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BLKÖ:Obermüllner, Adolph

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Obernyik, Karl
Band: 20 (1869), ab Seite: 459. (Quelle)
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Obermüllner, Adolph (Landschaftsmaler, geb. zu Wels in Oberösterreich im Jahre 1833). Ein Sohn des Welser Magistratsrathes Joseph Obermüllner, war nach vollendeten Studien zum Handelsstande bestimmt, zeigte aber schon in früher Jugend besondere Vorliebe und Anlage zur bildenden Kunst. Der immer mächtiger sich entwickelnde Drang zum Künstlerberufe führte ihn endlich im achtzehnten Lebensjahre an die Akademie der bildenden Künste in Wien, wo er unter Steinfeld’s Leitung die erste Vorbildung erhielt. Bald wurden ihm die damals besonders an der Landschaftsschute sehr beengten Akademieverhältnisse unleidlich, und nachdem er mit dem ersten Preise in dieser Schule ausgezeichnet worden, wandte er sich nach München, wo er durch drei Jahre ununterbrochen in der Meisterschule des berühmten Malers Richard Zimmermann die entscheidende Ausbildung erlangte und später mehrere Jahre auf Kunstreisen in Italien, Holland und Frankreich zubrachte. Unter den aus jener Zeit stammenden größeren Werken hat „Chamouny mit dem Montblanc“ auf der ersten deutschen Kunstausstellung in Cöln ungetheilte Anerkennung gefunden und eine Reihe von Aufträgen, meist vom Auslande, im Gefolge gehabt. Im Jahre 1860 kehrte O. nach Wien zurück, nahm hier seinen bleibenden Aufenthalt und trat bald mit einer Reihe von Bildern vor die Oeffentlichkeit, worunter die großen Werke: „Vierwaldstättersee“; – „Attersee“; – „Obersee im bayerischen Hochlande“ durch günstige Tages- und Fachkritik ganz besonders genannt wurden und bei Wiener Kunstfreunden bleibende Stätte fanden. Bei der im Monate Juni 1861 ausgerüsteten photographischen Alpen- und Gletscher-Expedition, welche unter dem Protectorate des Alpenvereines und mehrerer hoher Persönlichkeiten ausgeführt wurde, fiel die einstimmige Wahl eines künstlerischen Leiters auf O. und der Reisebericht sagte, daß es seiner genauen Kenntniß und Ausdauer zu danken war, daß die Expedition, welche unter unsäglichen Schwierigkeiten einen Theil der nördlichen Central-Alpenregionen durchzog und bis zur Spitze des Großglockners emporklomm, eine nie erwartete Ausbeute von etwa 160 großen Blättern als Resultat aufzuweisen hatte. In den Jahren 1862 bis 1866 verließen mehr als 20 große Bilder das Atelier des Künstlers, von denen nur vier, und zwar [460] vom österreichischen Kunstverein angekauft: „Das Etschthal bei Meran“; – „Motiv aus dem Innthale“; – „Anlaufthal bei Gastein“; – „Dorf Kirchhof“, in Oesterreich geblieben sind. Auch erhielt er in diesem Zeitraume den ehrenden Auftrag, für ein in München erscheinendes Kupferstichwerk das bayerische Hochgebirge, Tirol und endlich die Brennerbahn in Zeichnungen auszuführen und es wurden bis jetzt an 250 Blätter davon gestochen. Das für die internationale Ausstellung in Paris 1867 vollendete große Bild: „Stilfserjoch und der Ortler“, eröffnete O. eine bedeutende Absatzquelle nach England, und es folgten diesem dahin verkauften Werke bald die 53/4 und 8 Schuh großen Bilder: „Achensee in Tyrol“; – „Himmelswand im Kötschachthal bei Gastein“; dann eine Reihe kleinerer Bilder aus Steiermark und endlich ein im Farbendrucke ausgeführtes Album der Krpr. Rudolphbahn für die meist aus Engländern bestehende Bauunternehmung. Im