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BLKÖ:Novopacky, Johann

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Novicki
Band: 20 (1869), ab Seite: 412. (Quelle)
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Novopacky, Johann (Maler, geb. in Böhmen, nach Einigen im Jahre 1821, nach Anderen im Jahre 1826). Seine künstlerische Ausbildung erhielt er an der Wiener Kunstakademie, dann machte er eine Reise nach Italien und setzte in Rom seine Kunststudien fort. Im Jahre 1854 kehrte mit einem Schatze von Kunststudien, die er in Italien gemacht, nach Wien zurück, wo er seinen bleibenden Aufenthalt nahm und in den Jahres-Ausstellungen der Akademie der bildenden Künste und später auch in den Monats-Ausstellungen des österreichischen Kunstvereins dem Publicum seine künstlerischen Arbeiten, meist Landschaften mit gelungenen Staffagen in Oel und Wasserfarben, dann aber Trachtenbilder u. dgl. m. vorführte. Schon im Jahre 1846 brachte er seine ersten Arbeiten in die Oeffentlichkeit, und zwar in der Jahres-Ausstellung der Akademie der bildenden Künste: „Am Bache“ (50 fl.); – „Ein Herbstabend“ (80 fl.); – „Am Neusiedlersee, nach einem Regen“ (80 fl.); – „Ein [413] Motiv aus dem Leithagebirge“ (250 fl.); – im Jahre 1847: „Landschaft mit einem Strichregen“ (220 fl.); – „Tagesanbruch“ (120 fl.); – „Zwei Studien“; – „Der zweite Februar“, nach Weidmannsspruch: „Wenn’s zu Lichtmeß recht stürmt und schneit, der Bär aus seiner Höhl’ sich freut“ (180 fl.); – in den Monats-Ausstellungen des österreichischen Kunstvereins, im Jahre 1852: „Aquäduct zu Salona in Dalmatien“ (450 fl.); – „Der Ofen-See in Oberösterreich“ (180 fl.); – „Der Rauhenstein bei Baden“, Bleistiftzeichnung (25 fl.); – „Windfälle“ (400 fl.); – 1853: „Die Arena und Porta d’Ercole zu Pola“ (400 fl.); – „Der verlassene Hafen bei Spalato“ (100 fl.); – 1854: „Aus den Pontinischen Sümpfen“ (400 fl.); – „Am Lago di Albano“ (350 fl.); – „Aus der Campagna bei Rom“ (450 fl.); – in diesem und auch im nächsten Jahre eine reiche Folge: „Reisestudien aus Italien“, in Kohlen-, Bleistiftzeichnung und Aquarell: „Baumpartie aus der Villa Doria Pamphili“ (Kohlenz.); – „Weib von Frosinone“ (Aqu.); – „Festcostume von Procida“ (Aqu.); – „Fischer aus Neapel“ (Aqu.); – „Frau von Netuna“ (Aqu.); – „Kloster Pallazala am Albanersee“ (Kohlenz.); – „Bei Civitella“ (Kohlenz.); – „Aus der Villa Doria Pamphili“, zwei Blätter, eines Kohlen-, das andere Bleistiftzeichnung’; – „Albano“ (Kohlenz.); – „Hirte aus der Campagna von Rom“ (Aqu.); – „Kloster von St. Francesca in Terracina“ (Kohlenz.); – „Partie aus Serpentara“ (Kohlenz.); – „Ansicht von Terracina“ (Oelskizze); – „Mädchen von der Insel Procida“ (Aqu.); – „Terracina vom Kloster St. Francesco“ (Oelskizze); – „in der Serpentara bei Olevano“ (Kohlenz.); – „Mädchen aus[WS 1] Mola[WS 2] di Gaeta“; – „Mädchen aus Orbita“; – „Frau aus Frascati“; –. „Pilgerin aus Sonino“ (die letzten vier Aqu.); – „Capelle im Sabinergebirge“; – „Beim Kloster Camaldula“; – „Aus der Villa Doria bei Albano“ (drei Blätter Kohlenzeichnungen), jedes dieser Blätter, von denen mehrere vom Kunstverein zur Verlosung angekauft wurden, 40, die letzten drei 30 fl.; – „Ansicht vom Kloster Camaldula bei Neapel“ (110 fl.); – „Brunnen bei Albano“ (400 fl.); – „Frühlingslandschaft“ (100 fl.); – „Aus der Villa d’Este bei Tivoli“ (Kohlenz., 15 fl.); – „Am Wege nach Stixenstein“ (Kohlenz., 25 fl.); – „Ponte Momentana bei Rom“ (100 fl.); – „Arriccia bei Rom“ (550 fl.); – 1856: „Aus der Villa Doria bei Albano“ (150 fl.); – „Partie bei Baden“ (120 fl.); – „Die Küste bei Spalato“ (120 fl.); – „Ruhende Kinder“ (80 fl.); – 1857: „Der mittlere Krimler-Fall“ (300 fl.); – 1858: „Schloss Liechtenstein“ (400 fl.); – „Baja bei Neapel“ (400 fl.); – „Der Fuscher Eiskahr“ (100 fl.); – 1859: „Etschthal bei Botzen“ (450 fl.); – „Der Achensee“ (300 fl.); – „Partie am Gmundnersee“ (30 fl.); – „Aus dem steirischen Hochgebirge“ (250 fl.); – 1860: „Die Heimkehr“ (430 fl.); – „Walddurchblick“ (120 fl.); – „Dorf Planizing in Tirol“ (160 fl.); – 1862: „Aus den steirischen Alpen“ (500 fl.); – „Kühe im Bache“ (400 fl.); – „Abend“ (330 fl.); – „Am Hochschwab“ (50 fl.); – „Kohlenmeiler“ (200 fl.); – 1863: „Alt-Aussee“; – „Aus Ungarn“ (320 fl.); – „Schloss Pohorella in Ungarn“; – „Schloss Kiralyfia“, ebenda, zwei Aquarelle, Eigenthum des Prinzen August von Sachsen-Coburg; – „Contemplation“ (150 fl.); – 1864: „Schloss und Dorf Szent-Antal in Ungarn“, Eigenthum des Prinzen August von Sachsen-Coburg; – „Aus der Galleria di sopra am Albanosee“ (400 fl.); – „Thierstück“ (150 fl.); – „Der Raub des Hylos“; – „Elfentanz“; – „Mühle“, drei Concursskizzen; – 1865: „Marina [414] grande von Sorrento“ (300 fl.); – 1866: „Ein Kornfeld“; – „Ernte“ (350 fl.); – 1867: „Waldlandschaft“ (1200 Francs); – „Ansicht gegen das Cap Circello von der Gräberstrasse bei Terracina“ (330 fl.); – „Partie bei Meran“ (300 fl.); – 1868: „Aus dem todten Gebirge“, Steiermark (280 fl.); – „Die Villa des Mecenas in Tivoli“ (Aqu.); – „Untersberg“ (Aqu.). In der Prager Ausstellung des Jahres 1862: „Im Dorfbache“ (300 fl.), und 1857: „Ackersmann“ (200 fl.); in der dritten allgemeinen Kunstausstellung in Wien: „Idylle“; – „Die Gschirrmauer bei Seewiesen in Steiermark“; – „Eine Mondnacht“; – „Motiv am Alt-Aussee“; in der deutschen allgemeinen und historischen Kunstausstellung in München im Jahre 1858: „Partie bei Baden“; – „Am Gardasee“; – „Ansicht des Amphitheaters bei Pola“. Mehrere von diesen ausgestellten Gemälden sind vom österreichischen Kunstverein zu Verlosungen angekauft worden. Vieles, was der Künstler gemalt, kam gar nicht in die Oeffentlichkeit und befindet sich im Besitze von Privaten, Kunstfreunden und Sammlern; die kaiserliche Belvedere-Gallerie besitzt von des Künstlers Hand eine in Oel gemalte „Landschaft, im Hintergrunde eines verödeten Kirchhofes eine Kirchenruine“ (4 Fuß hoch, 6 Fuß breit). Wie aus der vorliegenden Uebersicht von Novopacky’s Arbeiten zu ersehen ist, hat der Künstler Streifzüge zu seinen Studien in die verschiedenen Kronländer der Monarchie gemacht und seine Kunststudien an Ort und Stelle in Ungarn, Dalmatien, Ober- und Niederösterreich, Steiermark, Salzburg und Tirol fortgesetzt. N. hat auch mehrere Blätter lithographirt und im Farbendrucke ausgeführt. Er zählt zu den gesuchtesten Landschaftern Wiens in der Gegenwart; im Sommer 1868 wurde er nach Gödöllö in Ungarn berufen, um den Zeichnenunterricht, den er den kaiserlichen Kindern schon früher ertheilte, auch dort fortzusetzen. Seine Bilder sind tüchtig gemalt, verrathen gründliche Studien, besitzen in der Regel ein frisches naturwahres Colorit und jedenfalls ist er in der ihm am besten zusagenden naturalistischen Ausdrucksweise bei weitem glücklicher, als in jenen idealisirten und aus der Phantasie componirten Landschaften, die, wenn auch der Künstler darin ein „heiteres Sichergehen“ ahnen lassen möchte, gerade den Eindruck vom Gegentheil Hervorbringen. Ueberdieß ist N. ein gewandter und sicherer Aquarellist und seine Trachtenbilder sind geistvolle ethnographische Kunststudien.

