Zum Inhalt springen

BLKÖ:Petranović, Theodor

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
korrigiert
<<<Vorheriger
Petrali, Luigi
Band: 22 (1870), ab Seite: 100. (Quelle)
[[| bei Wikisource]]
in der Wikipedia
Božidar Petranović in Wikidata
GND-Eintrag: 1025876040, SeeAlso
Dieser Text wurde anhand der angegebenen Quelle einmal Korrektur gelesen. Die Schreibweise sollte dem Originaltext folgen. Es ist noch ein weiterer Korrekturdurchgang nötig.
Linkvorlage für Wikipedia 
* {{BLKÖ|Petranović, Theodor|22|100|}}

Petranović, Theodor (serbisch-croatischer Schriftsteller, geb. zu Sebenico in Dalmatien im Jahre 1809). Nach beendeten philosophischen Studien und nachdem er die juridische Doctorwürde erlangt, widmete er sich der Beamtenlaufbahn in der judiciellen Sphäre und wurde zuletzt Appellationsrath in Zara. Neben seinem Berufe als Staatsbeamter unterließ er nicht in den Mußestunden die Pflege der vaterländischen Literatur. Im Jahre 1836 begründete er die periodische Schrift: „Serbsko dalmatinski magazin“ in illyrischer Sprache mit cyrillischer Schrift, deren Redaction er selbst bis zum Jahre 1841 besorgte, worauf dieselbe in die Hände des griechisch-nichtunirten Erzpriesters Giorgio Nikolaevich überging. Die ersten zwei Bände dieser periodischen Schrift, deren Aufgabe es war, die Cultur und den Geist der nichtunirten Illyrier in Dalmatien zu läutern und zu heben und in den benachbarten türkischen Provinzen die Materialien zu einer Geschichte und Kirchengeschichte derselben zu sammeln, wurden zu Karlstadt in Croatien, die folgenden bis 1849 bei den Gebrüdern Battara in Zara und die letzten zwei Bände bei den Gebrüdern Zupan gedruckt. Im oberwähnten Jahre 1836 gab P. auch den „Ljubitel prosvještenja, srbsko dalmatinski Almanach“, d. i. Der Freund der Cultur, serbisch-dalmatinischer Almanach, heraus, wovon nur zwei Jahrgänge, 1836 und 1837, zu Karstadt [101] (8°.) herauskamen. Von anderen Arbeiten P.’s sind noch anzuführen in den „Slavischen Jahrbüchern“ 1844, S. 192: „Ein alter Grabstein mit serbischer Inschrift in Cattaro“; – in Adolph Schmidl’s „Oesterreichischen Blättern für Literatur und Kunst“ 1845 Nr. 11, eine instructive und ausführlichere Besprechung des im Jahre 1844 in Dresden und Leipzig in der Arnold’schen Buchhandlung[WS 1] erschienenen Werkes „Die Slaven in der Türkei, oder die Montenegriner, Serbier, Bosniaken, Albaneser und Bulgaren, ihre Kräfte und Mittel u. s. w.“; im nämlichen Blatte 1846, Nr. 57: über Wilhelm Edel’s „Zwölf Tage in Montenegro“ (Königsberg 1842); – in der Danica ilirska 1839, Nr. 35, 36 u. 44: „Geografico statistički pregled Dalmacie“ (d. i. geographisch-statistische Uebersicht Dalmatiens), und ebenda, Nr. 7: „Alcune parole ai Dalmati illirici nel nuovo Anno 1839“; selbstständig gab er her aus: „Njekolike rječi Dalmatinskim Ilirma prilikom nove 1839 godine“ (U Zadru 1838) und „Parole in risposta all’ articolo del Sign. Nicolo Tommaseo della tolleranza“ (Zara 1846). Auch übersetzte P. das österreichische bürgerliche Gesetzbuch in’s Illyrische, begründete in der Folge die rechtswissenschaftliche Zeitschrift: Pravdonoša deren Redaction er einige Zeit hindurch, wie auch die serbische Uebersetzung des Landesgesetz- und Regierungsblattes, selbst besorgte; ferner arbeitete er an einer Literaturgeschichte in serbischer Sprache, welche bisher ungedruckt geblieben ist. In italienischer Sprache gab er eine Vertheidigung des berühmten Dositheus Obradowitsch [Bd. XX, S. 466][WS 2] heraus; ich konnte den Titel dieser Schrift nicht erfahren, vermuthe aber, daß sie gegen die Angriffe Tommaseo’s in der „Gazzeta di Venezia“ 1843, Nr. 69, gerichtet gewesen.

Gliubich di Città vecchia (Simeone Abbate), Dizionario biografico degli uomini illustri della Dalmazia (Vienna et Zara 1856, Lechner ed Abelich, 8°.) p. 250. – Tommaseo (Nicolo), Intorno a cose dalmatiche e triestine (Trieste 1847). No. 12. – Ilirska čitanka za gornje gimnazije, d. i. Illyrisches Lesebuch für Obergymnasien (Wien 1860, Schulbücher-Verlag, gr. 8°.) Theil II, S. 124. –

Anmerkungen (Wikisource)

  1. Vorlage: Buchhandung.
  2. Vorlage: [Bd. XIX, S. 466].