Zum Inhalt springen

BLKÖ:Oettl, Ulrich

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
korrigiert
Band: 21 (1870), ab Seite: 36. (Quelle)
[[| bei Wikisource]]
in der Wikipedia
Ulrich Oettl in Wikidata
GND-Eintrag: 100315402, SeeAlso
Dieser Text wurde anhand der angegebenen Quelle einmal Korrektur gelesen. Die Schreibweise sollte dem Originaltext folgen. Es ist noch ein weiterer Korrekturdurchgang nötig.
Linkvorlage für Wikipedia 
* {{BLKÖ|Oettl, Ulrich|21|36|}}

Oettl, Ulrich (gelehrter Benedictiner, geb. zu Achleithen in Niederösterreich 12. Mai 1731, gest. zu Kremsmünster 24. October 1795). In der Taufe erhielt er die Namen Johann Friedrich, welche er bei seinem Eintritte in’s Kloster mit dem Namen Ulrich (Udalricus) vertauschte. Er war der Sohn adeliger Eltern und seine Mutter Maria Anna eine geborne Kugler von Auegg und Seckau. Der Sohn kam nach Kremsmünster, wo er im Stifte die Studien beendete und dann in Salzburg an der von den Benedictinern geleiteten Hochschule die Rechtswissenschaften hörte. Nun kehrte er in das Stift Kremsmünster zurück, übernahm ein Lehramt am Gymnasium daselbst, aber schon in ein paar Jahren, 1761, erhielt er den Auftrag, über die Institutionen des Justinian zu lesen und versah dieses Lehramt bis zum Jahre 1791. Zugleich mit dieser Beschäftigung verband er als zweiter Bibliothekar Arbeiten an der Bibliothek, wurde dann im Jahre 1775 Subregens des adeligen Convictes und Präses der religiösen Congregationen. Nach Fixlmillner’s [Bd. IV, S. 261] Tode übernahm er als Decan die Leitung der Studien und später auch der Hauptschule, die er bis zu seinem im Alter von 64 Jahren erfolgten Tode behielt. Oettl war ein tüchtiger Rechtsgelehrter und Rechtslehrer. Im Drucke sind von ihm erschienen: „Historia juris civilis“ (Styrae 1769, Menhardt, 8°.); – „Institutiones juris civilis“, tomus I et II (ibid. 1770 et 1771, 8°.). Ein drittes Werk Oettl’s: „Institutiones imperialium“) blieb, wie Theodorich Hagn indem in den Quellen bezeichneten Werke schreibt, ungeachtet des von der Censur erlangten Imprimatur gewisser Verhältnisse wegen ungedruckt. Auch war es Pater Ulrich, der bald nach Auflösung der Ritterschule (1789) – denn das gegenwärtige k. k. Obergymnasium des Stiftes Kremsmünster war ursprünglich eine k. k. adelige Akademie oder Ritterschule – die Sitte wieder [37] aufnahm, den Anfang der Studien in jedem Semester mit einer feierlichen Rede zu eröffnen, was ihm jedoch in Balde durch den Censurzwang für immer verleidet wurde.

Pachmayr (Marianus), Historico-chronologica Series Abbatum et Religiosorum monasterii Cremifanensis etc. (Styrae 1777, A. Wimmer, kl. Fol.) p. 798. – (De Luca) Das gelehrte Oesterreich. Ein Versuch (Wien 1776, Ghelen’sche Schriften, 8°.) I. Bandes 1. Stück, S. 372. – Hagn (Theodorich), Das Wirken der Benedictiner-Abtei Kremsmünster für Wissenschaft, Kunst und Jugendbildung (Linz 1848, Haslinger, 8°.) S. 84, 139, 164, 225, 229, 234, 278, 280, 287, 288, 315. – Meusel (Joh. Georg), Lexikon der vom Jahre 1750 bis 1800 verstorbenen teutschen Schriftsteller (Leipzig, G. Fleischer, 8°.) Bd. X, S. 213.