Zum Inhalt springen

BLKÖ:Rodakowski, Heinrich

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
korrigiert
<<<Vorheriger
Rockert
Nächster>>>
Roder, Alois
Band: 26 (1874), ab Seite: 218. (Quelle)
[[| bei Wikisource]]
Henryk Rodakowski in der Wikipedia
Henryk Rodakowski in Wikidata
GND-Eintrag: 124318436, SeeAlso
Dieser Text wurde anhand der angegebenen Quelle einmal Korrektur gelesen. Die Schreibweise sollte dem Originaltext folgen. Es ist noch ein weiterer Korrekturdurchgang nötig.
Linkvorlage für Wikipedia 
* {{BLKÖ|Rodakowski, Heinrich|26|218|}}

Rodakowski, Heinrich (Maler, geb. zu Lemberg im Jahre 1823). Die unteren Schulen, das Gymnasium und die philosophischen Studien beendete er in seiner Vaterstadt, dann begab er sich nach Wien, um dort die Rechte zu studiren; im Jahre 1846 ging er aber, um seiner künstlerischen Neigung zu folgen, nach Paris, wo er im Atelier des berühmten Leon Cogniet sich in der Malerkunst ausbildete. In die Oeffentlichkeit trat er zum ersten Male mit einem [219] Bildnisse des polnischen Generals Dembiński, wofür er mit der Preismedaille ausgezeichnet wurde. Er verlegte sich vornehmlich auf die Porträtmalerei und von seinen Arbeiten sind, mit Uebergehung zahlreicher Porträte von Privaten, anzuführen: die Bildnisse der historischen Persönlichkeiten Adam Mickiewicz, Fürst A. Czartoryski und das auf der Weltausstellung 1855 ungemein vortheilhaft gewürdigte von Fr. Villot. Auch das Porträt seiner Mutter fand in den Pariser Journalen Constitutionnel, Journal des Débats, la Presse, la Patrie, Revue contemporaine, l’Artiste, Revue de beaux arts, Revue de Paris und in der Brüsseler Indépendance belge von Seite der bewährtesten Kunstkritiker Frankreichs, wie von Merimée, de Beaumont, Theophil Gautier, Arnoux u. A., ungetheilte ehrenvollste Anerkennung: nicht nur wurde das Bild mit Werken seines eigenen Meisters Cogniet, mit Bildnissen von Gallait und Van Dyk verglichen, sondern ihm eine in unserer Zeit seltene Meisterschaft in der Pinselführung, die auch das kleinste Detail gleich vollendet behandelt, zuerkannt. Auch im Genre- und im Historienfache hat R. tüchtige Arbeiten geliefert, so wurden in erster Richtung seine „Galizischen Landleute in der Kirche“ (1857), in letzterer seine „Schlacht bei Choczym“, mit welchem Gemälde R. den Sieg der Polen über die Türken am 11. November 1673 verherrlichte, hervorgehoben. Im Jahre 1861 stellte er in Paris ein anderes historisches Gemälde aus, darstellend den von einer Jagd nach seiner Behausung rückkehrenden König Sobieski, dem sich eben der Botschafter aus dem von den Türken belagerten Wien nähert, um ihn zur Hilfe gegen die Belagerer aufzufordern. Er erhielt bei dieser Gelegenheit den Orden der Ehrenlegion. In den Wiener Ausstellungen waren von dem Künstler bisher nur im österreichischen Kunstverein im Juni 1864 ein Porträt und in der Weltausstellung 1873 drei Porträte und das Gemälde: „Ein Prediger“ (4000 fl.) zu sehen. R. lebt und arbeitet in Paris. Die „Neue freie Presse“ führt Rodakowski in einem Aufsatze über „Oesterreichische Künstler im Auslande“ neben Steinle und Schwind, dann neben Jaroslaw Czermak, Koller, v. Thoren, Dall’Acqua u. A. als einen von jenen Künstlern auf, „auf die ein jedes Land stolz zu sein Ursache hätte“.

Kataloge der Monats-Ausstellungen des österreichischen Kunstvereins, 1864, Juni Nr. 29. – Dziennik literacki, d. i. Literarisches Tageblatt (Lemberg, 4°.) 1853, Nr. 12, S. 95. – Neue freie Presse (Wiener polit. Blatt) 1865, Nr. 128, im Kunstblatt des Abendblattes im Aufsatze: „Oesterreichische Künstler im Auslande“.