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BLKÖ:Maier, Alois

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Majer, Adalbert
Band: 18 (1868), ab Seite: 76. (Quelle)
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2. Maier, Alois (Schulmann, geb. zu Zangberg bei Ampfing in Oberbayern 20. Jänner 1773, gest. zu Salzburg 28. Februar 1847). Der Sohn eines Gärtners. Als der Vater bald starb, zog die Mutter mit ihren Kindern nach dem benachbarten Marktflecken Neumarkt an der Rott, wo Alois in die deutsche Schule ging. Als ein Verwandter der Familie aus Salzburg nach Neumarkt kam und dort dieselbe besuchte, interessirte sich derselbe für den Jungen so sehr, daß er der Mutter, nachdem er von dem Fleiße und den guten Fortschritten des Knaben in der Schule Kenntniß erhalten hatte, den Antrag machte, ihr denselben nach Salzburg mitzugeben, wo er für seine weitere Ausbildung Sorge tragen werde. Die Mutter nahm diesen Antrag an und Alois kam nach Salzburg, wo er seine Studien mit großem Eifer und Erfolge fortsetzte. Da er sich für den geistlichen Stand entschied, begann er auch bereits die theologischen Studien. Um dieselbe Zeit wirkte der berühmte Pädagog Vierthaler in Salzburg und brachte das Erziehungswesen daselbst auf eine hohe Stufe. Die Bekanntschaft mit Vierthaler war die Ursache, daß M. das Studium der Theologie aufgab und den Entschluß faßte, sich dem Lehrfache zuzuwenden. Um eine damals eben erledigte Lehrerstelle in der Vorstadt Mülln sich bewerbend, erhielt er dieselbe am 28. September 1796, und blieb seit dieser Zeit bis an sein Lebensende im Lehramte thätig. Als im Jahre 1803 das Fürstenthum Salzburg, durch Eichstadt, Berchtesgaden und einen Theil von Passau vergrößert, an den Großherzog Ferdinand von Toskana mit dem Titel eines Churfürstenthums überging, sollte M. über Vierthaler’s Vorschlag an das Schullehrer-Seminar nach Eichstadt kommen, welches die Regierung dort in’s Leben zu rufen gewillt war. Als aber in Folge des Preßburger Friedens (26. December 1805) neue Territorial-Veränderungen eintraten, in Folge welcher Eichstadt an Bayern und Salzburg an Oesterreich kam, wurde M. unter der österreichischen Regierung Musterlehrer an der Salzburger Stadtschule, und erhielt zugleich eine Lehrerstelle an dem dortigen Schullehrerseminar. M. behielt diese Stelle auch dann, als Salzburg im J. 1810 an die Krone Bayerns fiel, als aber nach der Wiedervereinigung Salzburgs mit Oesterreich im J. 1816 die kaiserliche Regierung [77] in Salzburg eine Normalschule errichtete, wurde M. am 21. März 1823 zum Director derselben ernannt und ihm unter Einem die Leitung des Schullehrer-Seminars übertragen. Auf diesem Posten war M. mit unermüdlichem Eifer thätig, und wurde für seine Verdienste um die Schule und den Unterricht im Jahre 1838 mit der großen goldenen Civil-Ehrenmedaille am Bande ausgezeichnet. Im Jahre 1845 aber – damals bereits 68 Jahre alt – bat er um die Versetzung in den Ruhestand, da ihm bei seinem Alter die Führung des Directorates zu beschwerlich war. M. hatte bald, nachdem er zum Lehrfache übergetreten war, in demselben auch schriftstellerisch zu wirken begonnen, und die von ihm durch den Druck veröffentlichten Schriften sind in chronologischer Folge: „Winke zur Beförderung der sittlichen Cultur in den Schulen. Eine