Zum Inhalt springen

BLKÖ:Potocki, Adam Graf (Reichsrathsabgeordneter)

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
korrigiert
<<<Vorheriger
Potocki, Adalbert
Band: 23 (1872), ab Seite: 153. (Quelle)
[[| bei Wikisource]]
in der Wikipedia
Adam Józef Potocki in Wikidata
GND-Eintrag: 122916123, SeeAlso
Dieser Text wurde anhand der angegebenen Quelle einmal Korrektur gelesen. Die Schreibweise sollte dem Originaltext folgen. Es ist noch ein weiterer Korrekturdurchgang nötig.
Linkvorlage für Wikipedia 
* {{BLKÖ|Potocki, Adam Graf (Reichsrathsabgeordneter)|23|153|}}

2. Adam Graf Potocki (Abgeordneter des österreichischen Reichsrathes, geb. nach dem genealog. Almanach von 1862 zu Krakau im Jahre 1815), Sohn des k. k. Kämmerers und galizischen Gutsbesitzers Arthur Graf P. [s. d. Nr. 12] aus dessen Ehe mit Sophie Gräfin Branicka [Nr. 32], ein Vetter des gegenwärtigen Minister-Präsidenten Grafen Alfred Potocki. Graf Adam, Gutsbesitzer zu Krzeszowice bei Krakau, vertritt im galizischen Landtage die Landgemeinden der Bezirke Chrzanow, Jaworzno und Krzeszowice. Als in der Sitzung des galizischen Landtages vom 2. März 1867 34 Abgeordnete gegen die unbedingte Beschickung des Reichsrathes stimmten, befand sich Graf Adam unter denselben. An demselben Tage wurde er auch wieder in das Abgeordnetenhaus des österreichischen Reichsrathes gewählt, in welchem er bereits in den Sessionen der Jahre 1861–1865 thätig gewesen, wie er denn auch schon in der Constituante des Jahres 1848 seinen Sitz einnahm. Einige Aufmerksamkeit richtete sich auf den Grafen, als er in der Sitzung vom 18. August 1861 gegen die Adresse sprach und bei dieser Gelegenheit über die Frage der Constituirung der Monarchie sein politisches Glaubensbekenntniß entwickelte, das sich entschieden gegen die Centralisirung aussprach. Der Graf wies daraufhin, wie die Geschichte blutig eingeschrieben habe den Preis, den Frankreich für Erreichung seiner Centralisation bezahlte und wie man denn jetzt wieder sehen könne, auf welche Opposition die italienischen Centralisationsideen stoßen. Und doch seien [154] in beiden Ländern die Theile homogen durch gemeinschaftliche Sprache und durch gemeinschaftliche Tradition sich nahe gestellt. In Oesterreich aber trage außer den Verschiedenheiten der Gewohnheits-Interessen sogar das angegriffene Nationalgefühl mit zum Kampfe bei. Wenn bei jedesmaliger Erwähnung des Februar-Patentes auch vom October-Diplom und bei jedesmaliger Begründung der Nothwendigkeit der Centralisation auch von der Autonomie gesprochen wird, so geschieht das nur, um uns wie Kinder zu beschwichtigen. Die Idee eines großen Oesterreich, was aber vielmehr Deutsch-Oesterreich genannt werden sollte, bleibt doch immer der Ausdruck der Alles durchgreifen wollenden Centralisation. Im Interesse des Landes aber, das er vertrete, sowie im Interesse der ganzen Monarchie halte er diese Richtung für schädlich, könne weiter die Competenz des Reichsrathes in der ungarischen Frage keinesfalls anerkennen und müsse daher gegen jede Beantwortung sowie gegen den Inhalt der vorgelegten Adresse stimmen. Diese Rede, welche begreiflicher Weise im Herzen aller Nationalen Wiederhall gefunden, erschien sofort in polnischer Uebersetzung und ein Separatabdruck unter dem Titel: „Mowa deputowanego hr. Adama Potockiego na posiedzeniu iżby niższéj dnia 18. września 1861 r.“ (Krakau 1861, 8°.). [Hajnal. Arczképekkel és életrajzokkal díszített Album. Tulajdonos szerkesztő és kiadó: Sarkady István. Az Arczképeket kőre rajzolta: Marastoni József, d. i. Das Vaterland. Bilder- und biographisches Album. Herausgegeben von Stephan Sarkady, mit lithographischen Bildnissen von Marastoni (Wien 1867, Sommer, 4°.) (nach diesem geb. 24. Februar 1822). – Hahn (Sigmund), Reichsraths-Almanach für die Session 1867 (Prag 1867, H. Carl J. Satow, 8°.) S. 136. – Wanderer (Wiener polit. Blatt) 1868, Nr. 95, in den „Aquarellen aus den beiden Reichsstuben“. Von J. J. Krasnig.] –