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BLKÖ:Pfeiffer, Franz

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Band: 22 (1870), ab Seite: 169. (Quelle)
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Pfeiffer, Franz (Germanist, geb. zu Bettlach bei Solothurn 27. Februar 1815, gest. zu Wien 29. Mai 1868). Pfeiffer besuchte das Gymnasium und Lyceum seiner Vaterstadt, bezog im Jahre 1834 die Universität zu München, wo er erst medicinische Collegia hörte, im Jahre 1836 aber dem Studium der Philologie – unter Maßmann – sich zuwandte und bis Sommer 1840 verblieb. 1840/1841 durchforschte er zum Zwecke der Herausgabe der „Dichtungen des deutschen Mittelalters“ die handschriftenreichen Bibliotheken zu Meersburg (Laßberg), Zürch, Basel, Straßburg, Heidelberg, Wien, Klosterneuburg, Mölk, begab sich dann, 1842, nach Stuttgart, wo er bis 1846 als Privatgelehrter seinen Studien und literarischen Arbeiten lebte. Von 1843 an Secretär des literarischen Vereins, seit 1846 Professor und Bibliothekar an der dortigen k. Bibliothek, folgte er im Sommer 1857 einem Rufe des Ministers des Unterrichts und Cultus, Leo Graf Thun, nach Wien, wo er zum ordentlichen [170] Professor der deutschen Sprache und Literatur an der dasigen Hochschule ernannt wurde. Hier wirkte er als Nachfolger Hahn’s durch eine Reihe von 11 Jahren als Germanist. Er war mit Holzmann[WS 1] das Haupt jener schwäbischen Germanistenschule, die im heftigsten Antagonismus zu der norddeutschen sogenannten Lachmann’schen Schule steht. Bekanntlich gab das Nibelungenlied zu diesem literarischen Zwiespalt Veranlassung. Während die Lachmannianer behaupten, das erwähnte Epos, sei gleich der Ilias aus verschiedenen Volksliedern zusammengestellt; betrachtet die Holzmann-Pfeiffer’sche Partei das Nibelungenlied als das Werk eines einzigen Dichters. Nachdem sich Pfeiffer schon in Stuttgart an der Herausgabe der „Deutschen Dichter des Mittelalters“ betheiligt hatte, gründete er Anfangs 1856 die „Germania“, eine Vierteljahrsschrift für deutsche Alterthumskunde, in deren 13 Jahrgängen eine Fülle von gelehrten Artikeln über diesen interessanten Gegenstand enthalten ist. Die meisten dieser Artikel entflossen seiner Feder. Pfeiffer ist ferner in der literarischen Welt als der Herausgeber von Uhland’s „Schriften zur deutschen Literatur“ bekannt, während er endlich Mitglied jener Commission war, die sich mit Herausgabe der ältesten österreichischen Weisthümer beschäftigt. Seit 17. November 1860 war er Mitglied der Akademie, in deren Denkschriften und Sitzungsberichten sich zahlreiche Arbeiten von ihm zerstreut finden. [Die vollständige Uebersicht der von Pfeiffer herausgegebenen Werke und von ihm veranstalteten Ausgaben alter deutscher Schriften folgt auf S. 171]. Außerdem war Pfeiffer Meister des freien Hochstifts in Frankfurt a. M., sowie Mitglied der bayerischen Akademie der Wissenschaften in München und der historischen Vereine in Bamberg, Basel, Halle, Poitiers, Würzburg, Zürch, Berlin, Leyden u. s. w., Mitglied der k. k. wissenschaftlichen Prüfungscommission für Lehramts-Candidaten. Pfeiffer war zweimal vermält, beide Male mit Stuttgarterinen. Die