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BLKÖ:Roschmann-Hörburg, Anton Leopold (II.) Ritter von

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Band: 26 (1874), ab Seite: 352. (Quelle)
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Roschmann-Hörburg, Anton Leopold (II.) Ritter von (Unterintendant der Landesvertheidigung in Tirol im Jahre 1809, geb. zu Innsbruck 26. December 1777, gest. zu Wien 11. Mai 1830). Ein Sohn des St. Pöltener Kreishauptmanns Anton Leopold (I.), trat nach beendeten Studien am 27. September 1800 in den kaiserlichen Staatsdienst. Im Jahre 1809 leitete er als Unterindentant die Landesvertheidigung im Unterinnthale Tirols, wurde bei dieser Gelegenheit verwundet und verließ Tirol erst, als nach dem Friedensschlusse das Land nicht mehr zu halten war. Der Feind hatte auf seinen Kopf damals den Preis von 3000 Ducaten gesetzt. Im Jahre 1813, schreibt sein Biograph, der Geschichtsforscher von Bergmann, „erwarb sich Roschmann um Kaiser und Vaterland mit seltener Selbstverleugnung außerordentliche Verdienste, welche näher zu berühren hier weder an der Zeit noch am Orte ist“. Sollten darunter seine Verdienste gemeint sein, welche Dr. Vehse in der unten angeführten Quelle ausführlich darstellt? Auch hier werden dieselben nicht mitgetheilt, weil Dr. Vehse unter allen Umständen eine anrüchige Quelle bleibt und nur dadurch einigen Werth behält, daß er auf längst vergessene Memoiren und Berichte die Aufmerksamkeit lenkt und der Panegyrik in der bisherigen Geschichtsforschung einigermaßen eine Schranke setzte. Es ist also sehr zu bedauern, daß der Historiker und gründliche Forscher Bergmann eben in diesem Falle einer Forschung ausweicht, die [353] durch seine Darstellung in das richtige Licht hätte gesetzt werden können. Im genannten Jahre 1813 wurde R. zum Ober-Landescommissär in Tirol ernannt, organisirte und leitete die Tiroler Landesvertheidigung, bis er in die Lage kam, das Land als Repräsentant seines Kaisers von der kön. bayerischen Regierung zu übernehmen, worauf er daselbst eine Reihe von Organisirungsarbeiten durchführte, welche nur als Provisorien gemeint waren, sich aber so sehr bewährten, daß sie größtentheils bis in die neueste Zeit in Geltung blieben. Im Jahre 1815 wurde R. zum Oberintendanten der kaiserlichen Armee in Italien und nach dem Einrücken der vereinigten Armeen in Frankreich zum Gouverneur des südöstlichen Theiles von Frankreich mit dem Sitze zu Lyon ernannt. In der Folge wurde R. Hofrath bei der vereinigten Hofkanzlei in Wien, suchte aber im Jahre 1819 wegen geschwächter Gesundheit um Versetzung in den bleibenden Ruhestand an, der ihm auch ertheilt wurde. Für seine Verdienste wurde er mit dem goldenen Civil-Ehrenkreuze und dem Ritterkreuze des Leopold-Ordens ausgezeichnet. R. erwarb die Herrschaft Ottenschlag in Niederösterreich und wurde in Folge dessen unter die neuen Geschlechter der niederösterreichischen Landstände aufgenommen. Er starb an wiederholten Schlaganfällen in Wien im Alter von 52 Jahren. R. war auch ein Münzensammler und besaß eine Universalsammlung von Thalern und Medaillen, in welcher sich viele auserlesene, vornehmlich österreichische Stücke befanden. In seiner letzten Krankheit, kurz vor seinem Ableben, verkaufte er die ganze Sammlung an den Münzhändler Joseph Oberndörffer, den er auch aus Ansbach nach Wien zu diesem Zwecke hatte kommen lassen. R. war mit Anna, Tochter des k. k. Hofrathes und Autographen-Sammlers Karl Roner von Ehrenwerth[WS 1] [siehe S. 332 dies. Bds.] (gest. zu Wien 9. Februar 1847), verheirathet, aus welcher Ehe ein Sohn Karl entstammt.

Wiener Zeitung 1830, 30. Mai, S. 570. – Vehse (Eduard Dr.), Geschichte des österreichischen Hofs und Adels und der österreichischen Diplomatie (Hamburg, Hoffmann u. Campe, kl. 8°.) Bd. X, S. 134 u. 135. – Sitzungsberichte der kaiserlichen Akademie der Wissenschaften philos. histor. Classe (Wien, 8°.) Bd. XLI, S. 41.

Anmerkungen (Wikisource)

  1. Vorlage: Alois Roner von Ehrenwerth.