Zum Inhalt springen

BLKÖ:Maretzek, Max

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
korrigiert
Band: 16 (1867), ab Seite: 439. (Quelle)
[[| bei Wikisource]]
Max Maretzek in der Wikipedia
Max Maretzek in Wikidata
GND-Eintrag: 132478765, SeeAlso
Dieser Text wurde anhand der angegebenen Quelle einmal Korrektur gelesen. Die Schreibweise sollte dem Originaltext folgen. Es ist noch ein weiterer Korrekturdurchgang nötig.
Linkvorlage für Wikipedia 
* {{BLKÖ|Maretzek, Max|16|439|}}

Maretzek, Max (Redacteur und Opern-Director, geb. zu Brünn). Zeitgenoß. Er wird auch Mraček und Mareček geschrieben. Er selbst befolgt auf seinen schriftstellerischen Arbeiten die obige Schreibweise Maretzek. M. führt ein ziemlich abenteuerliches Leben in Nordamerika. Er gab dort längere Zeit ein böhmisches Blatt: „Slavie“, heraus, das der „Hlas“, eine čechische in Prag erscheinende Zeitung, als amerikanische „Narodni noviny“ bezeichnet. Im Jahre 1862 kam er nach Europa, besuchte Böhmen und sein Heimatland Mähren und gab vor, auf Kosten der russischen Regierung an den Amur zu reisen, um die Uebersiedlung amerikanischer Böhmen in’s Amurland zu vermitteln. Später unternahm er die Direction der italienischen Oper in New-York, und reiste im Jahre 1865 wieder nach Europa, um dort für sein Unternehmen die entsprechenden Kräfte zu gewinnen. Nachdem er Ole Bull und noch einige andere Künstler gewonnen hatte, bereiste er mit ihnen Neu-England und gab in den größeren Städten Concerte. Im letztgenannten Jahre griff er auch das bedeutendste amerikanische Blatt, den New-York Herald, wegen der Dictatur, die es auf die Musikkritik in empörendster Weise übte, in zwei Briefen öffentlich an. Er führte darin Thatsachen vor, welche den Herald zum Schweigen brachten, wenngleich der zweite Brief unter den Enthüllungen Dinge enthält, welche auch dem Enthüller nicht eben zur Ehre gereichen. Man that einen Blick hinter die Coulissen, welche das ganze Misère der dortigen Theaterzustände enthüllten. Auch ist M. Verfasser eines sehr kurzweiligen Buches: „Crotchets and quavers, or revelations of an opera manager in America“, d. i. Achtel- und Viertelnoten, oder Enthüllungen eines Operndirigenten in Amerika (New-York, 8°.), das neben manchem Drolligen und höchst Spaßhaften auch Goldkörner treffender Bemerkungen und höchst praktischer Ansichten enthält. Nach den neuesten Mittheilungen aus New-York hat M., der dort noch immer Impresario der italienischen Oper ist, im October l. J. die neue Saison mit Ronconi, Testa, Baragli u. A. eröffnet.

Neue freie Presse (Wiener polit. Journal) 1865, Nr. 382. – Fremden-Blatt (Wien, 4°.) 1862, Nr. 19; 1865, Nr. 176.