erste Ehe blieb kinderlos, der zweiten entstammen zwei Knaben, als er starb, im Alter von zehn bis zwölf Jahren. Die Witwe, die er hinterläßt, ist eine Verwandte jener beiden Stuttgarter Kupferstecher Johann Gotthard und Friedrich Müller, wovon der Letztgenannte der Kunstwelt einen der allerprachtvollsten Kupferstiche schenkte: „Die Sixtinische Madonna“, nach Raphael aus der Dresdener Gallerie. P. starb eines plötzlichen Todes; während eines Spazierganges im Stadtparke wurde er an der Seite seiner Gattin durch einen Schlagfluß dem Leben entrissen. Er zählte erst 53 Jahre. Einige Worte aus dem Nachrufe, den ihm ein noch lebender deutscher Sprachforscher, Karl Bartsch, im ersten, nach Pfeiffer’s Tode erschienenen Hefte der einst von ihm gegründeten „Germania“ widmet, bezeichnen so treffend die Stellung des Verblichenen in der Gelehrtenwelt und schildern so klar sein Wirken, daß sie hier eine passende Stelle finden. Bartsch schreibt: „Was die Schrift von dem Menschenleben so schön sagt: „Wenn’s gar köstlich gewesen ist, so ist’s Mühe und Arbeit gewesen“, das findet seine vollste Anwendung auf Franz Pfeiffer’s Leben und Schaffen. Mit der Noth des Lebens ringend, lernte er frühe jene Energie und Kraft des Wollens erwerben, die ihn auszeichnete, die ihm bald eine geachtete Stellung in der Wissenschaft wie in der Welt verschaffte. Ein rastloser, unermüdeter [171] Kämpfer für das, was er als wahr und recht erkannt hatte, ließ er sich nicht irre machen durch Autoritätsglauben: „Freie Forschung“ – so hat er das letzte Werk genannt, welches er veröffentlichte, Freiheit der Forschung war der Gedanke, der ihn beseelte, war der Gedanke, der auch die „Germania“ in’s Leben rief. Nicht die Sucht, Opposition zu machen, veranlaßte ihn, eine neue Zeitschrift für deutsche Alterthumswissenschaft zu gründen, sondern die Einsicht, daß die Wissenschaft unter dem Zwange einer einseitigen Schule leiden und Schaden nehmen müsse. Und wie sehr diese Einsicht verbreitet war, lehrte die allgemeine Theilnahme, welche die von ihm in’s Leben gerufene Zeitschrift fand. Die gefeiertsten Namen schlossen sich ihr an, und zu den längst bewahrten Kräften kam eine jüngere Generation von Arbeitern, die hier zum Theile die ersten Früchte ihrer Forschung niederlegten. Die Altmeister unserer Wissenschaft, J. Grimm und L. Uhland, durch Bande der Freundschaft Pfeiffern nahe stehend, waren, der letztere bis unmittelbar vor seinem Tode, treueste Mitarbeiter: sie sind reich an Garben, ihm vorausgegangen. Nun hat auch ihm, dem wackeren Kämpfer, der Tod das Schwert aus der Hand gebrochen. ...“ Mit Staunen vor deutschem Fleiße und deutscher Forschungstreue erfüllt der Blick auf die Thätigkeit dieses Mannes: und wie Vieles hoffte er noch zu vollenden, was theils als Bruchstück nur dasteht, theils handschriftlich vorbereitet ist. Von allen Unternehmungen seines thätigen Lebens hat aber wohl keine so sehr ihn beschäftigt, als die „Germania“, von welcher an den interessantesten sprach- und culturgeschichtlichen Beiträgen so reichen Zeitschrift bis zu seinem Tode 12 Bände und die ersten Hefte des 13. erschienen waren und die auch jetzt noch fortgesetzt wird.

