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BLKÖ:Rainer Ritter von und zu Lindenbühel, Karl Mathias Barnabas

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Rainer, Erzherzog
Band: 24 (1872), ab Seite: 279. (Quelle)
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Rainer Ritter von und zu Lindenbühel, Karl Mathias Barnabas (k. k. Feldmarschall-Lieutenant, geb. [280] zu Bleiberg in Oberkärnthen 11. Juni 1783, gest. zu Gratz 16. März 1859). Aus einer alten, bereits im Jahre 1592 geadelten Familie. Trat 1792 in die Wiener-Neustädter Akademie, wo er neun Jahre den militärischen Studien oblag, kam im März 1801 als Fähnrich zu dem leichten Bataillon Greith und bald darauf in das Infanterie-Regiment Schröder Nr. 26, wo er in der Regimentsschule verwendet wurde. Im Jahre 1804 arbeitete[WS 1] R. unter Leitung des Oberstlieutenants Tomassich bei der Aufnahme der Provinz Istrien, wohin sein Regiment zum Cordon gegen das gelbe Fieber beordert worden war. Am 27. August 1805 wurde er Oberlieutenant im Generalstabe, und machte, in das Hauptquartier nach Padua berufen, die Schlacht bei Caldiero, die Gefechte bei Vicenza, an der Piave, am Tagliamento und Isonzo mit, kam dann in das Infanterie-Regiment Erzherzog Maximilian Nr. 35, mit welchem er der Schlacht bei Aspern beiwohnte. In der Schlacht bei Wagram am 5 und 6. Juli 1809 wurde er schwer am Kopfe verwundet und als todt auf dem Schlachtfelde liegen gelassen. Nach zurückgekehrtem Bewußtsein gelang es ihm, sein Regiment zu erreichen, worauf er noch am Treffen bei Znaim theilnahm. Nun wurde er Capitän, als solcher dem Generalstabe zugetheilt und bei der Aufnahme und Beschreibung der Gegend an der Waag und bei dem Baue des Brückenkopfes verwendet. Im Jahre 1813 rückte das Regiment wieder in’s Feld und R. kämpfte in der Sturmcolonne, welche die Flesche vor dem Moschinskischen Garten bei Dresden am 26. August 1813, zu nehmen den Auftrag hatte. Der Empfang der Colonne von Seite des Feindes war so mörderisch, daß außer mehreren Officieren, 81 Mann von der Compagnie des Hauptmanns Rainer todt auf dem Platze blieben. Nach der Schlacht rückte Rainer zum wirklichen Hauptmann vor. Im Jahre 1815 wohnte R. der Blockade von Gaëta und später jener der Festung Antibes bei. In der darauffolgenden Friedensepoche war R. 1819 als Geometer der Catastral-Vermessung in Triest zugetheilt, wurde 1820 Inspector und 1821 Unter-Director im Küstenlande. Unter seiner unmittelbaren Leitung wurde ein großer Theil des Fiumaner Kreises mit den quarnerischen Inseln Veglia, Cherso, Lussin, Sonsego, dann ein Theil von Istrien, das ganze Triester Gebiet und der Görzer Kreis vermessen und in Steiermark der Judenburger, Brücker und Cillier Kreis triangulirt und im Detail vermessen.. In den Jahren 1825–1831 löste er die gleiche Aufgabe im Budweiser, Taborer und Prachiner Kreise Böhmens. Nachdem er im Jahre 1831 wieder zum Regimente eingerückt war, wurde er 1833 zum Major, bald darauf zum Grenadier-Bataillonscommandanten, 1837 zum Oberstlieutenant und 1840 zum Obersten und Commandanten des Regiments befördert. In dieser Eigenschaft stand er sieben Jahre mit dem Regimente in der Bundesfestung Mainz. Nun wurde er General-Major und Brigadier in Prag, wo in den Pfingsttagen 1848 seine Brigade gegen die Aufständischen befehligte; aber durch einen Prellschuß auf die Brust kampfunfähig wurde. Im Mai 1849 erhielt er das Festungscommando in Zara. Nach zurückgelegter 50jähriger Dienstzeit bat er um Uebersetzung in den Ruhestand, welche ihm mit gleichzeitiger Verleihung des Feldmarschall-Lieutenants-Charakters bewilligt wurde.

Militär-Zeitung, herausg. von J. Hirtenfeld (Wien, 4°.) Jahrg. 1859, S. 187. – Oesterreichischer Militär-Kalender, [281] herausg. von J. Hirtenfeld (Wien kl. 8°.) XII. Jahrg. (1861), S. 186. – Schmutz (Carl), Historisch-topographisches Lexikon von Steyermark (Gratz 1822, A. Kienreich, gr. 8°.) Bd. III, S. 259. –

Anmerkungen (Wikisource)

  1. Vorlage: arbei.