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BLKÖ:Rubczyński, Martin

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Rozycki, Samuel
Band: 27 (1874), ab Seite: 198. (Quelle)
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Rubczyński, Martin (gelehrter Karmelitermönch, geb. in Galizien in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts, gest. zu Lemberg im Jahre 1793). In dem Karmeliterorden, in welchen er jung eingetreten und die theologischen Studien beendet hatte, lebte er in den Klöstern desselben zu Berdyczow, Luck, Krakau und Lemberg, in welch letzterem er das Zeitliche segnete. Er galt zu seiner Zeit als hervorragender Theolog und großer Kanzelredner. Als theologischer Schriftsteller ungemein fruchtbar, hat er zahlreiche Schriften ascetischen, dogmatischen, vornehmlich aber homiletischen Inhalts herausgegeben, von denen hier nur einige der bedeutenderen angeführt werden, als: „Żywot wielebnego Serio“, d. i. Leben des hochw. Serio (Lemberg 1745, 4°.); – „Męka i śmierć Pana naszego Jezusa [199] Chrystusa na czterdzieści medytacyi podzielona“, d. i. Leben und Sterben unsers Herrn Jesus Chrystus, auf 40 Betrachtungen abgetheilt (ebd. 1759; neue Aufl. 1784, 4°.); – „Ofiara sprawiedliwosci ....“, d. i. Opfer der Ehrlichkeit u. s. w. (Berdyczow 1763, 4°.); – „Głos Pana albo Rekollekcyje“, d. i. Die Stimme des Herrn oder Recollectionen (ebd. 1768); – „Pamięć chrzescijańska na ostatni dzien życia“, d. i. Christliches Gedächtniß auf den letzten Tag des Lebens (Krakau o. J.); – „Okrąg mądrości i pobożności“, d. i. Umriß der Klugheit und Frömmigkeit (o. O. 1774, 4°.); unter neuem Titel: „Kościól Chrystusów wojujący“, d. i. Die streitende Kirche der Christen (Berdyczow 1777), u. v. a. Lauter Schriften, welche bestimmt waren, die Seelen der Leser unter dem geistlichen Banne des Mysticismus gefesselt zu halten und jeden freieren Aufschwung der Geister von vornherein zu lähmen, aus welcher verkehrten Richtung des menschlichen Geistes der Schneckengang der menschlichen Cultur im 18. und auch noch – zur Schande sei es gesagt – im erleuchteten 19. Jahrhunderte erklärt werden. R. und Consorten sind so recht Repräsentanten jenes todten Wissens, das sich wie Mehlthau auf den Baum der menschlichen Erkenntniß legt.

Encyklopedija powszechna, d. i. Allgemeine Encyklopädie (Warschau 1864, S. Orgelbrand, gr. 8°.) Bd. XXII, S. 447.