I. Uebersicht der von Franz Pfeiffer entweder verfaßten oder herausgegebenen Schriften. Nach J. M. Wagner. a) Schriften und Ausgaben. „Des[WS 2] schwäbischen Ritters Georg von Ehingen Reisen nach der Ritterschaft“ (Stuttgart 1842, VII u. 28 S.; auch Bibliothek des lit. Vereins in Stuttgart, I). – Zusammen mit K. D. Haßler: „Ott Ruland’s Handlungsbuch“ (ebd. 1843, XII u. 36 S., auch Bibliothek, I). – „Die Weingartner Liederhandschrift“ (ebd. 1843, XIV u. 338 S., mit Bildern und Facsimile, auch Bibliothek, V). – „Barlaam und Josaphat von Rudolph v. Ems“ (Leipzig 1843, G. J. Göschen, XIV u. 462 S., auch Dichtungen des deutschen Mittelalters, III). – „Der Edelstein von Ulrich Boner“ (ebd. 1844, XVIII u. 233 S., auch Dichtungen, IV). – „Livländische Reimchronik“ (Stuttgart 1844, VIII u. 332 S., auch Bibliothek, VII). – „Die alte Heidelberger Handschrift, mit einer Schriftprobe“ (Stuttgart 1844, XII u. 295 S., auch Bibliothek, IX). – „Deutsche Mystiker des XIV. Jahrhunderts. Erster Band: Hermann v. Fritslar; Nikolaus v. Straßburg, David v. Augsburg“ (Leipzig 1845, Göschen, XLVIII u. 612 S.). – „Marienlegenden“ (Stuttgart 1846, Ad. Krabbe, XXII u. 275 S.; 2. (Titel-) Ausg. Wien 1863, W. Braumüller), erschien anonym. – „Wigalois. Eine Erzählung von Wirnt v. Gravenberg“[WS 3] (Leipzig 1847, Göschen, XX u. 369 S., auch Dichtungen. VI). – „Mai und Beaflor. Eine Erzählung aus dem XIII. Jahrhundert. Erster Druck“ (ebd. 1848, XVIII u. 279 S., auch Dichtungen, VII), erschien anonym. – „Das habsburgisch-österreichische Urbarbuch“ (Stuttgart 1850, XXVIII u. 404 S., auch Bibliothek des lit. Vereins, XIX). – „Theologia deutsch. Neue, nach der einzigen bis jetzt bekannten Handschrift besorgte vollständige Ausgabe“ (Stuttgart 1851, X u. 120 S., in 256 Ex. gedr.; 2. verb. und mit einer neudeutschen Uebersetzung verm. Aufl. Stuttgart 1855, S. G. Liesching, XXXII u. 239 S.). – „Heinzelein von Constanz“ (Leipzig 1852, T. O. Weigel, XVII u. 150 S.). – „Beiträge zur Geschichte der mitteldeutschen Sprache und Literatur. Auch unter dem Titel: Die Deutschordenschronik des Nikolaus von Jeroschin“ (Stuttgart 1854, Frz. Köhler, LXXII u. 315 S.). – „Heinrich von Stretelingen. Ein altdeutsches Gedicht. Den Freunden älterer [172] deutscher Dichtung dargebracht auf Neujahr“ (o. O. 1854, 46 S., im Selbstverlage und an Fachgenossen verschenkt), erschien anonym. [Bezüglich dieser Schrift diene folgende Aufklärung. Das Gedicht ist nicht aus eigenem Antriebe entstanden, sondern auf den Pfeiffer’n durch Freundesvermittlung zugekommenen Wunsch einer hohen Frau in Berlin, welche diese Verse als Legende zu einer Reihe von Handzeichnungen, in denen die Stretlinger Haussage dargestellt war, verwenden wollte. Pf.’s Bearbeitung folgt genau der ihm zu diesem Behufe übermittelten schriftlichen Aufzeichnung, und nur für die Form, nicht für den Inhalt erklärte er sich verantwortlich. W. Wackernagel, dem er später einmal diesen Versuch mittheilte, munterte ihn zum Abdrucke auf, und von ihm rühren zum Theile die Verbesserungen und Aenderungsvorschläge her, deren im Vorwort und den Anmerkungen gedacht ist. Der Gedanke, Jemand damit täuschen zu wollen oder zu können, lag P. natürlich fern: es sollte ein Scherz sein, und als solcher wurde er von den öffentlichen Stimmen, die sich darüber vernehmen ließen, auch allgemein betrachtet. Am Ausführlichsten haben K. Weinhold und K. Goedeke in des Letzteren „Deutscher Wochenschrift“ (Hannover 1854, Rümpler), S. 243–247, mit nur wenigen Zeilen, aber fein und geistreich, das „Literar. Centralblatt“ 1854, S. 132, darüber sich ausgesprochen. Bemerkt mag hier noch werden, daß im Manuscript ursprünglich eine Schlußstrophe mit dem Namen des Verfassers folgte: „Der iu, vil edliu frouwe, niht âne manige nôt | diz minneclîche mære hât getihtôt, | welt ir sînen namen wizzen, jâ wirdet er genant | Franz der Pfîfære ûzer Buregonden lant.