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BLKÖ:Rothkirch und Panthen, die Herren und Grafen von, Genealogie

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
korrigiert
Band: 27 (1874), ab Seite: 106. (Quelle)
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Zur Genealogie der Herren und Grafen von Rothkirch. Die Rothkirch, noch heute in zwei Hauptlinien, den Rothkirch-Panthen und Rothkirch-Trach blühend, gehören zu den ältesten Familien des schlesischen Adels und schon in der Wahlstädter Schlacht bei Liegnitz gegen die Mongolen erscheint ihr Name – freilich mehr sagenhaft als historisch – aber immer in einer Weise, welche nur den Glanz des Namens steigert. Die Rothkirch zählen zu den mit dem geflügelten Worte: „Die Vettern von Wahlstadt“ bezeichneten [107] fünf schlesischen Adelsfamilien, nämlich der von Prittwitz, Seydlitz, Zedlitz, Strachwitz und Rothkirch. Die Geschichte nennt urkundlich als Begleiter des bärtigen Heinrich nur den Ritter Zedlitz, der mit 16 Wunden vom Schlachtfelde getragen wurde; die Familientradition, die, wenn auch für den Historiker von geringem Belang, um so treuer und wärmer aber in den Familien gehegt und gepflegt, erzählt von 33 gefallenen Rothkirch und einer Vernichtung sämmtlicher Vertreter der obgenannten Geschlechter bis auf fünf aus der Schlacht geretteter, letzte und einzige Repräsentanten jener schon damals durch Alter und Waffenruhm bekannten Familien. Von diesen fünf Rittern meldet nun die Sage, daß sie, von ihren Wunden geheilt, am Jahrestage der Schlacht auf dem Blachfelde sich vereint und daselbst in dankbarer Erinnerung an ihre wunderbare Errettung eine immerwährende Erbverbrüderung geschlossen und mit einander ausgemacht hätten, sich für alle Zeiten Verwandte und „Vettern von Wahlstadt“ zu nennen, welcher Bestimmung die Nachkommen der benannten Geschlechter bis auf die Gegenwart treu geblieben sind. Ueber die Theilnahme des einzig überlebenden Rothkirch an dieser Erbverbrüderung berichtet die Tradition ferner: daß der überlebende Rothkirch – am Tage der Schlacht geboren – in der Wiege gelegen und an seiner Wiege von den vorbenannten Vettern zur Feier seines Geburtstages jener Vertrag geschlossen und das Kind in denselben mit aufgenommen worden sei. Ferner erzählt die Sage, daß der letzte Rothkirch ein gelehrter Mönch im Kloster St. Gallen gewesen, der auf die Kunde von dem Untergange seines Geschlechtes mit päpstlicher Dispens sein Kloster verlassen und somit Stammvater aller lebenden Rothkirch’s geworden sei. Von den lieblichen und poetischen Sagen zur Geschichte übergehend, verzeichnen wir, daß die Rothkirch, wie schon in früheren Jahrhunderten, so in unserer Zeit nicht nur den Ruhm ihres Hauses erhalten, sondern wirklich auch, wie zumeist die Grafen Leonhard und Leopold [siehe ihre Lebensskizzen S. 108 u. 112], gewahrt haben. Die Familie besitzt den böhmischen, den erbländisch-österreichischen und den preußischen Freiherrn- und Grafenstand. Das böhmische Freiherrn-Diplom datirt vom 18. Juli 1662, welches dem kaiserlichen Rittmeister und königlichen Mannrechtsbesitzer der Fürstenthümer Jauer und Schweidnitz, Hans Christoph v. Rothkirch, verliehen wurde; das preußische Freiherrn-Diplom erhielt am 4. März 1757 Johann Friedrich von Rothkirch, herzoglich sachsen-altenburgischer Kanzler, der von seinem Schwiegervater und Schwager Wenzel Freiherrn von [108] Trach adoptirt worden und später herzogl. württembergischer Geheimrath war; er verband mit seinem Namen Rothkirch nun jenen seines Adoptivvaters Trach und vereinigte das Rothkirch’sche Wappen mit dem Trach’schen. Den österreichischen Grafenstand erhielten mit kaiserlichem Diplom ddo. 22. Jänner 1826 die beiden Brüder und österreichischen Generale Leonhard und Leopold Freiherren von Rothkirch. Von einer Grafenstand-Erhebung des dritten Bruders Franz Seraph, wie das „Neue allgemeine deutsche Adels-Lexikon“ von Prof. Dr. Ernst H. Kneschke, Bd. VII, S. 603, und andere Quellen melden, steht im Grafenstands-Diplome, welches mir im Original vorliegt, auch nicht eine Sylbe. Ein anderes preußisches Freiherrn-Diplom wurde mit 7. December 1839 einem Friedrich Karl Heinrich von Rothkirch und Panthen und ein preußisches Grafen-Diplom mit 18. October 1861 dem Freiherrn Edwin von Rothkirch-Trach und dessen Oheim Leopold von Rothkirch-Trach ausgefertigt. Die Familie blüht noch in gräflichen und freiherrlichen Linien. Von der Linie Rothkirch-Panthen blieb ein Theil, nachdem ein Stück Schlesiens an Preußen gelangte, in Oesterreich, wo, wie bereits bemerkt worden, die beiden Brüder Leonhard und Leopold den Grafenstand erlangten. Da für dieses Lexikon nur die österreichischen Grafen Rothkirch-Panthen Bedeutung haben, wird auch nur die Stammtafel dieser gräflichen Linie S. 107 mitgetheilt. Beide Brüder, Leonhard und Leopold, haben Nachkommen hinterlassen. Jene des Grafen Leopold sind mit dem Sohne desselben. dem Grafen Karl, erloschen. Hingegen jene des Grafen Leonhard blühen in mehreren Söhnen und Töchtern [vergleiche die Stammtafel] fort. Der eine von den Söhnen, Graf Lothar (geb. 12. November 1822), widmete sich dem Militärdienste, war im Jahre 1866 bereits General und commandirte im preußisch-österreichischen Kriege eine Brigade im 8., von Erzherzog Leopold befehligten Armeecorps, welches bei Skalitz (28. bis 30. Juni) mit großer, leider erfolgloser Bravour gegen das preußische Corps des Generals Steinmetz kämpfte. Des Grafen Lothar Schwester Leonhardine ist (seit 3. August 1861) mit dem österreichischen Admiral Bernhard Freiherrn von Wüllerstorf-Urbair vermält.