Rede“ (Oettingen 1802, 8°.); – „Zum Denkmal, dem Maximilian Reichsgrafen von Taufkirch und Philipp Reichsgrafen von Lerchenfeld u. s. w. gewidmet“ (München 1805, gr. 8°.); – „Die Gefahren der Jugend. Zur Warnung in Unglücksfällen für Kinder und junge Leute. Ein Aufhängbogen“ (Salzburg 1805); – „Ueber den guten Lesevortrag. Ein Versuch eines Lehr- und Lesebuchs für Präparanden in Schullehrer-Seminarien“ (Salzburg 1806, Mayr, 8°.); – „Der Kalender, oder fassliche Erklärung der in demselben vorkommenden merkwürdigsten Begebenheiten am Himmel, der verschiedenen Einrichtungen der bürgerlichen Gesellschaft in Hinsicht auf Zeitrechnung und der kirchlichen Verordnungen der Sonn- und Feiertage u. s. w. Zunächst der reiferen Schuljugend gewidmet“ (Salzburg 1807, 2. verm. u. verbess. Aufl. 1815); – „Nützlicher Unterricht in kürzeren und längeren Vorschriften, welche der Jugend zum Abschreiben vorgelegt oder bei orthographischen Uebungen in die Feder dictirt werden können“ (ebd. 1809, Mayr, 8°.); – „Deutsche Sprach- und Rechtschreiblehre für die Schuljugend“ (ebd. 1810; 2. Aufl. 1819; 3. Aufl. 1821, 8°.); – „Die Lehre von den Künsten und Handwerken. Für die Jugend in Bürger- und Landschulen bearbeitet“ (ebd. 1811, Mayr, 8°.); – „Die Gesundheitsgefahren der Handwerker. Ein nothwendiger Anhang zu den Lehren u. s. w.“ (Salzburg 1811, 8°.); – „Lehr- und Lesebuch für die obere Schülerclasse der Volksschulen“ (ebd. 1814, gr. 8°.); – „Das Schlittschuhlaufen. Ein Taschenbuch für Freunde dieses edlen Vergnügens“ (ebd. 1814, 8°.); – „Sprüche, Lehren und Meinungen berühmter Weisen des Alterthums“ (ebd. 1816, 8°.); – „Die Freuden der Studirenden in den Herbstferien“ (Salzburg 1817, 8°.); – „Versuch eines Wörterbuchs der Seelenlehre. Für Ungelehrte und Freunde der Wissenschaft“. I. Theil, A–J (Gmünd 1817, Ritter, gr. 8°.), der zweite erschien nicht mehr, da während der Arbeit – der 3. Bogen war im Satze – die Zaunrieth’sche Druckerei bei dem verheerenden Brande, von dem Salzburg im J. 1818 betroffen worden, eingeäschert wurde; – „Die Sittenlehre in Vorschriften für die reifere Schuljugend“ (2. Aufl., Salzburg 1823, gr. 8°.). Die wenigen Jahre, welche M., nachdem er sich vom Lehramte zurückgezogen, lebte, widmete er einer geistigen Muße, zu der ihm seine reiche, seit Jahren gesammelte Bibliothek genügenden Stoff darbot, auch verfolgte er die neuen Erscheinungen der Literatur fortwährend mit reger Aufmerksamkeit. Um das Schulwesen Salzburgs, in welchem Gebiete er nahezu ein halbes Jahrhundert gewirkt und in dieser Periode die tüchtigsten Lehrer gebildet, die, als er bereits in’s Privatleben sich zurückgezogen hatte, immer wieder bei ihm um Rath und Belehrung in ihrem Berufe einsprachen, hat M. unbestreitbare und nicht geringe Verdienste [78] sich erworben. M. starb als Greis im Alter von 74 Jahren.

Neuer Nekrolog der Deutschen (Weimar, B. F. Voigt, kl. 8°.) XXV. Jahrgang (1847), I. Theil, S. 158, Nr. 55. – Meyer (J.), Das große Conversations-Lexikon für die gebildeten Stände (Hildburghausen, Bibliogr. Institut, gr. 8°.) IV. Suppl. Band, S. 536. – Christian Gottlob Kayser’s Bücher-Lexikon (Leipzig 1834, Ludw. Schumann, 4°.) Bd. IV, S. 13 [daselbst wird bemerkt, daß er auch mit der Schreibart Mayr vorkommt]. – Amtsblatt der Salzburger Zeitung 1847, Nr. 49.