“ Pfeiffer’s Vaterstadt Solothurn gehörte einst zum kleinburgundischen Reiche.] – „Zur deutschen Literaturgeschichte. Drei Untersuchungen“ (Stuttgart 1855, Franz Köhler, 87 S.); – „Deutsche Mystiker des XIV. Jahrhunderts. Zweiter Band: Meister Eckhart. Erste Abtheilung“ (Leipzig 1857, Göschen, XIV u. 686 S.). – „Das Märe von den Gauhühnern. Ein Beispiel des Strickers“ (Wien 1859, 15 S., Sylvesterspende, im Selbstverlag). – „Ueber Walther von der Vogelweide“ (Wien 1860, Tendler u. Comp., 44 S.). Sonderabdruck aus der „Germania“, V. Jahrg. – „Das Buch der Natur von Conrad v. Megenberg. Die erste Naturgeschichte in deutscher Sprache“ (Stuttgart 1861, Karl Pfeiffer Aue, LXII u. 807 S.). – „Ueber Wesen und Bildung der höfischen Sprache in mittelhochdeutscher Zeit“ (Wien 1861, 28 S.). Sonderabdruck aus den Sitzungsberichten der phil. hist. Classe der kais. Akademie der Wissenschaften, Bd. XXXII, S. 263 u. f.). – „Das Donauthal von Ladislaus Suntheim“ (Wien 1861, 25 S.), Sonderabdruck aus dem „Jahrbuch für vaterl. Geschichte“, I. Jahrg. (Wien 1861, C. Gerold’s Sohn), S. 273–297. – „Der Dichter des Nibelungenliedes, Ein Vortrag, gehalten in der feierlichen Sitzung der kais. Akademie der Wissenschaften am 30. Mai 1862“ (Wien 1862, 48 S.). – „Berthold von Regensburg. Vollständige Ausgabe seiner Predigten mit Anmerkungen und Wörterbuch. Erster Band (Wien 1862, W. Braumüller, XXXIV u. 575 S.). – „Ludwig Uhland. Ein Nachruf. Zum Besten des Uhlanddenkmals“ (Wien 1862, C. Gerold’s Sohn, 22 S.), Sonderabdruck aus der kais. Wiener Zeitung. – „Forschung und Kritik auf dem Gebiete des deutschen Alterthums. I.“ (Wien 1862, 84 S.), auch in den Sitzungsberichten. Bd. XLI, S. 286 u. f.). – „Zwei deutsche Arzneibücher aus dem 12. und 13. Jahrhundert. Mit einem Wörter buche“ (ebd. 1863, 93 S.), auch in den Sitzungsber., Bd. XLII, S. 110 u. f.). – „Walther von der Vogelweide“ (Leipzig 1864, F. A. Brockhaus, LVIII u. 338 S.; 2 Aufl. ebd. 1866, LXII u. 338 S.), auch in den „Deutschen Classikern des Mittelalters“, I). – „Altdeutsches Uebungsbuch. Zum Gebrauche an Hochschulen“ (Wien 1866, W. Braumüller, VIII u. 206 S.). – „Forschung und Kritik auf dem Gebiete des deutschen Alterthums. II. [mit einem Facsimile] (Wien 1866, 87 S.), auch in den Sitzungsberichten, Bd. LII, S. 3 u. f. – „Freie Forschung. Kleine Schriften zur Geschichte der deutschen Literatur und Sprache“ (Wien 1867, Tendler u. Comp., XIV u. 463 S.). – „Quellenmaterial zu altdeutschen Dichtungen. I u. II.“ (Wien 1867 und 1868, 72 u. 90 S.), Sonderabdruck aus dem XVI. und XVII. Bande der Denkschriften der phil. hist. Classe der kais. Akademie der Wissenschaften. – „Briefwechsel zwischen Joseph Freiherrn v. Laßberg und Ludwig Uhland. Nebst einem Anhange: v. Laßberg’s und Uhland’s Briefe an Franz Pfeiffer“ (Wien 1870, W. Braumüller).
b) Pfeiffer gab heraus: „Germania. Vierteljahrschrift für deutsche Alterthumskunde“ (1.–3. Jahrg. [1856–1858] Stuttgart, J. B. [173] Metzler; 4.–6. Jahrg. [1859–1861] Wien, Tendler u. Comp.; 7.–12. Jahrg. [1862 bis 1867] ebd.. C. Gerold’s Sohn; Neue Reihe, 1. Jahrg. ebd. 1868). – „Deutsche Classiker des Mittelalters. Mit Wort- und Sacherklärungen“ (Leipzig, F. A. Brockhaus). I. Bd.: „Walther von der Vogelweide“, von Franz Pfeiffer (1864, 2. Aufl. 1866); II. Bd.: „Kudrun“, von Karl Bartsch (1865, 2. Aufl. 1867); III. Bd.: „Das Nibelungenlied“, von K. Bartsch (1866); IV. u. V. Bd.: „Hartmann von Aue“, von Fedor Bech (1867). – Zusammen mit W. L. Holland und A. v. Keller: „Uhland’s Schriften zur Geschichte der Dichtung und Sage“. Bd. I–VI (Stuttgart 1865–1868, J. G. Cotta). Bd. III: „Alte hoch- und niederdeutsche Volkslieder“; II. Bd.: Abhandlung (Stuttgart 1866, XII u. 549 S.) ist von Pf. besorgt.
