Zum Inhalt springen

BLKÖ:Mittrovsky, Joseph Anton Franz Graf

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
korrigiert
Band: 18 (1868), ab Seite: 396. (Quelle)
[[| bei Wikisource]]
Joseph Anton Franz von Mittrowsky in der Wikipedia
Joseph Anton Franz Graf von Mittrowsky in Wikidata
GND-Eintrag: 138391939, SeeAlso
Dieser Text wurde anhand der angegebenen Quelle einmal Korrektur gelesen. Die Schreibweise sollte dem Originaltext folgen. Es ist noch ein weiterer Korrekturdurchgang nötig.
Linkvorlage für Wikipedia 
* {{BLKÖ|Mittrovsky, Joseph Anton Franz Graf|18|396|}}

Mittrovsky, Joseph Anton Franz Graf (k. k. General-Feldzeugmeister, geb. zu Kaschau 28. December 1733, gest. zu Paskau in Mähren 2. März 1808). Der älteste Sohn des Freiherrn Johann Nepomuk von M. [S. 390, Nr. 9] aus dessen Ehe mit Maria Kasimira Freiin von Blankowsky. Trat in jungen Jahren, um 1748, [397] in die kaiserliche Armee, machte den siebenjährigen Krieg mit, und that sich bei der Einnahme der Festung Schweidnitz, indem er an der Spitze seiner Abtheilung, sie durch seinen Muth anfeuernd, ihm zu folgen, einer der Ersten die Bastionen erstieg, durch ausgezeichnete Bravour so hervor, daß ihm Feldzeugmeister Loudon seine volle Anerkennung öffentlich aussprach und ihn für das Ritterkreuz des Maria Theresien-Ordens in Antrag brachte, welches M. jedoch nicht erhielt. Diese Heldenthat ist von Emil (pseudonym für Trimel), der erst vor kurzem (1867) gestorben, poetisch behandelt worden. M. war zu jener Zeit Oberstwachtmeister im Infanterie-Regimente Salm-Salm und wurde bei dieser Gelegenheit schwer verwundet. Im Jahre 1773 wurde er zum General-Major, im Jahre 1784 zum Feldmarschall-Lieutenant befördert. Im Jahre 1788 commandirte er das Armeecorps in Slavonien und Syrmien gegen die Türken. Mit demselben vollzog er die Einschließung Gradisca’s und nahm alle Belagerungarbeiten vor, welche jedoch der in Folge vorgerückter Jahreszeit eingetretenen Ueberschwemmung wegen eingestellt werden mußten. Während der Unterbrechung des Krieges von 1788 bis 1789 führte M. an Loudon’s Stelle das Interimscommando, bis Loudon bei seiner Rückkehr im Mai 1789 wieder den Oberbefehl übernahm. M., der schon seines ausgezeichneten Verhaltens vor Schweidnitz wegen im Jahre 1767 in den Grafenstand erhoben worden, nahm nun Theil an der Belagerung Belgrads, worauf er in Anerkennung seiner Verdienste zum Feldzeugmeister befördert wurde. Darauf erfolgte seine Ernennung zum Commandanten in Siebenbürgen, und im Jahre 1791 in der Walachei zu Bukarest. Hier übernahm M. am 24. Mai das Präsidium des Divans, von welchem Feldmarschall-Lieutenant Baron Engenberg auf seine wiederholte Bitte enthoben wurde. Nach dem Frieden von Sistow räumte er die wieder an die Türken übergebene Walachei und verließ am 9. September 1791 Bukarest, in welches der neue Fürst Michael Drako Suzo einzog. M. kehrte nun in seine Heimat zurück und lebte einige Zeit zurückgezogen auf der von ihm erkauften Herrschaft Paskau. Im Jahre 1806 wurde der Graf zum Capitän der Trabanten-Leibgarde und Hofburgwache ernannt, legte aber schon im folgenden Jahre, in den Pensionsstand tretend, diese Stellen nieder, um sich vollends in die Ruhe des Landlebens zurückzuziehen, die er dann auch – wenngleich nur kurze Zeit mehr – auf seiner Lieblingsschöpfung Paskau, auf der er einen der reizendsten Gärten des Landes angelegt, verlebte. Graf Joseph Anton war mit Karolina Gräfin Koháry vermält, jedoch war diese Ehe kinderlos geblieben und der Graf Joseph Anton hat sein Geschwisterkind, den Grafen Anton Friedrich, zum Universalerben eingesetzt.

Grafenstands-Diplom für Joseph Anton Franz Freiherrn von Mittrovsky vom 16. März 1767. – Schriften der historisch-statistischen Section der k. k. mährisch-schlesischen Gesellschaft des Ackerbaues, der Natur- und Landeskunde (Brünn, gr. 8°.) III. Heft (1852), S. 12 u. f. [daselbst erscheint der 2. März 1808 als sein Todesdatum und einige Seiten weiter, nämlich S. 38, aber der 3. März]. – Oesterreichische Adelshalle. Sammlung historischer Dichtungen von ausgezeichneten Schriftstellern (Wien 1842, Franz Wimmer, 8°.) S. 207: „Der Sturm auf Schweidnitz“, Gedicht von Emil [es geschieht dieses seiner Form nach unbedeutenden Gedichtes nur in sofern hier Erwähnung, um den Irrthum der letzten Strophe, welcher zufolge Graf Joseph mit dem Maria [398] Theresien-Orden geschmückt worden, zu berichtigen. Feldmarschall-Lieutenant Loudon schlug M. wohl für diese Auszeichnung vor, aber M. hat sie nicht erhalten].