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BLKÖ:Pfeiffer, Johann (III.)

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Band: 22 (1870), ab Seite: 188. (Quelle)
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8. Johann (III.) Pfeiffer (Forstmann, geb. zu Römerstadt in Mähren 24. August 1808). Nachdem er das Wiener Polytechnicum besucht, bezog er, indem er früher schon die forstliche Praxis beendigt hatte, die k. k. Forstlehranstalt zu Mariabrunn und wurde nach dem Austritte Forst-Ingenieur bei dem Freiherrn v. Hackelberg. Im Jahre 1831 kam er als Forstcontrolor auf die deutsche Ordensherrschaft Langendorf, später als Waldbereiter nach Hrabin, wurde im Jahre 1851 Forstmeister, 1864 Forst-Inspector und 1869 Hoch- und Deutschmeister’scher Forstrath. Seit 1851 fungirt P. auch als landrechtlicher Forsttaxator und führt bei der k. k. Commission über die forstlichen Staatsprüfungen öfter den Vorsitz. Schon als Waldbereiter besorgte er die Personal-Organisation auf sämmtlichen Gütern des Hoch- und Deutschmeisterthums, lieferte für dieses eine Forstdienst-Organisation und den Entwurf einer Waldordnung, sowie auch mannigfache forstliche Gutachten für Staats- und Stadtbehörden. Im Jahre 1867 wurde P. zugleich mit Professor Breymann (gest. 1869) und Forstmeister Reinisch zur Prüfung der Hochgebirgs-Ausforstungen – wofür eine Prämie von 1000 Stück Ducaten ausgesetzt war – gewählt. Bei der sorgfältigsten Ausnützung und pfleglichen Behandlung der ihm anvertrauten Forste war P. auch bemüht, durch comparative Versuche und vieljährige Forschungen Materialien zur forstlichen Statistik zu sammeln und bereicherte die Fachliteratur mit Nachweisen über Streuertrag, die Folge des Streuentzuges, Zuwachs der Saat und Pflanzbestände, Wachsthumsgang der gemengten Bestände behufs Erziehung starker Nutzhölzer, mit Mahnungen an die Waldbesitzer bezüglich der Folgen des Sturmschadens und mit mannigfachen forstlichen Reiseberichten und Notizen in verschiedenen Fachblättern. P. ist Mitglied des mährisch-schlesischen Forstschul- und Forstvereins, des österreichischen Reichsforstvereins, der Forstvereine für Oberösterreich, Böhmen und Preußisch-Schlesien, der Landwirthschafts-Gesellschaften zu Brünn, Troppau, Friedland, Districtsleiter des österr. schles. Seidenbauvereins, wurde im Jahre 1869 mit dem goldenen Verdienstkreuze mit der Krone ausgezeichnet und ist außerdem im Besitze der silbernen Gesellschafts-Medaillen von Wien, Brünn und Troppau und vieler anderer, bei den theils von ihm geleiteten forstwirtschaftlichen Ausstellungen erworbener Preise. [Schwarzer (Guido von), Biographien zur Gallerie berühmter und verdienter Forstmänner (Brünn 1870, 8°.) S. 20.] –