c) Aufsätze u. s. w. in Zeitschriften. In den Altdeutschen Blättern: „Die Kirchenlieder des Mönchs von Salzburg“ (II [1840], S. 325–350); – „Von unsers Herren Leichnam“ (ebd. S. 350–359); – „Geistliche Minne“ (ebd. S. 359–373); – „Marienklage“ (ebd. S. 373–376). – In Haupt’s Zeitschrift: „Die Zeichen des jüngsten Tages und Bruchstück aus Barlaam und Josaphat“ (I [1841], S. 117–135); – „Deutung der Meßgebräuche und Predigten aus dem 12. Jahrhundert“ (ebd. S. 270–294); – „Sanct Oswald’s Leben“ (II, S. 92–130); – „Zum guten Gerhard“ (III, S. 275 bis 278); – „Leben Christi“ (V, S. 17–32); – „Volksbüchlein vom Kaiser Friedrich“ (ebd. S. 220–268); – „Bruchstücke mhd. Gedichte“ (ebd. S. 423–453); – „Zu Seifried Helbling und Helmbrecht“ (ebd. S. 471); – „Das alte Stadtrecht von Meran“ (VI, S. 413–430); – „Statuten von Dinkelsbühl“ (VII, S. 94–102); – „Das Märe vom Bachen“ (ebd S. 102–109); – „Frauentrost von Sigfried dem Dorfer“[WS 4] (ebd. S. 109 bis 128); – „Altdeutsche Beispiele“ (ebd. S. 318–383); – „Der Weinschlund“ (ebd. S. 405–410); - „Frauenehre von dem Stricker“ (ebd. S. 478–522); – „Zwei alte Schwänke“ (VIII, S. 89–106); – „Mariä Himmelfahrt von Conrad von Heimesfurt“ (ebd. 156–201); – „Predigten und Sprüche deutscher Mystiker“' (ebd. S. 209 bis 258); – „Mariengrüße und Gedicht auf Maria von einer Frau“ (ebd. S. 274–302); – „Predigten und Tractate deutscher Mystiker“ (ebd. S. 422–464); – „Bruder David von Augsburg“ (IX, S. 1–67). – In H. Schreiber’s Taschenbuch für Geschichte und Alterthum in Süddeutschland (Freiburg 1844): „Des von Beringen Lieder“ (IV, S. 312–315). – In R. Naumann’s Serapeum: „Ueber eine Handschrift von Cicero’s Briefen“ (VIII, 1847, Nr. 8); – „Zur Geschichte der Jungfrau von Orleans“ (ebd. Nr. 23); – „Johann Fischart“ (IX, Nr. 5); – „Italienische Canzonen, Terzinen, Sonette u. s. w. aus dem 14. und 15. Jahrhundert“ (ebd. Nr. 7, 8); – „Drei altfranzösische Volksbücher“ (ebd. Nr. 17); – „Zur Literatur alter deutscher Kochbücher“ (ebd. Nr. 18, u. X, Nr. 21); – „Die Alexandreis des Ulrich von Eschenbach“ (ebd. Nr. 22); – „Rudolph Agricola“ (ebd. X, Nr. 7, 8); – „Die Tragödien und Comödien des Herzogs Heinr. Julius von Braunschweig“ (X, Nr. 12, 13, 14); – „Ein deutscher Cisiojanus aus dem 15. Jahrhundert“ (XIV, Nr. 10, 11); – „Lateinisches Gedicht auf K. Philipp’s Tod“ (XV, Nr. 3), leider ist der Abdruck durch eine Reihe grober Druckfehler entstellt. – In v. d. Hagen’s Neuem Jahrbuch der Berlinischen Gesellschaft für deutsche Sprache u. s. w.: „Bruchstücke einer noch unbekannten altdeutschen Liederhandschrift“ (IX, 1850, S. 1 bis 11); – „Vom Nutzen der Messe vom Teichner“[WS 5] (ebd. S. 207–212). – In G. K. Frommann’s Deutschen Mundarten: „Beiträge zur Kenntniß der kölnischen Mundart im 15. Jahrhundert“ (I, 1854, S. 170–216; II, S. 1–17, 289–312, 433–437; III, S. 49–62); – „Zur Literatur der schwäbischen Mundart“ (I, S. 242–250). – Im Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit, Neue Folge. Organ des Germ. Museums: „Keverlingeburg“ (Ib, 1854, S. 25); – „Wirnt v. Grävenberg und Heinrich v. Türlîn“[WS 6] (ebd. S. 30–32); – „Besprechungsformeln“ (ebd. S. 36); – „Verzeichniß der Handschriften, Bruchstücke und Umarbeitungen, des Wilhelm von Orlens von Rudolph v. Ems“ (ebd. S. 55–58, 75–78); – „Lied vom Mülleresel“ (ebd. S. 137–139); – „Segensformeln und Liebeszauber“ (ebd. S. 165, 166, 190, 191). – In der Germania: siehe das Verzeichniß Jahrgang XII, S. 499.
