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BLKÖ:Munkácsy, Joseph von

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Munkácsy, Johann
Band: 19 (1868), ab Seite: 458. (Quelle)
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Munkácsy, Joseph von (k. k. General-Major und Ritter des Maria Theresien-Ordens, geb. zu Galantha in Ungarn im Jahre 1753, gest. zu Karlsburg 16. December 1815). Der Sohn eines ungarischen Edelmannes, trat in jungen Jahren bei dem Regimente Kaiser-Huszaren ein, kam im Jahre 1773 zur ungarischen Garde und bald darauf als Unterlieutenant in das Infanterie-Regiment Nr. 33. Mit demselben machte er den türkischen Feldzug mit und rückte während dieser Zeit zum Hauptmann vor. Im Jahre 1798 zum Major und Commandanten des nach dem Luneviller Frieden reducirten 13. leichten Bataillons ernannt, führte er dasselbe mit großer Bravour in den Kämpfen in der Schweiz und in Italien, Im Jahre 1800 wurde er Oberstlieutenant, 1805 [459] Oberst des 37. Infanterie-Regiments, 1809 General-Major und Festungscommandant zu Karlsburg, in welcher Eigenschaft er auch daselbst im Alter von 63 Jahren starb. Munkácsy war ein tapferer Führer, der zu wiederholten Malen Proben ausgezeichneter Bravour abgelegt. Das Maria Theresienkreuz erkämpfte er sich im französischen Kriege 1796/97. Es war bei der Belagerung von Kehl im Jahre 1796, in welchem Munkácsy als Hauptmann Majordienste verrichtete. Am 22. November hatten die Franzosen die Redouten 4 und 5 genommen und trafen eben Anstalten, den übrigen Redouten in den Rücken zu kommen. M. befand sich eben zu dieser Zeit mit 4 Compagnien von Sztáray-Infanterie in der Redoute Nr. 1, wo er die Flüchtigen von den verlorenen Posten aufnahm und seine Stellung um jeden Preis zu behaupten suchte. Der Feind gab nun vor der Hand jede weitere Absicht eines neuen Angriffes auf. Nun versuchte der General-Major Prinz von Oranien mit 150 Freiwilligen einen Angriff auf die Redoute Nr. 4. Der General-Major verlor gleich bei Beginn der Sturmes sein Pferd und stürzte zur Erde, Munkácsy setzte aber den Angriff fort und feuerte die Freiwilligen durch sein eigenes Beispiel so sehr an, daß nicht nur die Redoute Nr. 4 wieder gewonnen, sondern der Feind auch gezwungen wurde, die Redoute Nr. 5 zu verlassen. Einige Tage später gelang es M., eine Flesche zu erstürmen, durch deren Besitz allein es möglich war, die zu gleicher Zeit von den Unserigen erstürmte Insel Kehlhopf zu behaupten. Wiederholte Versuche des Feindes, die Unserigen aus ihren gewonnenen Stellungen zu verdrängen, blieben erfolglos. Am 10. vollführte M. eine neue Waffenthat, er nahm das aus drei Fleschen gebildete, stark verpallisadirte Vorlager des Feindes und hielt eine Stunde dem heftigsten Andrängen des Feindes gegenüber Stand, erst eine bedeutende Verwundung und die stets wachsende Uebermacht des Gegners nöthigte ihn endlich zum Rückzuge, den er auch in größter Ordnung ausführte. Noch leidend an seiner Wunde, hatte er an der Wiedereroberung jener Werke den rühmlichsten und entscheidensten Antheil. Am Neujahrstage 1797 ließ M. den Wassergraben vor den Pallisaden mit Faschinen ausfüllen und die Pallisaden umhauen, sprang dann mit seiner Mannschaft in den Graben, wo das Wasser vier Fuß tief war, überstieg die Pallisaden und vertrieb den Feind. Dieser wurde sofort von den Freiwilligen bis in das Werk verfolgt, dort von einer anderen Abtheilung im Rücken angegriffen und gezwungen, auch die beiden anderen Fleschen zu verlassen. Munkácsy drang nun in das feindliche Lager selbst ein und begann, nachdem über zweihundert Mann gefallen waren, den Feind mit seinem eigenen Geschütze zu beschießen. Als die einbrechende Nacht dem weiteren Feuer ein Ziel setzte, ließ M. die eroberten Geschütze vernageln, die Munitions-Vorräthe zerstören und den Rückzug in die Laufgräben antreten. Durch dieses kühne Unternehmen M.’s war es den Unserigen möglich gemacht, am folgenden Tage ohne Störung die Laufgräben zu eröffnen, was die unmittelbare Uebergabe Kehl’s zur Folge hatte. M. wurde für seine ausgezeichnete Waffenthat außer Capitel am 20. Jänner 1797 mit dem Ritterkreuze des Maria Theresien-Ordens belohnt. In den Feldzügen der folgenden Jahre that sich M. im Jahre 1800 in Italien bei der Vertheidigung von Bondenno – am 4. December – hervor, [460] bei welcher Gelegenheit er 5 Officiere und 80 Mann gefangen nahm, und zwei Schiffe am Panaro erbeutete. Neue Proben seiner Bravour aber gab er als Oberst des 37. Infanterie-Regiments im Treffen bei Verona am 18. October 1805, und in der Schlacht bei Caldiero am 29.–31. October 1805, in welcher Erzherzog Karl den französischen Marschall Massena schlug.

Hirtenfeld (J. Dr.), Der Militär-Maria Theresien-Orden und seine Mitglieder (Wien 1857, Staatsdruckerei, kl. 4°.) S. 511 u. 1740. –