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BLKÖ:Magdeburg, Friedrich Freiherr von

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Magda, Paul
Band: 16 (1867), ab Seite: 260. (Quelle)
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Magdeburg, Friedrich Freiherr von (k. k. Hauptmann des General-Quartiermeisterstabes und Ritter des Maria Theresien-Ordens, geb. 1783, gest. zu Wien 8. November 1810). Gehört einer älteren deutschen Familie an, welche mehrere Generationen hindurch in der kaiserlichen Armee Kriegsdienste that und in der mehrere sich durch ausgezeichnete Waffenthaten hervorgethan haben [vergleiche Näheres in den Quellen]. Friedrich ist ein Sohn des (1803 verstorbenen) Feldmarschall-Lieutenants Karl Friedrich von M., hatte frühzeitig eine militärische Ausbildung erhalten und sowohl in der k. k. Kriegsmarine wie beim General-Quartiermeisterstabe gedient. Zuletzt als Hauptmann des General-Quartiermeisterstabes hat er im Jahre 1809 in der Nacht vom 21. auf den 22. Mai die Durchbrechung der Brücke an der Lobauinsel unter solchen Umständen ausgeführt, daß ihm mit Armeebefehl vom 24. d. M. das Ritterkreuz des Maria Theresien-Ordens zuerkannt wurde. Die Waffenthat selbst aber ist folgende: Erzherzog Karl beabsichtigte bei Aspern die Franzosen über die ersten Donauarme zu werfen und die von dem Feinde geschlagene Brücke zerstören zu lassen. Mit diesem Auftrage wurde Hauptmann Magdeburg betraut. M. fuhr zu diesem Zwecke in der Nacht vom 21. auf den 22. Mai mit vier Flößen von Spitz donauabwärts und näherte sich auf die Entfernung von etwa anderthalbtausend Schritten der Schiffsbrücke, welche die Lobau mit Kaiser-Ebersdorf verband. Nun dirigirte er, von seinem Bruder Karl auf das Wirksamste unterstützt, diese Flöße in des Stromes Mitte, zündete sie an und überließ sie der Strömung. Die Franzosen, den Zweck der brennenden Flöße durchschauend, eilten ihnen rasch mit mehreren Schiffen entgegen, um die beabsichtigte Wirkung so weit es möglich war, zu verhindern, [261] sie wurden aber in ihrem Unternehmen wesentlich durch einen zweiten Umstand beeinträchtigt, es waren nämlich von der Insel, genannt „Schwarze Lacke“, durch den Oberlieutenant Acs von Kerpen-Infanterie vier zur Hälfte mit Wasser gefüllte Salzschiffe mitten in die Donau geleitet und in der Richtung gegen das zu zertrümmernde Object in Gang gesetzt worden. Auf diese Art war es theilweise gelungen, die Brücke zu zerstören, wobei das hochtreibende Wasser das Unternehmen wesentlich förderte. Des Morgens zwischen 8 und 9 Uhr erhielt Napoleon Nachricht von der zerstörten Brücke, in Folge dessen er nun vom rechten Ufer abgeschnitten war und weder auf die Ankunft neuer Truppen, noch auf die des Artillerieparks rechnen konnte. Aus diesem Grunde berief er nun auch den Marschall Lannes von ferneren Angriffen ab und befahl ihm das gewonnene Terrain bis zur Wiederherstellung der Brücke zu behaupten, ein Umstand, der auf die Wendung des Tages bei Aspern[WS 1] entscheidend wirkte. Die für seine kühne und mit Umsicht ausgeführte Waffenthat erworbene Auszeichnung genoß Hauptmann M. nicht lange, da er schon im folgenden Jahre, erst 27 Jahre alt, starb.

Adelstands-Diplom vom 20. August 1845 für den k. k. Oberst Karl Magdeburg. – Freiherrnstands-Diplom vom 27. Juli 1859 für Karl Edlen von Magdeburg. – Hirtenfeld (J.), Der Militär-Maria Theresien-Orden und seine Mitglieder (Wien 1857, Staatsdruckerei, kl. 4°.) S. 976 u. 1746. Magdeburg wird in Hirtenfeld’s Werke über den Maria Theresien-Orden als Freiherr aufgeführt. Statutenmäßig gebührte ihm dieser Rang, wenn er darum bittlich einschritt; wenn aber das nicht geschah, so hatten seine Nachkommen – die jedoch nicht vorhanden sind – das Recht den Rittertitel zu führen. Meine Nachforschungen im Adelsarchive nach seinem Freiherrn-Diplome waren vergeblich; ich fand wohl ein Adels-Diplom seines Bruders Karl und das Freiherrn-Diplom von dessen Sohne Karl, sonst aber nichts vor.

Anmerkungen (Wikisource)

  1. Vorlage: Apsern.