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BLKÖ:Rimmer, Joseph

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Rimmer, Albert
Band: 26 (1874), ab Seite: 160. (Quelle)
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Rimmer, Joseph (k. k. Hauptmann, geb. zu Prag im Jahre 1814, gest. zu Gratz 13. Juli 1864). Sein Vater war zuletzt pensionirter Artillerie-Major und allem Anscheine nach möchte Hauptmann Joseph Rimmer ein Bruder Albert R.’s [s. d. Vorigen] sein. Nach beendeten philosophischen Studien trat R. bei der Artillerie ein, wurde im Mai 1846 Feuerwerker im Bombardiercorps und kam nach Verona. [161] Als dort im Jahre 1848 die Revolution ausbrach, erhielt er das Commando des Fortes Biondelli, später jenes des Fortes Simeone und kam im Juni g. J. als Oberfeuerwerker zur Cavallerie-Batterie Nr. 3. Die nun sich folgenden kriegeririschen Ereignisse gaben R. bald Gelegenheit, Muth und Umsicht glänzend zu erproben, zuerst bei Valleggio am 25. Juli, wo er auf den Feind traf, der ihn im Anbeginn mit vier Sechspfündern wirksam beschoß. Als er aber darauf eine rückgängige Bewegung machte, eilte ihm R. mit seinem Geschütze nach und überschüttete nun die an 10.000 Mann starke feindliche Reserve, die vor seinen Blicken auf der vorliegenden Ebene aufgestellt war, mit einem so wirksamen Feuer, daß sofort zwei Stabsofficiere fielen und die feindlichen Abtheilungen in wilder Flucht bis Villafranca sich zurückzogen. Am 6. Jänner 1849 wurde R., der inzwischen – am 1. December 1848 – zum Lieutenant im 4. Artillerie-Regimente befördert und bei demselben in Gratz eingerückt war, für seine ausgezeichnete Waffenthat nach der Kirchenparade Angesichts der Mannschaft mit der goldenen Tapferkeitsmedaille decorirt. Bei Ausbruch des Krieges in Ungarn wohnte R. den Gefechten bei Moussourin, Villovo, Kács, Neusatz, O’Becse, der Einnahme von Perlaß bei, und that sich mit seiner Batterie so hervor, daß ihn Banus Jellačić durch öffentliche, Anerkennung ehrte. Besonders wieder zeichnete er sich bei Hegyes, am 14. Juli 1849, aus, wo er zwei Stunden lang im heftigsten Kleingewehrfeuer Stand hielt, zwei feindliche Batterien zum Weichen brachte und den Rückzug unserer Truppen durch seine Kartätschenschüsse schützte, mit denen er die über die Schanze bei Verbösz ungestüm[WS 1] vordringenden Ungarn im weiteren Vordringen aufhielt. R. wurde für diese Waffenthat die ah. Zufriedenheit zu erkennen gegeben, bald darauf zum Oberlieutenant befördert und ihm im September d. J. „für sein tapferes und umsichtiges Benehmen vor dem Feinde“ der Orden der eisernen Krone 3. Classe zuerkannt. Im Juni 1860 wurde R. zum Artilleriehauptmann 1. Classe befördert, trat aber im October 1861 in den Ruhestand und starb drei Jahre später im Alter von 50 Jahren.

Tagespost (Gratzer politisches Blatt) 1864, Nr. 171: „Hauptmann J. Rimmer“. – Oesterreichischer Militär-Kalender, herausg. von J. Hirtenfeld (Wien, kl. 8°.) XVI. Jahrg. (1865), S. 163.

Anmerkungen (Wikisource)

  1. Vorlage: ungegestüm.