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BLKÖ:Raymundi, Lorenz chevalier

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Razga, Paul
Band: 25 (1873), ab Seite: 75. (Quelle)
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Raymundi, Lorenz chevalier (k. k. Oberstlieutenant und Ritter des Maria Theresien-Ordens, geb. zu Finale im Genuesischen im Jahre 1742, gest. ebenda 3. September 1827). Trat im J. 1771 als Fähnrich in das kaiserliche Infanterie-Regiment Nr. 49. Den Türkenkrieg 1788–1790 machte er als Hauptmann mit. In den Kriegen gegen Frankreich commandirte er bereits als Major ein Bataillon. Im Feldzuge des Jahres 1796 erkämpfte er sich bei Kandern am 24. October das Ritterkreuz des Maria Theresien-Ordens. Am genannten Tage war der General Nauendorf bei Tagesanbruch in der Tags vorher behaupteten Stellung bei Sitzenkirchen von dem Feinde erneuert angegriffen worden. Nach langem Kampfe und indem der Erfolg desselben von einer Seite zur anderen schwankte, wurden endlich die Franzosen geworfen. Nachdem diese neue Verstärkungen an sich gezogen, setzten sie sich in dem Orte Kandern und den rechts vorliegenden bewaldeten Anhöhen fest. Die nächste Aufgabe war nun, sie aus dieser Position zu verdrängen. General O’Reilly griff sie auf dem linken Flügel an, während General Merveldt gegen den rechten operirte. Auf dem linken war der Feind bald geworfen, auf dem rechten doch machten die immer wieder aus Sitzenkirchen dem Feinde zukommenden Verstärkungen den Kampf ungemein hartnäckig. Als Raymundi die Sachlage überblickte, rückte er sofort mit seinem Bataillon vor und unternahm einen so raschen und entschlossenen Angriff auf den Gegner, daß dieser von den Höhen und aus dem Orte Kandern geworfen und dadurch seine Hauptstellung bei Schliengen im Rücken genommen werden konnte. Die Folge dieses glücklichen Gefechtes war nicht unwesentlich, denn der Feind trat nun auf das Eiligste den Rückzug auf Bingen und bei Hüningen über den Rhein an. Raymundi wurde in diesem Gefechte schwer am Kopfe verwundet; erschien aber schon nach einigen Tagen wieder auf dem Kampfplatze. Neuerdings zeichnete er sich am 3. October d. J., und zwar bei der Abtragung der Brücke über die Isar, aus, als der Oberst Högel in seiner Vorposten-Aufstellung bei Kresing angegriffen und gedrückt wurde. Seines tapferen Verhaltens wegen nannte ihn [76] Feldzeugmeister Latour mit Auszeichnung in der Relation. Aber schon im nächsten Jahre war R. seiner schweren Wunden wegen genöthigt, in den Ruhestand zu treten, bei welcher Gelegenheit er den Oberstlieutenant-Charakter erhielt. Er erreichte trotz seiner Blessuren das hohe Alter von 85 Jahren.

Hirtenfeld (J.), Der Militär-Maria Theresien-Orden und seine Mitglieder (Wien 1857, Staatsdruckerei, kl. 4°.) S. 616 u. 1743.