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BLKÖ:Netuschil, Barbara

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Netzer, Joseph
Band: 20 (1869), ab Seite: 228. (Quelle)
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Netuschil, Barbara und ihr Gatte Franz (Vorsteher eines weiblichen Erziehungs-Instituts in Wien). Barbara, eine geborne Brunst, war die Tochter eines Strumpffabrikanten in Erlangen, erhielt eine gute Erziehung und widmete sich seit ihrem siebzehnten Jahre dem Lehr- und Unterrichtsfache. Nach ihrer Verheirathung mit Franz Netuschil begründete sie in Wien in Gemeinschaft mit ihrem Gatten eine öffentliche Mädchenschule, welche sich bald einen vortheilhaften Ruf erworben hatte. Diese Anstalt blühte in den Zwanziger- und Dreißiger-Jahren unsers Jahrhunderts. Barbara war die Leiterin der Anstalt, an der ihr Gatte als Lehrer mitwirkte. Beide waren auch im Gebiete der Jugendschriftstellerei thätig und sind von ihnen folgende Schriften herausgegeben worden: „Aphorismen für Mädchen zur Erweiterung des Nachdenkens und zur Veredelung des Herzens ...“ (Wien 1817, 12°.); – „Philippine und ihre Hofmeisterin, ein Gespräch zur Belehrung und Unterhaltung für die weibliche Jugend und zur Uebung in der französischen Sprache, besonders im Conversationston ...“ (Wien 1819, gr. 8°.), der zur Seite gedruckte französische Text ist von Ign. J. L. Liezenmayer von Hochstett bearbeitet; – „Uebungsspiele zur Anwendung der Regeln der deutschen Rechtschreibung. In 670 Beispielen nebst einem alphabetischen Anhang von 80 kurzgefassten moralischen Sätzen“ (Wien 1826, Tendler, gr. 8°.); – „Gabriele, oder die gute Tochter. Eine Originalgeschichte für deutsche Fräulein und Mädchen von reiferem Alter“ (Wien 1831, Mausberger, mit Titelk., gr. 12°.); – „Kleine Begebenheiten aus dem Gebiete der weiblichen Jugend. Ein neues unterhaltendes Haus- und Lesebüchlein für kleine Mädchen“ (ebd. 1839, mit Titelk., gr. 12°.); bei den letztgenannten drei Schriften ist Franz N. als Autor auf dem Titel genannt. Nach Schindel’s Mittheilungen besaß sie Vieles in Handschrift, u. z. moralische Gedichte, Epigramme, prosaische Aufsätze verschiedenen Inhalts und ein damals noch unvollendetes Werk, betitelt: „Bemerkungen und Vorschläge zur zweckmäßigen Erziehung der Töchter“. Ueber die weiteren Schicksale der Anstalt und ihrer Leiter ist dem Herausgeber dieses Werkes nichts bekannt.

Schindel (Carl Wilhelm Otto August von), Die deutschen Schriftstellerinen des neunzehnten Jahrhunderts (Leipzig 1825, F. A. Brockhaus, 8°.) Bd. III, S. 47. – Sartori (Franz Dr.), Verzeichniß der gegenwärtig in und um Wien lebenden Schriftsteller (Wien 1820, Ant. Strauß, 8°.) S. 46. – Böckh (Franz Heinrich), Wiens lebende Schriftsteller, Künstler und Dilettanten im Kunstfache. Dann Bücher-, Kunst- und Naturschätze u. s. w. (Wien 1821, B. Ph. Bauer, 8°.) S. 36.