d) Recensionen. In der Neuen Jenaischen Literatur-Zeitung 1842, Nr. 242 bis 244 [über Hoffmann’s Handschriften-Verzeichniß der Wiener Hofbibliothek]. – In [174] den Gelehrten Anzeigen der kön. Bayer. Akademie der Wissenschaften: Jahrg. 1842, Nr. 70–72 [über Haupt’s Ausgabe des „Guten Gerhard“]; – 1843, Nr. 156 [über das zwölfjährige Mönchlein]; – 1851, Nr. 156 [über Grieshaber’s oberrhein. Chronik]; – ebd., Bd. II, Nr. 84–92 [über v. d. Hagen’s Gesammtabenteuer]; – 1853, Bd. I, Nr. 71 bis 73 [über Goedeke’s „Mittelalter“]. – In W. Menzel’s Literaturblatt 1843, Nr. 127, 128; 1847, Nr. 71; 1853, Nr. 95; 1856, Nr. 18. – In der Germania: siehe das Verzeichniß Jahrgang XII, S. 500. – Außerdem im Serapeum (Jahrg. XIII, Nr. 23); in der Kieler Monatschrift (Juni 1854, Ben.-Müller’s mhd. Wb.); Oesterr. Wochenschrift; Augsburger Allg. Zeitung; Zeitschrift für österr. Gymnasien, u. a. m.
II. Zur Biographie von Franz Pfeiffer. Strobl (Joseph), Franz Pfeiffer. Geboren zu Bettlach bei Solothurn am 27. Februar 1815, gestorben zu Wien am 29. Mai 1868 (Druckerei der kais. Wiener Zeitung. Separat-Abdruck aus Nr. 150, 14 S. 8°.). – Franz Pfeiffer. Gestorben 29. Mai 1868 (Wien, C. Gerold’s Sohn [1868], 8 S.) [enthält einen Nachruf von Karl Bartsch und eine bio-bibliographische Skizze von J. M. Wagner. Ein Sonderabdruck aus der „Germania“, Neue Reihe, Bd. I, Heft 2]. – Allgemeine Zeitung (Augsburg, Cotta, 4°.) 1868, Nr. 189–190. – Blätter für literarische Unterhaltung (Leipzig, Brockhaus, 4°.) 1868, Nr. 26, von Lambel. – Debatte (Wiener polit. Blatt, Fol.) 1868, Nr. 158, im Feuilleton: „Franz Pfeiffer“, von Hermann Teisler. – Illustrirte Zeitung (Leipzig, J. J. Weber), Nr. 1303: „Neuere Germanisten. 6. Franz Pfeiffer“. – Mittheilungen des Vereins für Geschichte der Deutschen in Böhmen, VII. Jahrg. Nr. 2. – Neues Fremdenblatt (Wien, 4°.) 1868, Nr. 150: „Franz Pfeiffer“. – Neue freie Presse (Wiener polit. Blatt) 1868, Nr. 1348: „Franz Pfeiffer“: Nr. 1353: „Zur Würdigung Franz Pfeiffer’s“; Nr. 1354: „Zur Würdigung Pfeiffer’s“; Nr. 1374, im Feuilleton: „Franz Pfeiffer“, von Schröer; u. Nr. 1421. – Neues Wiener Tagblatt 1868, Nr. 152, im Wiener Tagesbericht: „Leichenbegängniß Pfeiffer’s“. – Die Presse (Wiener polit. Blatt, Fol.) 1868, Nr. 152, im Feuilleton: „Nachruf an Franz Pfeiffer“, von Em. K(uh). – Unsere Zeit (Brockhaus, 8°.) 1869, Nr. 5. – Wiener Zeitung 1868, Nr. 129, S. 777: „Franz Pfeiffer“; Nr. 150, S. 1115: „Franz Pfeiffer“, von Joseph Strobl.
