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BLKÖ:Mertens, die Ritter und Freiherrnfamilie von, Genealogie

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Band: 17 (1867), ab Seite: 406. (Quelle)
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Genealogische Daten über die Ritter- und Freiherrnfamilie von Mertens. Die Mertens sind ursprünglich eine niederländische Familie, und waren vormals als reiche Patrizier in Brüssel ansässig, wo schon zur Zeit der Entdeckung Amerika’s . im Jahre 1492, ein Mertens die Bürgermeisterwürde bekleidete. Sie hatten ansehnliche Aemter und Würden in Stadt und Gemeinde inne, und der als Arzt ausgezeichnete Karl (I.) Mertens erlangte schon im Jahre 1773 den Adel, wurde im Jahre 1787 in den Ritterstand erhoben und ist der Stammvater der in Oesterreich blühenden Linie. – Der Familienstand ist folgender. Der Arzt Karl (I.) Ritter von Mertens (geb. 1737, gest. 1788) war mit Katharina gebornen von Humburg (geb. 1745, gest. 1808) vermält und stammen aus dieser Ehe folgende Kinder: 1) Sophie (geb. 1769, gest. 1836), vermält (im Jahre 1796) mit Ignaz Grafen Chorinsky (geb. 1770, gest. 1823), k. k. geheimer Rath und Staatsminister [Bd. II, S. 358]; – 2) Julie (geb. 1771, gest. 1808), vermält (seit 1790) mit Anton Freiherrn von Lanfrey (geb. 1752, gest. 1826), k. k. General-Major und Maria Theresien-Ordensritter [Bd. XIV, S. 82]; – 3) Peter (geb. 1773, gest. 7. December 1828), k. k. Hofkammer-Vice-Präsident, vermält a) mit Therese geb. von Aichen (gest. 1822), b) mit Sophie geb. Gräfin Wilczek (geb. 1797); – 4) Henriette (geb. 24. April 1774, gest. 14. December 1820), vermält (seit 1799) mit Johann Freiherrn von Tinti, k. k. Staats- und Conferenz-Official (gest. 1824); – 5) Joseph (geb. 1775, gest. 1805), k. k. Ingenieur-Hauptmann, vermält (seit 1796) mit Johanna gebornen Freiin von Wildburg (gest.); – 6) Karl (II.) [über ihn und seine Nachkommenschaft weiter unten]; – 7) Ludwig (geb. 1779, gest. 1823), k. k. Hofrath, vermält (seit 1808) mit Juliana geb. Gräfin Pilati (geb. 1781, gest.); – 8) Demeter (geb. 1780, gest. 1841), k. k. Hofrath, vermält (seit 1810) mit Anna geb. von Gall (geb. 1789, gest. 1852), ist der Vater des österreichischen Dichters Ludwig von Mertens, dessen Lebensskizze S. 407 steht; – 9) Clementine (geb. 1783), vermält (seit 1813) mit Johann Nepomuk Freiherrn von Aichen, k. k. Ministerialrath beim Cassationshofe in Wien; – 10) und 11) zwei Töchter, Adelheid und Isabella, sind in der Kindheit gestorben. – Der obgenannte Karl (II.) Ritter von M. (geb. 1777, gest. 1824) kam, nachdem er in der Wiener-Neustädter Militär-Akademie seine Ausbildung erhalten hatte, im Jahre 1795 als Fähnrich zu Pelegrini-Infanterie Nr. 49. Im Jahre 1813 bereits Oberstlieutenant und General-Adjutant, zeichnete er sich bei Hanau aus, wo er ein Bataillon gegen den von dem Feinde stark besetzten Wald führte und ihn daraus verdrängte, er [407] dieser Gelegenheit verwundet. Zuletzt war er k. k. Oberst und Militär-Referent des Hofkriegsrathes. Seit 1802 war er mit Ludovica geb. von Hepperger zu Hoffenthal und Thierstenberg (geb. 1787, gest. 1830) vermält. Karl ist der Stammvater der freiherrlichen Linie, welche mit seinem Sohne Karl (III.) (geb. 25. Juli 1803) beginnt. Dieser machte in verhältnißmäßig kurzer Zeit die subalternen Officiersgrade durch, wurde Major im Kaiserjäger-Regimente und Generalcommando-Adjutant in Illyrien, Innerösterreich und Tirol, rückte 1840 im Regimente mit Beibehaltung seiner Anstellung zum Oberstlieutenant vor, wurde 1841 als solcher zum Infanterie-Regimente Nr. 1 transferirt und Generalcommando-Adjutant in Niederösterreich, 1842 zweiter Oberst im Infanterie-Regimente Nr. 7, 1846 Militär-Referent beim Hofkriegsrathe, 1848 General-Major mit Beibehaltung seiner Anstellung, 1849 Feldmarschall-Lieutenant und Sectionschef im Kriegsministerium, 1850 Vice-Gouverneur in Mainz; im Jahre 1854 wurde er zweiter Inhaber des Infanterie-Regiments Erzherzog Joseph Nr. 37, wirkl. geheimer Rath, dann Statthalter im Küstenlande, Militär-Gouverneur von Triest und Präsident der Central-Seebehörde, im Jahre 1860 Stadt- und Festungscommandant zu Prag und Ad latus des commandirenden Generals. im Jahre 1862 Stellvertreter des Kriegsministers in ökonomischen Angelegenheiten, am 19. Februar 1864 Feldzeugmeister und Präsident des obersten Militär-Justizsenates, welchen Posten er noch zur Stunde bekleidet. Im Jahre 1849 wurde M. mit Diplom vom 8. August d. J. in den erbländischen Freiherrnstand erhoben. Freiherr Karl (III.)[WS 1] ist (seit 1840) vermält mit Maria Alexandrine geb. Freiin von Langenau (geb. 30. October 1811). Aus dieser Ehe stammen: Freiherr Karl (IV.) (geb. 7. November 1842), zur Zeit k. k. Oberlieutenant bei König Maximilian von Bayern-Kürassieren Nr. 2, und Zoe (geb. 13. August 1844). – Das freiherrliche Wappen unterscheidet sich von dem auf S. 406 beschriebenen nur in der Anzahl der Helme, deren es drei hat, und durch die Schildhalter. Aus der Krone des rechten wallen die drei Straußenfedern (eine blaue zwischen goldenen); aus jener des mittleren Helms wächst der goldene Greif, und die Krone des linken Helms trägt einen rothen Thurm mit drei Zinnen. Schildhalter sind zwei geharnischte[WS 2] Männer.

Anmerkungen (Wikisource)

  1. Vorlage: Karl (II.).
  2. Vorlage: geharnische.