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BLKÖ:Papp, Ludwig Freiherr

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Band: 21 (1870), ab Seite: 280. (Quelle)
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Papp, Ludwig Freiherr (General-Major und Ritter des Maria Theresien-Ordens, geb. zu Prag im Jahre 1751, gest. zu Arad in Ungarn 4. Februar 1814). Sein Vater war Officier, auch der Sohn trat in die kaiserliche Armee, und zwar im Jahre 1766 als Cadet in das 31. Infanterie-Regiment Haller, in welchem er bis zu seiner Beförderung zum Obersten, im Jahre 1806, also durch volle vierzig Jahre, gedient hatte. Den bayerischen Erbfolgekrieg hatte P. als Lieutenant, den Türkenkrieg 1788–1790 als Hauptmann mitgemacht; im April 1799 wurde er zum Major, bald darauf zum Oberstlieutenant befördert. Zu verschiedenen Malen hatte sich P. durch seine Tapferkeit ausgezeichnet, so in dem Gefechte, welches am 1. Mai 1788 in der Walachei bei Titesti im schale der Pripora Gaura stattgefunden hatte; dann im Gefechte bei Boza am 3. August 1789 und noch bei mehreren anderen Gelegenheiten. Im Feldzuge des Jahres 1800 gegen Frankreich erkämpfte er sich bei Engen, am 3. Mai, das Ritterkreuz des Maria Theresien-Ordens. Der Feind hatte unseren Truppen, welche den Galgenberg besetzt hielten, denselben entrissen und sie zersprengt. P., die Wichtigkeit dieses Postens erkennend, ging nun aus freien Stücken, obwohl er bereits den ganzen Tag über im Gefechte gestanden und seine Truppe schon erschöpft war, an die Wiedergewinnung der von den Unseren verlorenen so wichtigen Position. Er sammelte sofort die zersprengte Truppe, ordnete sie, erklärte ihr die Wichtigkeit der Stellung auf dem Galgenberge und forderte sie nun auf, den Berg mit dem Bajonette im Sturm zu nehmen. Da jedoch die Uebermacht des Feindes gegen seine zum Sturm zu führende Abtheilung zu groß war, forderte er noch den Oberst von Schönthal, der mit zwei Bataillons vom Regimente Stein etwa 1000 Schritte entfernt von ihm aufgestellt war, auf, ihn in seinem Sturmangriffe zu unterstützen, und zwar den Feind in der rechten Flanke anzugreifen, was auch geschah. Der Galgenberg wurde von den von Papp angeführten Truppen auch wirklich im Sturm genommen und fortan diese Stellung behauptet. Dieß war aber wichtig: weil, wenn der Feind im Besitze des Galgenberges geblieben wäre, so wären nicht nur mehrere Tausend Mann der Unseren bei der schmalen Passage durch Engen in seine Hände gefallen, ja es würden sogar das Hauptquartier und die Artillerie-Reserve in die größte Gefahr gerathen sein. Auch noch am Abend desselben Tages, welchen über der Kampf auf beiden Seiten blutig geführt worden, wurde durch Papp’s rechtzeitiges und wieder freiwilliges Eingreifen in das Gefecht empfindlicher Nachtheil abgewendet. Drei Bataillone der Regimenter Beaulieu, Murray und Württemberg [281] waren bereits nahe daran, vom Feinde aufgerieben zu werden. Als Papp, der mit seinen wegen Erschöpfung abgelösten Truppen im Rücken der Reserve Stellung gewonnen hatte, die fliehenden Bataillone gewahrte, nahm er dieselben sofort auf und führte sie in ihre Position zurück, ließ dann noch hundert Freiwillige vortreten, mit denen er auf den Feind losging, der nunmehr jede weitere Beunruhigung der Unseren einstellte. In der 66. Promotion (vom 18. August 1801) wurde P. für seine Waffenthat mit dem Maria Theresien-Orden ausgezeichnet. Noch focht er in der Schlacht bei Aspern, 1809, als Oberst mit, wurde bald darauf zum General-Major befördert, trat aber noch vor Ablauf genannten Jahres in den Ruhestand über. Im Jahre 1813 erfolgte den Statuten des Ordens gemäß seine Erhebung in den Freiherrnstand.

Freiherrnstands-Diplom vom 12. October 1813. – Hirtenfeld (J.), Der Militär-Maria Theresien-Orden und seine Mitglieder (Wien 1857, Staatsdruckerei, kl. 4°.) S. 678 u. 1744. – Wappen. In Blau ein blank geharnischter Arm, der in seiner Hand einen zum Streite gerichteten Säbel an goldenem Griffe hält. Auf dem Schilde ruht die Freiherrnkrone, auf welcher sich ein in’s Visir gestellter gekrönter Turnierhelm erhebt. Auf der Helmkrone steht eine Taube natürlicher Farbe, einen dreiblättrigen grünen Zweig im Schnabel haltend. Die Helmdecken zu beiden Seiten sind blau, mit Silber unterlegt.