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BLKÖ:Remekházy, Josephine Freiin

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Remedelli, Dionis
Band: 25 (1873), ab Seite: 275. (Quelle)
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Remekházy, Josephine Freiin (Schriftstellerin, geb. zu Wien 13. November 1809). Sie stammt aus der reichsfreiherrlichen Familie Dietrich zu Landsee und verlebte eine glückliche Jugend. Bei dem vorherrschenden Hange zur Einsamkeit, der durch den frühen Tod ihres Vaters – er starb, als sie erst sechs Jahre zählte – nur noch mehr genährt wurde, entwickelten sich ihre geistigen Fähigkeiten nur um so mehr, als sie mit nicht gewöhnlichen Talenten, mit einer außerordentlichen Neigung für speculative Studien und einem vortrefflichen Gedächtnisse begabt war. Ihr Lehrer war der im Jahre 1839 in Gräfenberg verstorbene, in Oberösterreich als Poet bekannte Othmar Berndl. Sie lernte ungemein leicht, eignete sich Sprachen an und versuchte sich frühzeitig in kleineren Arbeiten, welche in der Bäuerle’schen „Theater-Zeitung“ und in einem von Wertheim – der sich später Ferdinand Maria Malven nannte – herausgegebenen Blättchen abgedruckt erschienen. Ihre Liebe für Kunst und Wissenschaft fand im Umgange mit dem bekannten Sammler Johann Ferdinand Ritter von Schönfeld reichliche Nahrung. Dieser nämlich hatte die berühmte Rudolphische Schatzkammer in Prag käuflich an sich gebracht und ihre Curiositäten mit noch anderen, die er schon früher gesammelt, in Wien in demselben Hause aufgestellt, in welchem Josephine Baronin Dietrich wohnte, welche als Kind mit dem damals im Greisenalter stehenden Sammler viel verkehrte. Im November 1834 vermälte sich Josephine mit dem nachmaligen Hofrathe des obersten Gerichtshofes, Joseph Freiherrn von Remekházy zu Gurahoncz (geb. 12. März 1803, gest. 28. December 1864). Unglücksfälle in der Familie – der Tod hatte in kurzer Zeit mehrere Angehörige der Familie ihres Gatten hinweggerafft, sie selbst binnen Kurzem drei Kinder und eine geliebte Schwester durch den Tod verloren – hatten auf ihr Schaffen und Empfinden tief eingewirkt und sie mit unsanfter Hand aus dem Reiche der Phantasie in die traurige Wirklichkeit versetzt. Ihr Schaffenstrieb wurde, wenn nicht geradezu gelähmt, doch wesentlich beeinträchtigt, denn seit dieser Zeit schrieb sie außer einigen kleinen Arbeiten, und diese meist für humane Zwecke, gar nichts mehr. Von ihr sind im Drucke erschienen: „Phantasieblumen. Novellen“, 2 Bde. (Leipzig 1839, Kollmann, 8°.); – „Novellen“, 3 Bde. (ebd. 1837, Kollmann, gr. 8°.); – „Feldblumen. Mit 16 Vignetten, gezeichnet von Th. Alconiere, in Holz geschnitten von Blasius Höfel“ (Wien 1841, Ignaz Klang, gr. 8°.), eine Sammlung von Gedichten, deren mehrere der zu früh hingeschiedene Componist Hackel [Bd. VII, S. 156], Anselm Hüttenbrenner [Bd. IX, S. 406], Schwarzenberg, Tsukly in Musik gesetzt haben. Für [276] Hackel schrieb Freiin Remekházy auch einen Operntext, betitelt: „Graf Julian“, welcher die Eroberung Granada’s durch die Mauren und den Sturz Roderich’s zum Gegenstande hat und wovon Hackel auch die Hälfte bereits componirt hatte, jedoch wurden nach seinem Tode weder Composition noch Libretto im Nachlasse gefunden. Eine ihrer kleineren Novellen hat Ljudevit Gay in’s Serbische übersetzt. – Von fünf Kindern ihrer Ehe ist nur eine Tochter Anna am Leben. Ein Sohn Otto (geb. 29. August 1835), k. k. Oberlieutenant in der Armee, starb um das Jahr 1862. Die Tochter Anna (geb. 30. Mai 1848) ist (seit 16. August 1865) mit Gustav von Dürfeld zu Wels und Leuenburg, k. k. Rittmeister, vermält.

Oesterreichischer Zuschauer, herausg. von J. S. Ebersberg (Wien, 8°.) Jahrg 1837, S. 1329. –