Zum Inhalt springen

BLKÖ:Molnár, Adam

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
korrigiert
<<<Vorheriger
Molnár, Stephan
Nächster>>>
Molnár, Aladár
Band: 19 (1868), ab Seite: 24. (Quelle)
[[| bei Wikisource]]
in der Wikipedia
Adam Andreas von Molnár in Wikidata
GND-Eintrag: 102943354, SeeAlso
Dieser Text wurde anhand der angegebenen Quelle einmal Korrektur gelesen. Die Schreibweise sollte dem Originaltext folgen. Es ist noch ein weiterer Korrekturdurchgang nötig.
Linkvorlage für Wikipedia 
* {{BLKÖ|Molnár, Adam|19|24|}}

Außer den beiden obigen Johann Baptist und Stephan Molnár sind noch mehrere Personen dieses ungarischen Namens, der gleichbedeutend ist mit dem deutschen Müller, bemerkenswerth:

1. Adam Molnár (Arzt, geb. zu Tresztyénsáfalva in Niederungarn 24. December 1716, gest. 15. Juli 1778). Die Eitern, ungarische Edelleute, ließen ihm eine gute Erziehung angedeihen, schickten ihn dann nach Oedenburg, Preßburg und an andere zu jener Zeit gerühmte Schulen Ungarns und Siebenbürgens, und so gründlich vorbereitet, ging er nach Deutschland, wo er an der Hochschule zu Halle die medicinischen Wissenschaften beendete und im Jahre 1747 die Doctorwürde erlangte. Da er ein tüchtiger Botaniker war, wurde er noch im nämlichen Jahre in die kais. Leopoldinische Akademie Naturae curiosorum aufgenommen und erhielt in derselben den Namen Marcellus II. Nun kehrte er in sein Vaterland zurück, begab sich alsdann nach Siebenbürgen, wo er zuerst in Klausenburg, dann in Kronstadt die Praxis ausübte, bald aber einer Einladung des Hospodars der Walachei nach Bukarest folgte, wo er nahezu zwanzig Jahre verweilte, bis ihn die Wirren des Krieges zur Rückkehr in die Heimat drängten. Er ließ sich nun 1768 bleibend in Kronstadt nieder, wo er auch im Alter von 62 Jahren starb. Von seinen [25] Schriften ist nur die „Disquisitio caussarum sterilitatis hominum utriusque sexus“ (Halae 1747, 4°.) im Drucke erschienen; seine ungleich wichtigeren Arbeiten: „De Aëre, Aquis, et Locis Valachiae“; – „De Natura et Diaeta crassa Valachorum“; – „De morbis endemiis Valachiae“, alle bereits druckfertig und nur der Absendung an die Leopoldinische Akademie gewärtig, gingen auf seiner Flucht, zu welcher er im Jahre 1768, bei dem Einbruche der feindlichen Haufen in Bukarest, gezwungen war, verloren. [Veszprémi (Steph.), Succincta medicorum Hungariae et Transilvaniae Biographia (Viennae 1781, Trattnern, 8°.) Centuria altera, pars posterior, p. 266.]