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BLKÖ:Saiz, Franz

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Band: 28 (1874), ab Seite: 85. (Quelle)
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Saiz, Franz (Bildhauer, Zeitgenoß). Slovene von Abstammung, ist er zu Neuoßlitz in Krain geboren. Die Zeit seiner Geburt ist nicht bekannt, doch möchte er noch in jungen Jahren sein. Seine Eltern sind schlichte Landleute und der Sohn erhielt nur die nothdürftigste Ausbildung, namentlich im Gebiete der der Kunst, für welche es im Lande Krain nur in Laibach eine mit dem Primitivsten ausgestattete Zeichenschule gibt. Von einem inneren Drange getrieben, griff Franz zum Wanderstabe und pilgerte zuerst nach Wien; wie lange er dort geblieben, ist nicht bekannt. Von Wien ging er nach München. In beiden Städten haben ihn, wie die kargen Nachrichten, die von ihm melden, mittheilen, vor Allen die Meisterwerke eines Canova und Thorwaldsen, diesen Koryphäen zweier Richtungen einer Kunst, gefesselt und hatte er sich in das Studium derselben vertieft. Wann er in seine Heimat zurückgekehrt, ist auch nicht bekannt, aber bereits längere Zeit hatte er verschiedene Arbeiten, Statuen für Kirchen u. dgl. m., aus welchen ein nicht gewöhnliches Kunsttalent sprach, geliefert, ohne jedoch eine Aufmerksamkeit in weiteren Kreisen wachgerufen zu haben. Erst sein im Jahre 1859 vollendetes Monument des Laibacher Bischofs Anton Alois Wolf, dieses Kirchenfürsten, der es verstanden hatte, dem Ausschreiten des slovenischen Clerus, der in Tagen, in welchen der einzelne Priester es wagt, Ungehorsam gegen die gesetzmäßige Obrigkeit zu predigen, eines energischen Oberhauptes bedarf, mit Würde und Erfolg entgegenzutreten, erst dieses Kunstwerk begründete [86] den Ruf des talentvollen Künstlers. Die überlebensgroße Büste, 2 Schuh 6 Zoll hoch und 2 Schuh 5 Zoll breit, ist aus reinstem carrarischem Marmor mit größter Sorgfalt gemeißelt. Die Ausführung des ganzen Werkes ist tadellos, als besonders gelungen aber erscheint der Kopf, der in allen Theilen die größte Aehnlichkeit zeigt und in den edlen Zügen den Ernst, die Milde und kirchliche Würde, welche dem Verewigten in so seltener Harmonie eigen waren, wiedergibt.

Zeitgenossen. Almanach für das Jahr 1863 (Gratz, Eduard Trigler, kl. 8°.) S. 252. – Kleines biographisches Lexikon, enthaltend Lebensskizzen hervorragender, um die Kirche verdienter Männer (Znaim 1862, Lenck, S. 244.