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BLKÖ:Maennl, Jacob

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Maerz, Jacob
Band: 16 (1867), ab Seite: 251. (Quelle)
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Maennl, Jacob (Kupferstecher, geb. zu Wien im Jahre 1695, gest. ebenda, Todesjahr unbekannt). Erscheint auch als Manl, Männl und Mändl. Die Nachrichten über diesen Künstler beschränken sich auf die kurzen Mittheilungen, die uns Nagler über ihn gibt. M. war, wie Nagler schreibt, Kupferstecher in schwarzer Manier und arbeitete in Wien. Sein Name knüpft sich an das Unternehmen des k. k. Gallerie-Inspectors Lauch, der die unter seiner Aufsicht stehenden Gemälde durch den Kupferstich in weiteren Kreisen bekannt machen wollte. M. betheiligte sich an diesem Unternehmen, und hatte bereits 30 Platten zu Stande gebracht, von denen jedoch nur eilf bei seinen Lebzeiten erschienen sind. Die Herausgabe der übrigen Blätter erfolgte erst nach M.’s Tode; aber von keiner Seite unterstützt, war der Erfolg so wenig günstig, daß die Erben Maennl’s die Platten zerschnitten haben sollen, um sie als altes Kupfer zu verkaufen. Nagler berichtet, daß die Blätter mit Sorgfalt behandelt und in ansehnlichem Formate sind. Das Werk hat keinen Titel, aber das Bildniß des Kaisers Karl VI. wird als solcher angesehen. Die ganze Folge, welche aus 31 Blättern besteht, ist äußerst selten und eben deßhalb wenig bekannt. Es [252] sind außer dem schon genannten Bildniß des Kaisers Karl VI., folgende Blätter: „Der Leichnam Christi im Grabe, von einem Engel unterstützt“, nach Palma jun.; – „Die h. Jungfrau, den Erlöser auf dem Schoosse, liebkoset den kleinen Johannes“, nach Van Dyk; – „Die büssende Magdalena, deren Salbenbüchse ein Engel hält“, nach Correggio; – „St. Franziscus im Gebete“, nach Bassano; – „St. Clara im Gebete“, Gegenstück zu dem Vorigen; – „Der reuige Petrus“, nach J. Ribera; – „Die Marter des heil. Bartholomaeus“, nach Giordano; – „Christus im Oelgarten, mit einem Engel“, nach Caravaggio; – „Venus vor einem Spiegel, den ein Amoret ihr vorhält“, nach Titian; – „Judith, aus dem Zelte des Holofernes tretend“, nach Paul Veronese; – „Christus als Knabe unter den Schriftgelehrten“, nach Spagnoletto; – „Samson und die Philister“, großes Blatt, nach Van Dyk; – „Der leidende Heiland mit dem Rohre“, Halbfigur, nach Titian; – „Die Schmerzensmutter“, Halbfigur, nach Demselben; – „Der Philosoph im Nachdenken über einen Todtenkopf“, nach L. Giordano, – „Der Geometer mit dem Buche“, Halbfigur, nach Demselben; – „St. Margaretha mit dem besiegten Drachen“, nach Raphael; – „Tobias erhält das Gesicht wieder“, Halbfigur, nach Caravaggio; – „Christus wird von Judas geküsst“, nach Manfredi; – „Susanna im Bade“, nach Tintoretto; – „Susanna von den Alten überrascht“. nach Hannibal Carracci; – „Philemon und Baucis“, nach C. Loth; – „Die Kühe der Diana“, großes Blatt, mit Figuren und Thieren, die ersteren von A. Willeborts, die letzteren von J. Fyt; – „Die h. Jungfrau mit dem Kinde auf dem Tische“, nach Titian; – „Ein Krieger reicht einem Manne die Hand“, nach Giorgione; – „Die sterbende Magdalena“, nach Palma jun.; – „Christus mit dem Kreuze und Sta. Veronika“, nach G. Bassano; – „Judith mit dem Haupte des Holofernes“. Halbfigur, nach A. Varotari; – „Judith“. Halbfigur, nach C. Veneziano; – „Das Kind mit dem Hunde“, nach Paul Veronese. Näheres über Lebens- und Bildungsgang dieses Künstlers ist nichts bekannt. Ein vollständiges Exemplar dieser seltenen Folge seiner Blätter befand sich seiner Zeit im Besitz des französischen Kunstschriftstellers und Kunstsammlers Peter Johann Mariette, dessen Sammlung eine der reichsten war, die es je gegeben.

Nagler (G. K. Dr.), Neues allgemeines Künstler-Lexikon (München 1838, E. A. Fleischmann, 8°.) Bd. VIII, S. 172. – Bergmann (Jos.), Medaillen auf berühmte und ausgezeichnete Männer des österreichisch Kaiserstaates vom XVI. bis zum XIX. Jahrhunderte (Wien 1844–1837, Tendler, 4°.) Bd. II, S. 409, Anmerkung. –