Wappen der österreichischen Grafen Rothkirch-Panthen. In Gold drei goldgekrönte linkssehende schwarze Adlerköpfe mit offenen Schnäbeln und rothausgeschlagenen Zungen, zwei über einen gestellt. Auf dem Schilde ruht die Grafenkrone, auf welcher sich ein gekrönter, in’s Visir gestellter Turnierhelm erhebt. Aus der Krone des Helms wächst ein dem im Schilde beschriebenen ähnlicher Adlerköpf. Die Helmdecken sind schwarz, mit Gold unterlegt. Schildhalter: Zwei geharnischte Männer mit rothbebuschten Pikelhauben, mit der einen Hand den Schild anfassend, die andere in die Seite stemmend.

Stammtafel der Grafen Rothkirch-Panthen
(österreichischer Zweig).
N. N. Rothkirch.
Freiin von Wallbrun.
N. N.
gefallen im siebenj. Kriege.
N. N.
gefallen im siebenj. Kriege.
N. N.
k. k. Major.
Leonhard [S. 108]
1826 Graf,
geb. 6. November
1773,
† 10. Juni
1842.
Juliane Charlotte
Freiin
Rothkirch-Trach
geb. 26. Juni
1790.
Leopold
1826 Graf [S. 112]
geb. 1. Februar 1769,
29. März 1839.
Maria Anna Gräfin Pötting-Persing

Karl Leopold [S. 105]
geb. 2. December 1807,
+ 31. März 1870.
Barbara Gräfin Sweerts-Spork
geb. 9. Februar 1810.
Franz Seraph
geb. 1780, †.
Ferdinand
geb. 11. April
1814.
Natalie
geb. 25. Jänner
1816, †,
vm. August Freih. Herzogenburg- Peccoduc.
Julie
geb. 12. Juni
1818, †,
Prager
Stiftsdame.
Leonhardine
geb. 31. Juli 1820,
vm. Bernhard Freih.
von Wüllerstorf-
Urbair.
Lothar
geb. 12. März
1822.
Angelica Elisabeth
Lady Lacy.