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BLKÖ:Riesch, Johann Sigmund Graf

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Riepl, Franz X.
Band: 26 (1874), ab Seite: 141. (Quelle)
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Riesch, Johann Sigmund Graf (k. k. General der Cavallerie und Ritter des Maria Theresien-Ordens, geb. zu Wien 2. August 1750, gest. zu Neschwitz in Sachsen 2. November 1821). Aus einem alten Zürcher Patriziergeschlechte stammend, das sich später nach Kursachsen wendete und dort hohe Würden und Aemter bekleidete, ist Johann Sigmund ein Sohn des Freiherrn Wolfgang von Riesch, k. k. Rathes und kursächsisch geheimen Rathes aus dessen Ehe mit Helena d’Orville. Nachdem Johann Sigmund eine sorgfältige Erziehung erhalten und in kursächsische Kriegsdienste getreten war, verließ er dieselben im Jahre 1773 als Oberlieutenant und trat in gleicher Charge in das k. k. 1. Chevauxlegers-Regiment ein. Mit demselben machte er den bayerischen Erbfolgekrieg als Rittmeister und den Türkenkrieg 1788 bis 1790 bereits als Oberst im 5. Kürassier-Regimente, damals Herzog von Nassau, mit. In diesem letzteren warf er am 18. October 1788 mit einer Abtheilung seiner Kürassiere bei Bohatsch im Banate eine überlegene Zahl Spahis, welche unsere Vorpostenkette überrascht und bereits versprengt hatten und das Infanterie-Regiment [142] Wallis bedrohten, mit starkem Verluste ihrer Seits zurück. In den französischen Kriegen wird sein Name oft ruhmvoll genannt. So entschied er am 18. März 1793 durch einen glänzenden Reiterangriff das für uns siegreiche Treffen bei Tirlemont und wurde im Mai d. J. in Anerkennung seiner Waffenthat in den österreichischen Grafenstand erhoben, nachdem sein Bruder Isaak Wolfgang denselben schon das Jahr vorher (18. Juni 1792) von dem kursächsischen Reichsvicariate erhalten hatte. Auch rückte er bald darauf zum General-Major vor, als welcher er bei Maubeuge am 21. Mai 1794 mit dem Dragoner-Regimente Kinsky durch die stärkeren Feindesmassen sich durchschlug. Zu Anbeginn des Jahres 1796 rückte R. zum Feldmarschall-Lieutenant vor. Bei Bierbach am 18. April 1797, als das Corps des Generals Kray, völlig geschlagen, in ordnungsloser Flucht begriffen war, rettete Graf R. durch seine umsichtigen und entschlossenen Dispositionen Truppen, Gepäck, Geschütz, Munition, Laufbrücken, die starke Reserve-Artillerie u. s. w. Seine damalige, von dem Erzherzog Karl unterstützte Bewerbung um den Maria Theresien-Orden blieb erfolglos, hingegen erfocht sich der Graf dieses höchste Ehrenzeichen der kais. Armee an dem blutigen Tage bei Stockach, am 23. Mai 1799. Der Graf hatte durch einen von ihm vorgeschlagenen und angeführten Angriff mit den beiden, seiner Division unterstehenden Kürassier-Regimentern Nassau und Mack um halb 6 Uhr Abends die unter dem Befehle des Generals Hautpolt stehende französische Reiterei angegriffen, vollends geschlagen, bis Liptingen zurückgeworfen und so den Sieg des Tages für die Unseren entschieden. Außer vielen, auf der Wahlstatt gebliebenen Todten wurden 11 Officiere und 200 Mann gefangen und alle Anstalten des Feindes, das Schlachtfeld zu behaupten, vereitelt. In der 66. Promotion (vom 18. August 1801) nach dem Luneviller Frieden, wurde dem Grafen für diese Waffenthat das Maria Theresienkreuz zuerkannt. Im Jahre 1805 befehligte der Graf das Centrum der kaiserlichen Armee in Deutschland, kämpfte bei Elchingen und machte – leider vergeblich – energische Vorstellungen, um die Gefahr von Ulm abzuwenden. Im September 1808 wurde er zum General der Cavallerie ernannt und erhielt das General-Commando in Böhmen, wo er während des Krieges 1809 die Reserve-Armee – 60.000 Mann, meist Landwehr – befehligte. Im September des folgenden Jahres trat er in den Ruhestand, den er noch eilf Jahre genoß, bis er im Alter von 71 Jahren starb. Der Graf Johann Sigmund war seit 1792 mit Theresia Josephine Gräfin Koháry (geb. 26. Juni 1767, gest. 18. Juli 1803) vermält; übernahm im Jahre 1810 das von seinem Bruder, dem Grafen Isaak Wolfgang (gest. 1810) am 5. März 1800 aus den Gütern Neschwitz, Holscha, Milkwitz, Uebigau u. s. w. gestiftete Familien-Fideicommiß, da Graf Isaak Wolfgang keine Nachkommen hinterlassen hatte. Im Jahre 1812 schritt Graf Johann Sigmund zur zweiten Ehe mit Amalie von Schönberg aus dem Hause Luga und erwarb im Jahre 1820 das Allodial-Rittergut Schmachtitz[WS 1]. Aus der ersten Ehe stammt Graf Joseph Franz [s. d. Folgenden).

Hirtenfeld (J.), Der Militär-Maria Theresien-Orden und seine Mitglieder (Wien 1857, Staatsdruckerei, kl. 4°.) S. 631 u. 1743. –

Anmerkungen (Wikisource)

  1. Schmochtitz in der Wikipedia.