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BLKÖ:Scaria, Emil

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Band: 29 (1875), ab Seite: 14. (Quelle)
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Scaria, Emil (Sänger, geb. zu Gratz um das Jahr 1836). Sein Vater ist ein geachteter und sehr gesuchter Arzt in Gratz. Der Sohn beendete die Gymnasialclassen und philosophischen Studien in seiner Vaterstadt und begab sich im J. 1856 nach Wien, um daselbst die Rechte zu hören. Zugleich mit seinem Berufsstudium betrieb er fleißig den Gesang, dem er schon im Elternhause in seinen Mußestunden mit Eifer oblag, ihn nun aber unter des bekannten Gesanglehrers Gentiluomo Anleitung systematisch betrieb. Nachdem er im Jahre 1860 seine juridischen Studien beendet, erwählte er, [15] von seinem Künstlerdrange getrieben, die musikalische Laufbahn und ging zum Theater. Am 14. April 1860 betrat er in Pesth zum ersten Male die Bühne als St. Bris in Meyerbeer’s „Hugenotten“. Auch ihn verfolgte das bei echten Künstlernaturen nicht selten vorkommende Mißgeschick, durchzufallen und „ob gänzlicher Unbrauchbarkeit“ entlassen zu werden. Nicht besser erging es ihm in Brünn. Nach mehreren anderen Mißerfolgen kam er an das Stadttheater in Frankfurt a. M., wo ihn ein gleiches Mißgeschick traf, so daß man ihm von allen Seiten den Rath gab, die Bühnenlaufbahn aufzugeben, da er es nie zu Etwas bringen würde. Doch von einer Seite rieth man ihm, noch einen Versuch zu wagen und bei dem berühmten Garcia in London Unterricht zu nehmen. S. befolgte diesen Rath und begab sich nach London, wo er ein ganzes Jahr Garcia’s Unterricht genoß, der nur im Solfeggiren bestand. Als ihn nach dieser Zeit der eben in London anwesende Hofcapellmeister Abt eines Tages singen hörte, empfahl er ihn sofort nach Dessau, wo er als erster Bassist mit 40 Thalern monatlicher Gage engagirt wurde. Schon sein erstes Auftreten daselbst war vom günstigsten Erfolge begleitet und bald wurde S. der Liebling des Publicums. Als S. nach einiger Zeit eine Erhöhung seiner Gage beanspruchte und ihm solche nicht gewährt wurde, nahm er seine Entlassung und erhielt bei Director Wirsing in Leipzig, ohne erst Proberollen singen zu müssen, Engagement. Seine Erfolge in Leipzig waren bald der Art, daß die benachbarte Dresdener Hofbühne den jungen Sänger auf ein Gastspiel einlud, in welchem S. schon nach der ersten Rolle – er sang den Bertram in Meyerbeer’s „Robert der Teufel“ – mit bedeutender Gage für drei Jahre engagirt wurde. Ehe noch die drei Jahre um waren, trug ihm die Hofbühne, um ihn nicht zu verlieren, ein zehnjähriges Engagement mit Pensionsberechtigung an, welches S. auch annahm. Von Dresden aus reiste S. auf Gastspiele nach London, München, wo er in den Mustervorstellungen Wagner’scher Opern sang, und Wien, wo er auch außerordentlich gefiel. Seine Hauptpartien sind Sysiart in „Euryanthe“, Graf in „Figaro’s Hochzeit“, Waffenschmid, König Heinrich in „Lohengrin“, Wasserträger, Rocco u. s. w.

Illustrirtes Wiener Extrablatt. Von Berg und Singer (kl. Fol.) II. Jahrgang (1873), Nr. 17: „Emil Scaria“ [mit Portr.]; Nr. 46: „Eine kleine Reminiscenz“. – Porträte. Unterschrift. Facsimile des Namenszuges: Emil Scaria. Lith. von Jäger, Druck v. A. Hölzer in Berlin, Verlag von Nelte, Böltze u. Comp. in Berlin (Fol.); – Illustrirtes Wiener Extrablatt. II. Jahrg. (1873), Nr. 17. M. Bichler sc.; – Kaktus (Wiener illustrirtes Witzblatt), von Krasnigg, 1874, Nr. 30. Trefflicher Holzschnitt von Weise.