innige, heute noch, nach 30 Jahren, ungeschwächt fortdauernde Freundschaft verband. Als beredter Ausdruck dieses Freundschaftsbündnisses mag wohl, die Widmung an Schön gelten, welche Hanslick seiner „Geschichte des Concertwesens in Wien“ voranschickt. Nach S.’s eigenem Geständnisse will er das beste, was er im Gebiete der Musik weiß und kann, diesem feinfühligen Musikkritiker, insbesondere die größere Fähigkeit, Selbstkritik zu üben, ihm verdanken. Im Jahre 1856 wurde S. in das Directorium der Gesellschaft der Musikfreunde in Wien gewählt und dort kam er mit Herbeck [Bd. VIII, S. 323], dessen Stern damals gerade im Aufsteigen begriffen war, in Berührung. Die neuere Richtung im Concertwesen, welche Hanslick im Feuilleton der „Presse“ protegirte, half S. mit mehreren Gesinnungsgenossen im Directorium, dem Concertdirector Herbeck, zum Durchbruche zu bringen. In dieser Stellung, in welcher S. vielfache Anregung erhielt und manchen Blick in die Werkstätte der Kunst that,. blieb S. zehn Jahre, bis 1866, thätig. Wie schon bemerkt, war S. bereits zu jener Zeit, als er sein eigenes Streich- und Vocalquartett [109] hatte, also noch während seiner Studien zu Olmütz, als Componist thätig. Damals, 1843–1846, sind mehrere Stücke für Clavier und auch für Gesang erschienen [die Uebersicht der Compositionen Engelsberg’s (Schön) folgt auf S. 110]. Vornehmlich wendete sich S. der Chor-Composition zu, und die Sangbarkeit seiner prächtigen, den Hörer gerade zum Mitsingen hinreißenden Chöre machten Engelsberg’s Namen und seine Compositionen bald so populär, daß dieselben nicht nur in Wien, sondern überhaupt in Oesterreich, in Deutschland und über dem Meere, bei den deutschen Gesangvereinen in Amerika, Verbreitung gefunden haben. Lange Zeit war der junge Componist der Oeffentlichkeit fern geblieben und noch 1850 apostrophirte Dr. Hanslick im Abendblatt der „Wiener Zeitung“ den Wiener Männergesang-Verein: „Kennt denn der Verein die Compositionen seines Mitgliedes Dr. Schön nicht?“ (damals gab es noch keinen E. S. Engelsberg), aber erst im Jahre 1860 wurde zum ersten Male ein Chor von Engelsberg: „Waldesweise“ (am 10. März g. J.) vom Wiener Männergesang-Verein aufgeführt. Ueber diese erste Aufführung entspann sich im officiellen Organ des deutschen Sängerbundes, in der „Sängerhalle“ (1875, Nr. 5 u. 9), eine Polemik, die auch insofern interessant ist, als darin die Aufführungen der Compositionen Schön’s im Männergesang-Vereine und im Wiener akademischen Gesangvereine nach dem Datum verzeichnet sind. Endlich im Jahre 1863 überließ S. auf Zureden Hanslick’s, der Protector des akademischen Gesangvereins war, diesem jungen Vereine für sein am 8. Februar im Dianasaale stattfindendes akademisches Maskenfest seine köstliche „Quadrille“, bekannter unter dem Namen „Narren-Quadrille“, mit welcher die Tage des Glanzes des Componisten Schön-Engelsberg beginnen. Denn nun folgten (4. Februar 1864) die „Ballscenen“, (am 29. November d. J.) das akademische Lustspiel: „Dr. Heine“, (27. Juni 1865) „Romancapitel“, (am 24. November 1866) „Der Landtag von Wolkenkukuksheim“, (28. November 1868) „Im Thiergarten“, während im Männergesang-Vereine u. a. (4. November 1865) „Die Poeten auf der Alm“, (19. December 1872) „Im Dunkeln“ gegeben wurden. Bezüglich der Compositionen S.’s ist eines