Winter des Jahres 1867 wurde der Künstler durch die ehrende Auszeichnung überrascht, daß der oberösterreichische Landtag einstimmig beschlossen habe, O. als Landeskind ein großes Bild für die Linzer Landesgallerie zur Ausführung in Auftrag zu geben. O. wählte nun in Ausführung dieses Auftrages das Motiv: „Das Nassfeld bei Gastein“, welches Bild nun auch in der Linzer Landesgallerie aufgestellt ist. O.’s Motive sind besonders in seinen großen Arbeiten meist der Hochgebirgswelt entnommen und er kennt auch bis auf zu den Zinnen des Glockners und Ortlers, des Dachsteins und der Zugspitze die Gebirgswelt wie wohl nicht viele Künstler der Gegenwart. Von O.’s Landschaften waren außer den in vorstehender Skizze bereits genannten in den Monats-Ausstellungen des österreichischen Kunstvereins zu sehen im Jahre 1859: „Partie bei Brannenburg in Oberbayern“; – „Partie im Salzburgischen“; – 1860: „Die Thorspitze im bayrischen Hochgebirge“; – „Moorbad Zipf mit dem Höllengebirge in Oberösterreich“; – 1861: „Der Staubbach im Lauterbrunnenthale“; – „Gsteig mit dem Sanetsch in der Schweiz“; – 1862: „Ansicht von Genf“; – 1863: „Dorf Köffen mit dem Kaisergebirge in Tirol“; – „Ferleithen im Pinzgau“; – „Der Obernsee im bayerischen Hochlande“; – „Holländische Winterlandschaft“; – 1864: „Motiv am Inn“; – 1865: „Motiv aus dem bayerischen Hochgebirge“; – „Abend am Vierwaldstättersee“; – 1866: „Etschthal und die hohe Mendel nächst Meran“; – „Baumlandschaft“; – 1867: „Vor dem Gewitter. Motiv von der Zwieselalpe“; – „Der erste Schnee“; – 1868: „Am Abend“; – „Am Morgen“; – „Hochalpe am Funtensee“[WS 1] (Grenze von Pinzgau und Berchtesgaden). Von seinen neuesten größeren Werken aber sind zu nennen: „Wildbach in den Ortleralpen“; – „Hammerschmieden in Steiermark“. O. schrieb auch manche Reiseerinnerung für weitverbreitete Journale und nimmt während seines Wiener Aufenthaltes den thätigsten Antheil an dem socialen und öffentlichen Leben; im Künstlervereine „Hesperus“ hat O. eine Reihe von glänzenden künstlerisch arrangirten Festen des Carnevals in’s Leben gerufen, auch das Gartenfest, das der Hesperus-Verein während der dritten deutschen Kunstausstellung den in Wien anwesenden Künstlern gab und das einstimmig als der Glanzpunct der Festlichkeiten bezeichnet wurde, war in Plan, Anordnung und Ausführung O.’s Werk. In Kunstkatalogen und öfter auch in Journalen erscheint O. irrig unter dem Namen Obermüller, sein wahrer Name ist Obermüllner. Unser Künstler hat sich im Jahre 1867 in den ersten Tagen [461] des Monats Juli mit einem Fräulein Louise Ofenheim vermält.

Waldheim’s Illustrirte Zeitung (Wien, Fol.) II. Band (1863), S. 955. – Desselben illustrirte Monathefte (Wien) 1864, S. 12: „Eine photographische Gletscher-Expedition“. – Neue freie Presse (Wiener polit. Blatt) 1866, Nr. 790; 1867, Nr. 967, 1038; 1868, Nr. 1202, in den „Kunstnotizen“. – Bayerische Zeitung (München, 4°.) 1863, Morgenblatt Nr. 195; Morgenblatt Nr. 257. – Fremden-Blatt. Von Gustav Heine (Wien, 4°.) 1865, Nr. 67, 336; 1867, Nr. 180, 187; 1868, Nr. 113, unter den Kunstnotizen. – Kataloge der Monats-Ausstellungen des österreichischen Kunstvereins, 1859, Jänner, April; 1860, März; 1861, Februar, Juni; 1862, März, Mai, December; 1863, Jänner, März, Mai, December; 1861, Februar, Juni, Juli; 1863, Jänner, Februar, April; 1866, April, Mai; 1867, Jänner, Februar; 1868, Jänner, März.

Anmerkungen (Wikisource)

  1. Vorlage: Fundensee.