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BLKÖ:Sarganek, Georg

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Sárkány, Nikolaus
Band: 28 (1874), ab Seite: 247. (Quelle)
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Sarganek, Georg (gelehrter protestantischer Schulmann, geb. zu Nieder-Suchau in Oesterreichisch-Schlesien 27. Jänner 1702, gest. zu Halle 24., n. A. 25. Mai 1743). Den ersten Unterricht erhielt er an der evangelischen Schule in Teschen; im Jahre 1721 begab er sich in’s Ausland und bildete sich an der Universität zu Halle vornehmlich in der Philosophie, Mathematik und Theologie. Im Jahre 1725 wurde er Collega des kön. Pädagogiums, kam aber im Jahre 1728 als Conrector an die evangelische Schule zu Teschen. Seiner pietistischen Richtung wegen mußte er aber diese Stelle niederlegen und das Land verlassen. Er kam nun im Jahre 1730 als Rector an die Schule zu Neustadt an der Aisch, von dort nach Halle zurück, worauf er im Jahre 1736 Inspector des kön. Pädagogiums zu Glaucha bei Halle, [248] dann Inspector des kön. Waisenhauses in Halle wurde, in welcher Stellung ihn der Tod im Alter von erst 41 Jahren dahinraffte. Vornehmlich ihm verdankt die Schule zu Neustadt ihre verbesserte Organisation, auch legte er den Grund zur Schulbibliothek, für welche er aus eigenen Mitteln viele Bücher kaufte oder sich darum bei Schulfreunden bewarb. Von seinen zahlreichen Schriften bibliographische Titel zu erlangen, wollte mir nicht glücken. Wie es scheint, sind es meist Schulprogramme und ihre Titel, soweit ich sie erlangen konnte; „Progr. de scholis ad genium atque necessitatem saeculi pie ac prudenter constituendis“; – „Historia scholae Neapolitanae“; – „De aemulatione scholastica vel illecebra pernitiosa vel matre studiorum“; – „Pretium inaestimabile unius quemlibet mortalis“; – „Von der rechten Gestalt der wahren Freiheit“; – „Timometria dogmatum mathematicorum progr. I. II. III.“; – „De adoranda Dei majestate ex linguarum difficultate permissa et per orbis terrarum gentes varie distributa“; – „Verstand kommt nicht vor den Jahren“; – „Geometrie in Tabellen“; – „Ueberzeugende und bewegliche Warnungen für alle Sünden der Unreinigkeit und heimlichen Unzucht aus medicinisch-theologischen Gründen“; – „Zeugniß für die göttliche Wahrheit“; – „Allgemeine Vortheile bei Information der Jugend“. Sarganeck, der ob seines seltenen Eifers für seine wissenschaftliche Ausbildung und ob seiner Frömmigkeit allgemein hohe Achtung genoß, stand als Pädagog zu jener Zeit in ausgezeichnetem Rufe und verdiente eine ausführlichere Behandlung.

Oertel (Georg Christoph), Vita G. Sarganecii rectoris (Norimb. 1764, 4°.), eine deutsche Uebersetzung besorgte Johann David Wechsler (Lindau 1765, 8°.) [auch erschien seine Biographie nebst der Leichenrede auf Martini, einem Leichengedichte des Abtes Steinmetz und seines theuren Freundes Muthmann zu Halle 1743; ist aber bereits sehr selten]. – Leuschneri Specilegium vicesimum primum ad Cunradi Silesiam togatam. – Moser’s Beiträge zu einem Lexikon der jetzt lebenden luther. und reform. Theologen, Theil II, S. 919.