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BLKÖ:Mengewein, Georg

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
korrigiert
Band: 17 (1867), ab Seite: 342. (Quelle)
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Mengewein, Georg (k. k. Feldmarschall-Lieutenant, geb. zu Coburg im Jahre 1790, gest. zu Wien 24. Februar 1853). Im Jahre 1809, nachdem er früher den Studien obgelegen, trat M. in die kaiserliche Armee, in welcher er im nämlichen Jahre noch zum Fähnrich im 14. Infanterie-Regimente befördert wurde. Mit diesem, welches im 6., von Feldmarschall-Lieutenant Hiller befehligten Armeecorps eingetheilt war, nahm er Theil an dem denkwürdigen Kampfe genannten Jahres. Zu Anfang des Jahres 1813 arbeitete er bei der Aufnahme von Unterösterreich, 1814 kam er als Oberlieutenant zum General-Quartiermeisterstabe und wurde während des Feldzuges 1813 und 1814 zur Verfassung des Operations-Journals des 5. Armeecorps, welches der General der Cavallerie Baron Frimont befehligte, [343] verwendet. Alsdann kam er als Sous-Geniedirector nach Mainz. Im Jahre 1815 zum Hauptmann im Corps ernannt, wurde er in’s Hauptquartier des Feldmarschalls Karl Fürsten Schwarzenberg zur Führung des Operations-Journals der Armee am Oberrhein beordert. Im folgenden Jahre befand er sich im Gefolge des Feldmarschalls, als dieser nach Italien reiste, und rückgekehrt von dieser Reise, arbeitete er im Kriegsarchiv das Operations-Journal aus. Im folgenden Jahre war M. in Linz bei General-Major Langenau mit der Zusammenstellung der Materialien zur Geschichte des Krieges in den Jahren 1813 bis 1815 beschäftigt; 1818 und 1819 aber bei der Militär-Commission des deutschen Bundes in Frankfurt a. M. thätig. Später arbeitete er bei der Mappirung in Ungarn, dann bei der Grenzberichtigungs-Commission in Galizien und bei der Landesbeschreibung daselbst. Im October 1830 wurde M. Major, im September 1835 Oberstlieutenant und stand von 1831 bis 1835 beim General-Commando in Galizien in Verwendung. Vom Jahre 1835–1843 fungirte er als Director der kriegsgeschichtlichen Abtheilung des General-Quartiermeisterstabes und wurde in der Zwischenzeit, im November 1838, Oberst. Im October 1843 übernahm er die Direction der ersten Abtheilung der Landesbeschreibung, im December 1845 jene der Landesbeschreibung in Tirol, worauf er im Mai 1846 zum General-Major ernannt wurde. Im Jahre 1848 wurde M. anfänglich mit der Leitung des Kundschafts-, Paß- und Postwesens im Hauptquartiere des Fürsten Windisch-Grätz betraut, im November aber übernahm er die interimistische Leitung der Geschäfte des General-Quartiermeisterstabes, worauf er im Jahre 1849 zum Feldmarschall-Lieutenant in seiner Anstellung befördert wurde. Auf diesem Posten starb er, 63 Jahre alt, nach längerem Leiden. M. war ein Officier von tüchtiger Bildung, von reichem Wissen; einer jener intelligenten Officiere der alten Schule, die mit einer ordentlichen Schulbildung von Haus aus die Erfahrungen des im Felde gedienten Militärs verbinden. Seine Geschicklichkeit und Tüchtigkeit bekundet sich aus den schwierigeren, Kenntnisse und Bildung voraussehenden Geschäften, mit deren Ausführung er betraut wurde. In früherer Zeit bereicherte er die österreichische Militär-Literatur mit manchen gediegenen Aufsätzen, später, dienstlich sehr in Anspruch genommen, fehlte ihm die Muße zu solchen Arbeiten.

Oesterreichischer Soldatenfreund (Wien, 4°.) VI. Jahrg. (1853), S. 140; Nekrolog. – Hirtenfeld (J.), Oesterreichischer Militär-Kalender (Wien, kl. 8°.) V. Jahrgang (1854), S. 120.