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BLKÖ:Novák, Chrysostomus

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Novak (Schreibart)
Band: 20 (1869), ab Seite: 405. (Quelle)
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Novák, Chrysostomus (Benedictinerabt, geb. zu Zalaber 4. April 1744, gest. 20. October 1828). Ein um den Benedictinerorden Ungarns in der Zeit der Klosteraufhebung vielverdienter Mönch. Er stammt aus einer ungarischen Adelsfamilie und hatte in der Taufe den Namen Joseph erhalten, denselben aber später, als er Mönch wurde, mit Chrysostomus umgetauscht. In seinem Geburtsorte und in Oedenburg beendete er die ersten Studien. Im J. 1761, damals 17 Jahre alt, trat er in dem berühmten Stifte Martinsberg auf dem Mons Pannonius in den Benedictinerorden, in welchem er die philosophischen und theologischen Studien fortsetzte und im Jahre 1768 die h. Weihen empfing. Um seine gelehrte Ausbildung zu vollenden, schickte ihn sein Abt, da er sich während seiner Studien schon durch wissenschaftlichen Eifer ausgezeichnet hatte, nach Salzburg in das zu jener Zeit ob seiner Gelehrsamkeit berühmte Kloster St. Peter, wo N. zwei Jahre philosophische, theologische, staatswissenschaftliche und historische Studien trieb. Dann kehrte er in seine Heimat zurück, wurde zunächst als Professor der Philosophie, später der Theologie im Kloster verwendet und erwarb sich unter seinen Klosterbrüdern bald ein solches Ansehen, daß er im Jahre 1784 zum Abte von Bakonyhél erwählt wurde. Auf diesem Posten ordnete er die bis vor seiner Ankunft in ziemlich verwahrlostem Zustande befindlichen Verhältnisse des Klosters, wurde aber in seiner Organisation durch die im Jahre 1786 erfolgte Aufhebung desselben unterbrochen. N. begab sich nun auf die Besitzung seiner Familie im Zalaer Comitate, wo er sechs Jahre [406] zurückgezogen und wissenschaftlichen Studien hingegeben verlebte. Erst auf dem Preßburger Landtage des Jahres 1791 trat er wieder in die Oeffentlichkeit und drang im Vereine mit den Aebten Daniel Somogyi, Samuel Vajda und Kaspar Nemes auf die Wiederherstellung seines Klosters, nahm thätigen Antheil an der mit der Ausarbeitung der Schulorganisation beauftragten Landtagsdeputation und wurde in Folge dessen zum Oberdirector des Fünfkirchner Schulbezirkes ernannt. Zehn Jahre wirkte er in verdienstlichster Weise auf diesem Posten, als er im Jahre 1802 nach Wiederherstellung seines Stiftes zum Erzabte in Ofen ernannt wurde. Nun entfaltete er eine energische Thätigkeit, um das Stift zu Glanz und Ehren zu bringen. Zur Ausbildung tüchtiger Ordenspriester errichtete er trefflich eingerichtete Schulen, in welchen philosophische, theologische und classische Studien betrieben wurden, sorgte dafür, daß seine wissenschaftlich ausgebildeten Conventualen an entsprechende Lehrerstellen der verschiedenen Unterrichtsanstalten im Lande berufen wurden, stellte das Gotteshaus seines Klosters in würdiger Weise her und richtete mit aller Sorgfalt und Einsicht eine Bibliothek in demselben ein, welche bald an 40.000 Bände trefflicher Werke aller Wissenszweige zählte. Vierzehn Jahre wirkte so N. zum Gedeihen seines Stiftes, im Jahre 1816 wurde er in den Ruhestand versetzt, den er noch 12 Jahre genoß. Seine zahlreichen wissenschaftlichen Arbeiten, theils in lateinischer, theils in ungarischer Sprache, werden unter den Handschriften des Klosters aufbewahrt, im Drucke hat er bloß das Werk: „Vindiciae diplomatis quo S. Stephanus Monasterium S. Martini de S. Monte Pannoniae Ord. Bened. an. 1001 fundaverat contra Anonymi episiolam“ (Budae 1780, 8°.) herausgegeben.

Magyar irók. Életrajz-gyüjtemény. Gyüjté Ferenczy Jakab és Danielik József, d. i. Ungarische Schriftsteller. Sammlung von Lebensbeschreibungen. Von Jacob Ferenczy und Jos. Danielik (Pesth 1856, Gustav Emich, 8°.) S. 341.