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BLKÖ:Prechtl, Joseph

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Band: 23 (1872), ab Seite: 234. (Quelle)
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Prechtl, Joseph (Maler, geb. zu Wien im Jahre 1737, gest. zu Braiłow im Jahre 1799). Seine künstlerische Ausbildung erhielt er an der Akademie der bildenden Künste in Wien, kam in noch jungen Jahren, durch welchen Schicksalswechsel ist unbekannt, nach Volhynien, wo er im Jahre 1757, damals 20 Jahre alt, in den Orden der Trinitarier eintrat. Daselbst brachte er seine ganze übrige Lebenszeit, theils den Pflichten seines klösterlichen Berufes, theils seiner Kunst obliegend, zu. Diese, letztere übte er aus, indem er die benachbarten Kirchen mit Werken seines Pinsels schmückte. Die ersten Nachrichten über diesen Künstler brachte J. J. Kraszewski im Warschauer „Athenäum“ 1844, Bd. V, S. 35, als er seine Werke in der Trinitarierkirche zu Łuck beschreibt, Kraszewski aber nennt ihn irrthümlich Prestl. Ausführlichere Mittheilungen über ihn bringt aber ein Anonymus im „Dziennik Warszawski“ (Warschauer Tageblatt) 1854, Nr. 152, welcher unter anderem erzählt, „daß sich P. im Kloster mit aller Liebe der Malerei hingab. Seine Arbeit war eine solche, wie sie nur durch die Liebe zu Gott geweckt werden kann. Alles wunderte sich, mit welcher Ausdauer, Hingebung, ja mit welch lebensgefährlicher Kühnheit er die Wölbungen malte. Das Auge schauderte, wenn es ihn in den gewagtesten Stellungen des Körpers erblickte, er schwebte in beständiger Lebensgefahr. Er besaß zu seiner Zeit großen Ruf in Polen und gab dem besten der damals im Lande lebenden Künstler nichts nach. Nach seinem Klosternamen hieß er P. Josepha S. Theresia.“ Von seinen Arbeiten sind folgende bekannt: die sämmtlichen Fresken und Vergoldungen in der Trinitarierkirche zu Braiłow; König Stanislaus August ließ auf einer Fahrt absichtlich in die Straße nach Braiłow einbiegen, um den Malermönch wie seine Werke zu sehen. Dieser Besuch des Königs hatte im Mai 1787 stattgefunden; – die Fresken in der Kirche zu Kamieniec und zwei Altarbilder daselbst: „Die h. Dreifaltigkeit“ und „Der h. Johann Nepomuk“; – die Fresken der Trinitarierkirche zu Berestecko, ferner jene der Capellen, daselbst und außerdem 16 Altarbilder; – in der Pfarrkirche zu Łuck zwei Altarbilder: „Der H. Recess“ und „Der h. Johann Nepomuk“; – in der Trinitarierkirche daselbst 30 Gemälde, jedes 3 Ellen hoch, für die oberen und unteren Corridore. Diese Bilder stellen „Scenen aus dem Leben der h. Johann von Matha und h. Felix von Valois“ dar. Kraszewski bemerkt über diese Bilder, daß sie ihrer geschickten Composition, ihres Ausdruckes und Colorits wegen Beachtung verdienen; auch andere Kirchen in Łuck und mehrere in der Nachbarschaft besitzen Bilder von Prechtl. Noch befinden sich mehrere Gemälde von P. in den Kirchen zu Stanislawow, zu Tomaszow, zu Antokol unterhalb Wilna und die Fresken im Schlosse des Grafen Czacki zu Boremla sind auch von ihm gemalt. Prechtl und seine Werke sind dem Kunstforscher Nagler, wie auch anderen Kunst-Lexikographen, wie z. B. Sebastian Brunner für sein Werk: „Die Kunstgenossen der Klosterzelle“, unbekannt geblieben.

Rastawiecki (Edward), Słownik malarzów polskich tudzież obcych w Polsce osiadłych lub czasowo w niéj przebywających, d. i. Lexikon der polnischen Maler, wie auch der fremden, die sich in Polen bleibend niedergelassen, oder aber nur einige Zeit aufgehalten haben (Warschau 1857, Orgelbrand, Lex. 8°.) Bd. III, S. 372.