Umstandes ausdrücklich zu erwähnen. S. hat sich den Text zu vielen seiner Chöre, namentlich zu allen humoristischen, selbst geschrieben, so daß also Text und Musik zu gleicher Zeit aus einer Feder geflossen sind. Es ist dadurch dem in deutschen Landen nicht seltenen Dualismus, der zwischen Textdichter und Componisten zu herrschen pflegt, ausgewichen und dabei jene Leichtigkeit und Natürlichkeit der Bewegung, ein gewisses Perlen und Schäumen erzielt, das Compositionen humoristischer Art nicht fehlen soll. Bisher hat der Wiener Männergesang-Verein (bis 14. März 1875) 24 Chöre, der Wiener akademische Gesangverein (bis 3. Juli 1875) 37 Compositionen S.’s, und im Allgemeinen ersterer vorwiegend die ernsten, letzterer die heiteren zur Aufführung gebracht. Daß eine solche fruchtbare und erquickende Thätigkeit im Reiche der Musik in jenen Kreisen, welche der Pflege dieser Kunst huldigen, nicht unbemerkt bleiben konnte, versteht sich von selbst, und indem der Gesangverein der alten preußischen Universitätsstadt Königsberg im Jahre 1864 den Reigen der Ehren-Diplome mit dem seinigen eröffnete, folgten ihm allmälig [110] zwanzig und mehr. Es wurde oben erwähnt, wie Dr. S. als Fachmann im finanziellen Gebiete schriftstellerisch thätig gewesen, er war es auch auf musikalischem. Als Professor Hanslick, welcher mit dem Musikreferate in der „Wiener Zeitung“ betraut war, anfangs 1850 als Aushilfsreferent der Finanz-Procuratur nach Klagenfurt beordert ward und vermeinte, dort nur etliche Monate zu bleiben, übernahm S. auf dessen Bitte das Referat, um es ihm nach seiner Rückkehr wieder zu übergeben. Hanslick’s Rückkehr erfolgte aber erst in einigen Jahren, und so führte S. in den Jahren 1850–1853 an Hanslick’s Stelle das musikalische Referat in der „Wiener Zeitung“ und war somit mehrere Jahre incognito als Journalist im Musikfache thätig. Zum Schlusse sei noch bemerkt, daß S. seit 1856 bis 1866 Mitglied der Direction der Gesellschaft der Musikfreunde, speciell Cassaverwalter der Gesellschaft und ferner Mitglied des Comité’s für den Bau des neuen Gesellschaftsgebäudes war. Auch sei hier eine Verwechslung berichtigt. Als nämlich der Advocat Dr. Franz Eyrich, ein gleichfalls beliebter Liedercomponist des Wiener akademischen Gesangvereins [Bd. XXVI, S. 374], starb, meldete das Wiener Neue Fremden-Blatt (1873, Nr. 310), daß Eyrich unter dem Pseudonym Engelsberg componirt habe. Unter dem Pseudonym Engelsberg hat jedoch bisher nur Dr. Eduard Schön componirt.

Uebersicht der bisher erschienenen oder vorgetragenen Compositionen von Ed. Schön (Engelsberg). Größere Compositionen. Quadrille (Tiefe Moral. Liebe und Reclame, La bourse ou le vie. Excellenz Amor. Moderne Walpurgisnacht, Tutti). Comp. für 4 Männerstimmen mit Begl. des Pianof. (Wien 1863, Wessely, kl. Fol.). – Ballscenen. Von Engelsberg (Eintritt. Die Reisenden. Verschiedene Schwärmer. In der Diplomaten-Ecke. Die Beschwörung. Alle sind glücklich). Comp. für 4 Männerstimmen mit Begl. des Pianof. Herrn Prof. Dr. Eduard Hanslick (gewidm.) (Wien 1864, Wessely, kl. Fol.). – Doctor Heine. Ein Rigorosum im Sommer. Lustspiel in drei Scenen. Von Engelsberg (Im Vorzimmer. Beim Examen. Nach der Promotion). Componirt für 4 Männerstimmen mit Pianoforte-Begleitung, für Solostimmen mit Chor oder auch für einfaches Quartett