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BLKÖ:Mitscherling, Karl Augustin

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Band: 18 (1868), ab Seite: 375. (Quelle)
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Mitscherling, Karl Augustin (k. k. Hauptmann, geb. zu Warasdin 1. September 1775, gefallen vor dem Feinde zu Pozzuolo 25. December [376] 1800). Sein Vater war k. k. Feldkriegssecretär. Der Sohn besuchte anfänglich die Schulen in Agram und kam dann mit seinen Eltern nach Hermannstadt. Im Jahre 1793 trat er als Cadet in das Infanterie-Regiment Beaulieu. Schon im folgenden Jahre wurde er Lieutenant im ersten walachischen Grenz-Regimente und im Jahre 1795 Oberlieutenant. Durch Tausch trat er in das Infanterie-Regiment Kinsky über, welches damals am Rhein stand. Da der Hauptmann seiner Compagnie krank lag, übernahm M. das Commando derselben. Er kämpfte nun bei Neumarkt (21. August 1796), bei Eberach (28. und 29. August), in der Schlacht bei Würzburg (1., 2., 3. September), wo er seines ausgezeichneten Verhaltens wegen belobt wurde. Im October wohnte er der Belagerung von Kehl bei. Im Frühlinge 1799, als das Regiment in Tirol stand, wurde er mit noch 84 Officieren gefangen und nach Frankreich gebracht, wo er bis zum Juni g. J. blieb. Nun rückte er zu seinem Regimente, das schon in Piemont stand, ein, und wurde Ende g. J. Hauptmann. Er kam nun zur Besatzung in das Fort Bari. Mit noch einem Hauptmann hatte er dasselbe zu vertheidigen. Die Franzosen belagerten es, unternahmen zu wiederholten Malen den Sturm, wurden aber jedesmal zurückgeschlagen. M. zeichnete sich bei dieser Gelegenheit ganz besonders aus, selbst Bonaparte, damals noch General, anerkannte vor General Melas, dem österreichischen Corpscommandanten, die Bravour der Besatzung. Als endlich das Fort der Uebermacht übergeben werden mußte, wurde M. als Geißel dem General Chabran ausgeliefert und nach Thionville in Verwahrung geschickt. Mitte November g. J. kehrte er wieder zum Regimente zurück. Er focht nun mit demselben in Italien. Bei Pozzuolo, am 25. December, als er mit der Compagnie zum Kampfe vorrückte, tödtete ihn, einen der Ersten, die feindliche Kugel.

Siebenbürgische Provinzialblätter (Hermannstadt 1805, Maria Hochmeister, 8°.) Bd. I, S. 277.