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BLKÖ:Perko, August von

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Band: 22 (1870), ab Seite: 24. (Quelle)
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Perko, August von (Kaufmann und Humanist, geb. zu Cilli in Steiermark 6. Jänner 1804, gest. zu Unter-St. Veit nächst Wien 26. September 1866). Die Familie Perko, zu welcher der in Rede stehende August Perko gehört, stammt aus Ungarn und wurde vom Kaiser Ferdinand II. im Jahre 1628 in den Adelstand erhoben. August erhielt zugleich mit seinem Bruder Friedrich [siehe d. folg. Seite] die erste Ausbildung in seiner Vaterstadt Cilli, wo der Vater, Matthäus Seraphin P., ein Großhandlungsgeschäft besaß. Er besuchte das dortige Gymnasium und Lehrer, wie sie eben damals zu haben waren, halfen dürftig im häuslichen Unterrichte nach. August widmete sich frühzeitig dem Stande des Vaters, unter dessen Leitung er zunächst zu arbeiten begann, bildete sich weiter in Marburg, Reichenberg und Wien aus, und brachte es durch kaufmännisches Geschick, richtige Beurtheilung der Handelsverhältnisse, verbunden mit Fleiß und energischer Thätigkeit, in einigen Jahren zu einem ansehnlichen Vermögen. Davon machte er einen edlen, fremdes Elend und Noth nach Kräften mildernden Gebrauch, [25] betheiligte sich bei Gründung der Wiener Handelsakademie und unterstützte viele andere Vereine und Institute durch bedeutende materielle Hilfe. Nach langer Krankheit starb August P. in Unter-St. Veit bei Wien im Alter von 62 Jahren mit der Anordnung, in dem ihm so lieb gewordenen Markte Ischl beerdigt zu werden; diesem Orte hinterließ er auch die Summe von 10.000 fl. zur Erhaltung der dortigen Wohlthätigkeits- und Verschönerungsanstalten; ebenso war er es, der den ersten Anstoß zum Baue der Straße von Gmunden nach Ebensee gab. Der Wiener Universität legirte er 20.000 fl. ö. W. zur Errichtung von drei Stipendien für hoffnungsvolle talentvolle Studirende, ohne Rücksicht auf deren Confession und überließ dem Rector magnificus die Vertheilung dieser drei Stipendien. Mit diesem Legate wollte P. eine Huldigung seinem Arzte, dem berühmten Professor Dr. Oppolzer [s. d. Bd. XXI, S. 76], der eben damals Rector magnificus der Wiener Hochschule war, darbringen, da er der Meinung war, daß Dr. Oppolzer lebenslänglich diese Ehrenwürde bekleide, und somit, so lange O. lebe, über die Verwendung der Interessen verfügen werde. Da dem nicht so ist, so fällt die Vertheilung selbstverständlich dem jeweiligen Rector magnificus zu. Für den Radetzkyfond bestimmte P. 10.000 fl. in ungarischen 5percentigen Grundentlastungs-Obligationen mit dem Wunsche, von den jährlichen Interessen drei brave, aus Cilli oder dessen Umgebung gebürtige Soldaten zu betheilen. – August’s Bruder, der noch lebende Friedrich von P. (geb. zu Cilli 10. December 1804), wählte, nachdem er zu Gratz, Padua und Lemberg studirt, und zuletzt an der Universität in Wien im Jahre 1826 die juridischen Studien beendigt hatte, das Lehrfach und trat als Erzieher bei dem k. k. Hof- und Landmarschalle Peter Grafen von Goëß ein, allwo er durch 20 Jahre, bis zum Tode desselben verblieb und mittlerweile im Dienste der niederösterr. Landstände bis zum Secretär befördert worden war. Von der k. k. niederösterr. Statthalterei kehrte er dann in den neuorganisirten Landesdienst wieder zurück, wurde daselbst im Jahre 1866 zum Ober-Landessecretär vom hohen Landtage befördert, worauf er zwei Jahre später zunehmenden Alters wegen in den erbetenen Ruhestand übertrat. Nach seinem im Mai 1868 erfolgtem Uebertritte in den Ruhestand wurde er in Anerkennung seiner vieljährigen und trefflichen Dienstleistung mit dem Ritterkreuze des Franz Joseph-Ordens ausgezeichnet. Am Schlusse des Jahres 1868, also mehrere Monate nach seiner Pensionirung, erlegte Friedrich von P. ein Capital von 100.000 fl. in 5percentigen Staatsschuldverschreibungen bei dem niederösterr. Landesausschusse zur Gründung „eines Landesschatzes, zur einstigen besseren Dotirung der Landesschulen in Niederösterreich“, überdieß unterstützte er den Verein für Landeskunde mit bedeutenden Beträgen und widmete dem von Sr. kais. Hoheit dem Erzherzoge Albrecht im Jahre 1869 gestifteten militärischen Vorschußfonde einen Betrag von 10.000 fl. in einheitlichen 5percentigen Staatsobligationen, sowie auch sonstige Vereine seiner thatkräftigen Unterstützung sich erfreuen.

Fremden-Blatt. Herausgegeben von Gust. Ritter v. Heine (Wien, 4°.) 1867, Nr. 281; 1868, Nr. 15 u. Nr. 275 [unter den Tagesnotizen]. – Neue freie Presse (Wiener polit. Blatt) 1867, Nr. 1054 [unter den Tagesnotizen]. – Wappen der Herren von Perko. In Blau auf grünem Rasen ein aufstrebender [26] Tannenbaum, der zu beiden Seiten von einem goldenen Sterne begleitet ist. Auf dem Schilde erhebt sich ein in’s Visir gestellter gekrönter Turnierhelm, aus dessen Krone ein rechtsgekehrter gekrönter goldener Löwe mit aufgeschlagenem Doppelschweife, ausgeschlagener rother Zunge, mit den Vorderpranken eine goldene Krone vor sich hinhaltend, hervorwächst. Die Helmdecken sind beiderseits blau, mit Gold unterlegt.