und dem Wiener akadem. Gesangvereine gewidmet (Wien 1864, Wessely, kl. Fol.). daraus einzeln: Promotions-Marsch, für Pianof. arrangirt von R. Weinwurm. – Romankapitel mit unpassenden Motto’s (Horaz und all’ die Andern. Stelldichein. Auf der Jagd. Ewige Liebe. Idylle., Die Auswanderer). Comp. für 4 Männerstimmen mit Begl. den Pianof. Dem Sängervereine in Königsberg i. Pr. (gewidm.) (Wien 1865, Wessely, kl. Fol.). – Poeten auf der Alm (Der frohe Wandersmann. Von Eichendorf – Auf dem See – Die Spröde. Von Goethe – Gruß. Von Eichendorf – Abschied). Männerchor mit Pianoforte-Begl. Dem Männergesang-Vereine (Wien 1865, Wessely, kl. Fol.). – Der Landtag von Wolkenkukuksheim. Von Engelsberg (1. Einzug der Landboten. 2. Das Glöckchen spricht. 3. Die Novelle. 4. Siebenzehnhundert Friedrichsd’or. 5. Von bess’rer Zeit. 6. Beim Festdiner. Toast). Singspiel für Männerstimmen mit Clavierbegleitung (Wien 1860, C. A. Spina, kl. Fol.). – Im Thiergarten. Männerchor mit Pianoforte-Begleitung (Wien 1867, Wessely, kl. Fol.). – Im Dunkeln. Von Engelsberg. Männerchor mit Clavierbegleitung (Wien und Troppau 1872, Buchholz u. Diebel, kl. Fol.). – Chöre und Quartette für Männerstimmen (Wien, Wessely, Lex. 8°.). 1863. 1) Wandernder Dichter. Von Eichendorf; – 2) Mein’ Lieb’ ist eine Alpnerin. Von M. C. Oettinger;: – 3) Cupidu war der kleine Wicht. Von Eichendorf; – 4) Nacht liegt auf den fremden Wegen. Von H. Heine; – 1864. 5) Frühlingsbild. Von Arsène Houssaye; – 6) Nachtlied. Von Mosen. Tenorsolo mit Chor; – 7) Der Blumen Schwester und der Sterne. Von Dupont. Tenorsolo mit Chor und Pianoforte-Begleitung; – 8) Das allerliebste Mäuschen. Volkslied aus Quedlinburg; – 1865. 9) Meine Muttersprache. Von Klaus Groth; – 10) Verrathene Liebe. Von Chamisso; – 11) Der [111] Besuch. Nach Fr. v. Gaudy; – 12) Die Liebe als Nachtigall. Von Geibel; – 13) Der Einsiedler. Von Eichendorf; – 14) Waldesweise. Von E. S. Engelsberg; – 15) Der Beglerbeg Rambambo. Altes Trinklied; – 1867. 16) Der Sennerin Heimkehr. Von Anastasius Grün; – 17) Unsere Berge. Von Hermann v. Gilm; – 18) Vor dem Sturm. Bundeslied“; – 1868. 19) Der Hut im Meer. Von J. V. Scheffel; – 20) Es hat nicht sollen sein. Von Scheffel; – 1870. 21) Soweit. Von Julius Rodenberg; – 22) Als ich noch jung war. Von Grillparzer; – 1871. 23) Die Flucht der Liebe. Nach Béranger. Baritonsolo mit Chor und Pianoforte-Begleitung; – 1872. 24) Heimweh. Nach Chateaubriand. Baritonsolo mit Chor und Pianoforte-Begl. – 1873. 25) Die Wunderbrücke. Von Anastasius Grün. Tenorsolo mit Chor; – 1874. 26) Der Unbeständige. Von Anastasius Grün; – 27) Drei Lieder aus den Alpen, a) Vom Königssee, Von Paul Heyse; – 1875. 28) b) Am oberen Langbathsee. Für Soloquartett, Chor und Pianof.-Begl.; – 29) c) Fischen und Erwischen. V. J. Mayr-Tüchler. – Außer den bisher angeführten acht größeren Compositionen und den 29 bei Wessely erschienenen Chören sind von Engelsberg noch herausgegeben worden: Pagenlied. Von Shakespeare (Wien, Haslinger), bildet das 17. Heft der Sammlung: Liederkranz (1864). Zur Shakespeare-Feier des akademischen Gesangvereins. – Heini der Steier. Dorpertanzweise, Aus Frau Aventiure. Von Victor Scheffel (Wien 1864, Haslinger), bildet das 27. Heft der Samml.: Liederkranz. – Sängermarsch. Von Engelsberg, bildet Nr. 21 der von Franz Abt