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BLKÖ:Rauch, Ferdinand

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Rauch, Adrian
Band: 25 (1873), ab Seite: 33. (Quelle)
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Rauch, Ferdinand (Thiermaler, geb. zu Wien im ersten Jahrzehende des 19. Jahrhunderts). Er ist ein Bruder der beiden Maler Johann Nepomuk und Johann Joseph [siehe dieselben S. 36 u. 37] und widmete sich gleich ihnen der Kunst. Näheres über seinen Lebensgang ist nicht bekannt. Er bildete sich an der Wiener Kunstakademie, deren Ausstellungen bei St. Anna er seit dem. Jahre 1832 ziemlich fleißig beschickte. Seit dem Jahre 1844 begegnet man seinen Arbeiten nicht mehr in denselben. Nagler berichtet von ihm, „daß [34] er gleich seinen obgenannten Brüdern Landschaften mit Thieren male, u. z. mit vielem Beifalle. Seine Werke gehören zu den besseren ihrer Art“. Darauf beschränkt sich die Nagler’sche Notiz. Sein erstes Bild auf der Ausstellung bei St. Anna war ein „Cavallerist“, dann folgten, 1834: „Mondlandschaft“; – 1835: „Eine Kuh“; – „Ein Schweinhändler“; – „Bivouak österreichischer Cavalleristen“; – 1837: „Pferdestall im Wirthshause“; – „Siebenbürgische Schmiede“; – 1838: „Pferde in einem Stalle“; – „Tiroler Bauer, sein Pferd vor dem Wirthshause versorgend, nebst liegender Kuh“; – 1839: „Thierstück“; – „Ein Araber-Schimmel wird durch einen Griechen in den Stall geführt“; – „Ein Tiroler Bauer, auf dem Markte sein Mittagsbrot verzehrend“; – „Tiroler Bauern am Pfluge“; – 1840: „Pferd in einem Stalle“; – 1841: „Porträts von Pferden“ (Eigenthum des Herrn Grafen Hunyady); – 1844: „Thierstück“ (Eigenthum des Herrn Grafen von Blacas). Im Jahre 1843 meldeten die Frankl’schen „Sonntagsblätter“, daß der Künstler zu Pardubitz in Böhmen eine bleibende Stätte gefunden und dort für die k. k. Officiere hohen und höchsten Ranges vollauf zu thun habe. Er malte Pferdeporträte, die ihm mit 30 bis 40 Ducaten bezahlt wurden. Zu jener Zeit war er mit einem großen Tableau für den Fürsten Liechtenstein beschäftigt, auf welchem sämmtliche Mitglieder der 1843ger Saison – Menschen, Pferde und Hunde in Porträten – dargestellt waren. Wenn Herausgeber dieses Lexikons nicht irrt, sah er mehrere Arbeiten dieses Künstlers im fürstlich Liechtenstein’schen Schlosse Neulengbach in Niederösterreich, eine Stunde von Rekawinkel.

Frankl (Ludwig Aug. Dr.), Sonntagsblätter (Wien 8°.) II. Jahrg. (1843), S. 214: „Atelierschau“. – Nagler (G. K. Dr.), Neues allgemeines Künstler-Lexikon (München 1839, E. A. Fleischmann, 8°.) Bd. XII, S. 309. – Meyer (J.), Das große Conversations-Lexikon für die gebildeten Stände (Hildburghausen, Bibliographisches Institut, gr. 8°.) Zweite Abtheilg. Bd. V, S. 546, Nr. 9. – Kataloge der Jahres-Ausstellungen bei St. Anna in Wien, 1834, S. 18, Nr. 97; 1835, S. 14, Nr. 86; S. 17, Nr. 141; 1837, S. 23, Nr. 242 u. 243; 1838, S. 18, Nr. 185 u. 188; 1839, S. 19, Nr. 212; S. 20, Nr. 242; S. 22, Nr. 282; S. 23, Nr. 315 u. 316; 1840, S. 9, Nr. 20; 1841, S. 12, Nr. 68 u. 69.