III. Zur Kritik der Schriften Pfeiffer’s und der von ihm veranstalteten Ausgaben älterer deutscher Werke. Hier sei einiger wichtigeren und eingehenderen Kritiken über Pfeiffer’s Schriften gedacht: in Friedrich Zarncke’s „Literarischem Centralblatt für Deutschland“ (Leipzig, Avenarius, 4°.) 1855, Sp. 76: Zur deutschen Literaturgeschichte; Sp. 449: Untersuchungen über die Repegowische Chronik; – 1856, Sp. 161: Das Roß der Altdeutschen; – 1861, Sp. 789: Ueber Wesen und Bildung der höfischen Sprache in mittelhochdeutscher Zeit; – 1862, Sp. 1141: Ludwig Uhland; – 1863, Sp. 37: Der Dichter des Nibelungenliedes; – 1864, Sp. 160: Forschung und Kritik auf dem Gebiete des Alterthums; – 1867, Sp. 1223: Freie Forschung. Kleine Schriften zur Geschichte der deutschen Literatur; Sp. 942 und 1868, Sp. 483: Quellenmaterial zu altdeutschen Dichtungen; – in den Brockhaus’schen „Blättern für literar. Unterhaltung“ 1858, S. 193: Untersuchungen über die Repegowische Chronik; – 1862, S. 561: Megenberg’s Buch der Natur; S. 896: Ueber Wesen und Bildung der höfischen Sprache; – 1863 S. 260: Der Dichter des Nibelungenlieds; S. 93: Ludwig Uhland. Ein Nachruf; – 1864, S. 87: Ueber Walther von der Vogelweide; S. 166: Zwei deutsche Arzneibücher aus dem 12. u. 13. Jahrhundert; S. 463: Ueber die Germania; S. 784: Deutsche Classiker des Mittelalters, I. Bd.; – 1865, S. 427: Deutsche Classiker, II. Bd. (Kudrun); – 1866, S. 651: Forschung und Kritik auf dem Gebiete des deutschen Alterthums; – 1867, S. 62: Conrad von Würzburg; S. 664: Deutsche Classiker des Mittelalters, III. Bd. (Nibelungen; Hartmann von der Aue); – 1868, S. 184 u. 526: Quellenmaterial zu altdeutschen Dichtungen; S. 622: Germania; S. 701: Deutsche Classiker des Mittelalters, V. Bd.; S. 783: Freie Forschung.
IV. Pfeiffer’s Denkmal. Die Bewohner von Bettlach im Canton Solothurn, der Heimatsgemeinde Pfeiffer’s, haben beschlossen, ihrem berühmten Landsmann ein Denkmal aufzustellen. Dasselbe soll bestehen aus einem mächtigen unbehauenen Granitstein – einem sogenannten Findlingsstein oder erratischen Block, wie selbe am Südabhange des Jura zerstreut herumliegen. Die in den harten [175] Stein gemeißelte Inschrift wird lauten: „Dem Andenken an Franz Pfeiffer von Bettlach, geboren zu Solothurn 27. Februar 1815, gestorben als Professor der deutschen Sprache und Literatur an der Universität Wien 29. Mai 1868. Seine Mitbürger.“ Die Einweihung findet in diesem Jahre (1870) am 29. Mai, Pfeiffer’s Todestag, Statt. Rector Schlatter in Solothurn wird die Festrede halten. Die „Neue freie Presse“, Nr. 2038 (vom 22. Mai 1870), welche diese Mittheilung bringt, fügt am Schlusse derselben hinzu: „Es sind nur einfache Landleute, welche das Andenken ihres berühmten Mitbürgers in solcher Weise ehren. Aber Respect vor diesen Schwyzer Bauern, denen ihr schönes Vorhaben selbst zur höchsten Ehre gereicht.“

Anmerkungen (Wikisource)