herausgegebenen „Deutschen Sängerhalle“ (1864). – Der Glückliche. Von Eichendorf, auch in der von Franz Abt herausgegebenen „Deutschen Sängerhalle (1865). – Marietta Springmitdemglas, nach Scheffel’s „Laetitia sylvestris“ frei übersetzt von Engelsberg (1867). – Ein Bild aus Neapel. Gedicht von Hebbel (1869). – Liebesgedanken. Von W. Müller (1871). – Die Erwartung. Von Natalie. – Trinklied. Von Otto v. Deppen. – Deutsches Freiheitslied. Von J. C. Machanek. – Annabell Lee. Von Edgar Poe, übersetzt von Spielhagen für Männerchor (Wien und Troppau 1874, Buchholz u. Diebel). – Viele Compositionen S.’s sind bereits vom akademischen Gesang-Vereine und vom Wiener Männergesang-Vereine vorgetragen worden, aber bisher nicht im Stiche erschienen, so z. B. von ersterem: „Der verzweifelte Liebhaber“, von Eichendorf (7. Nov. 1863)- – „Glücksvogel“, von E. Geibel (17. Februar 1866); – „Studentenherz“, von R. Prutz (9. Juni 1866); – „Akme und Septimius“, von Mörike (8. Februar 1867); – „Ein statistischer Bericht“, von Engelsberg (14. Februar 1868); – „Es hat einst sollen sein“, von Scheffel (6. Juli 1868); – „Der Kriegsgefangene“, von Béranger (25. Nov. 1870); – „Der schöne Rolf“, von Engelsberg (22. Juli 1872); – „An Diana“, von Hebbel (21. März 1873); – „Miramare“. von Mosenthal (10. December 1874); – „Unter der Loreley“, von Geibel (3. Juli 1875); – von letzterem (dem Männergesang-Ver.): „1813“, von Engelsberg (7. Oct. 1863); – „Heimliche Nähe“, von Machanek (17. Juli 1865); – „Käthchen Putiphar“, von Engelsberg (7. August 1867); – „Zehn Lieder“, für eine Singstimme mit Pianoforte (1868), von dem Compositeur seiner im Jahre 1866 verstorbenen Frau gewidmet. 1) „Widmung“, von Hugo; – 2) „An Olivia“, von Shakespeare; – 3) „Das Waldweib“, von Moser; – 4) „Die Begegnung“, von Langer; – 8) „Toast“, von Betti Paoli; – 6) „Intermezzo“, von P. Heyse; – 7) „Der treue Bote“, von Moser; – 8) „Leontine“, von Eichendorf; – 9) „Lied“, von Petöfi; – 10) „An den Mond“, von Goethe; mehrere derselben wurden von Frau Louise Dustmann öffentlich gesungen und gefielen. Ungedruckt ist auch von S.’s größeren Compositionen die aus zwei Abtheilungen bestehende lyrische Operette: „Ein italienisches Liederspiel“, mit aus Paul Heyse’s „Italienischem Liederbuche“ von Engelsberg selbst zusammengesetztem Texte. Dasselbe ist an mehreren Orten wiederholt, zum ersten Male vom Wiener akademischen Gesangverein am 27. November 1867 gegeben worden und hat außerordentlich gefallen. Die Partie der Rosettina hat die k. k. Hofsängerin Fräulein Rabatinsky mit großem Beifall gesungen. Außer dem bisher Angeführten harrt Vieles noch im Pulte des Componisten der Veröffentlichung entweder durch den Stich oder durch die Aufführung und sollen, wie Herausgeber von glaubwürdiger Seite vernimmt, darunter nicht [112] weniger denn nahezu ein halbes Hundert ernste und ein Viertelhundert heitere Chöre sich befinden.
Die Sängerhalle. Allgemeine deutsche Gesangvereins-Zeitung (Leipzig, 4°.) 15. Jahrg. (1875), Nr. 5, S. 37: „E. S. Engelsberg“; Nr. 9, S. 68: „E. S. Engelsberg“. – d’Elvert (Christian Ritter von), Geschichte der Musik in Mähren und Oesterreichisch-Schlesien u. s. w. (Brünn 1873, Winiker, gr. 8°.) In den Beilagen S. 171. – Schmidt (August Dr.), Der Wiener Männergesang-Verein (Wien 1868, 8°.) S. 91 u. 92.