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BLKÖ:Metternich, Heinrich von

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Band: 18 (1868), ab Seite: 51. (Quelle)
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12. Heinrich von M. (gest. 4. Dec. 1654), ein Sohn Johann Reinhard’s, von der Linie Metternich-Brohl, aus dessen zweiter Ehe mit Maria von Heddersdorff. Heinrich war zuerst Domherr zu Worms und Speyer, dann Dechant zu Wimpfen, resignirte später auf seine Beneficien und trat in die kaiserliche Armee. Er wurde kaiserlicher Oberst und stand, wie ein Geschichtschreiber des Hauses Metternich berichtet: „An Tilly’s Seite, an dem großen Tage, „der dem Kaiser zuwies, was des Kaisers ist“, am Prager weißen Berge, wo anderthalb Stunden hinreichten, der großen böhmischen Empörung und der kurzen Herrlichkeit des Winterkönigs, Pfalzgrafen Friedrich[WS 1], und seiner stolzen Gemalin Elisabeth, Tochter Jacob’s I. von England und Enkelin der Maria Stuart, auf immer ein Ende zu machen“. Metternich focht nun alle Schlachten des alten Tilly mit, die Siege von Höchst und Stadloo über Elisabeth’s treuergebenen Ritter, den wilden Christian von Braunschweig, jene von Havelberg, Münden, Hannover, Göttingen und Lutter am Barrenberge über Christian von Dänemark, die Verfolgung des Mannsfeld bis in’s Elsaß hinein und Heidelberg, das Treffen bei Wimpfen wider den Markgrafen von Baden, den Sturm von Magdeburg und das Treffen bei Bamberg. Heinrich wurde General-Major, in den Reichsfreiherrnstand erhoben und erwarb die noch im Besitze der Familie befindliche Herrschaft Königswart in Böhmen aus dem Confiscationsgute der [52] böhmischen Rebellen, wodurch er auch das Incolat im böhmischen Herrenstande erlangte. Er wurde churbayerischer geheimer Rath und Kämmerer, regierte 1632–1634 als des Churfürsten Statthalter die Rheinpfalz in bedrängten Tagen, als eben der Schweden-General Horn mit seinen Truppen in diesen Gegenden hauste. Heinrich kämpfte auch mit Johann von Werth bei Rheinfelden (3. Marz 1638), wo dieser gefangen und zu zweijähriger Haft nach Vincennes gebracht wurde. Heinrich aber sammelte die zerstreuten Haufen des geschlagenen churfürstlichen Heeres, über dessen Zustand er einen kläglichen Bericht an den Churfürsten von Mainz erstattete.. Im Jahre 1639 kam Heinrich als Gubernator auf die Festung Ehrenbreitstein. Heinrich war (seit 16. November 1627) mit Barbara von Metsch vermält, aus welcher Ehe keine Kinder hervorgingen. [Stramberg (Chr. v.), Der Rheinische Antiquarius, I. Abtheilung, 4. Band (Coblenz, die Stadt, historisch und topographisch dargestellt) (Coblenz 1856, Hergt, gr. 8°.) S. 344–350. – Taschenbuch für vaterländische Geschichte. Herausgegeben von Hormayr und Mednyanszky (Wien, 8°.) Jahrg. 1827, S. 385 u. f.] –

Anmerkungen (Wikisource)

  1. Vorlage: Philipp.