Deutsches Kunstblatt 1854, S. 15, 276; 1855, S. 51; 1857, S. 343. – Engerth (Erasmus), Catalog der modernen Schule der k. k. Gemälde-Gallerie zu Wien (Wien 1860, Carl Gerold’s Sohn, 8°.) S. 21 [nach diesem geb. im Jahre 1821], – Krafft (Albrecht), Die moderne Schule der k. k. Gemälde-Gallerie (Wien 1854, A. Pichler’s Witwe u. Sohn, 8°.) S. 19 [daselbst erscheint er unter dem irrigen Namen: Naewopaczky]. – Die Künstler aller Zeiten und Völker. Begonnen von Prof. Fr. Müller, fortgesetzt von Dr. Karl Klunzinger (Stuttgart 1860, Ebner u. Seubert, gr. 8°.) Bd. III, S. 193 [nach diesem geb. im Jahre 1826]. – Kataloge der Jahres-Ausstellungen in der Akademie der bildenden Künste (Wien, 8°.) 1846, S. 10, 12, 20, 22; 1847, S. 18, 19, 23. – Kataloge der Monats-Ausstellungen des österreichischen Kunstvereins vom Jahre 1852 bis 1868.

Anmerkungen (Wikisource)

  1. Vorlage: ans
  2. Vorlage: Molo