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BLKÖ:Liechtenstein, Maximilian Fürst

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
korrigiert
Band: 15 (1866), ab Seite: 132. (Quelle)
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49. Maximilian Fürst L. (geb. 1578, gest. 29. April 1645), ein Sohn Hartmann’s von L. [s. d. S. 124, Nr. 23] aus dessen Ehe mit Anna Maria Gräfin von Ortenburg. Anfänglich im Hofdienste als Kammerherr und Oberstallmeister des Kaisers Mathias in Verwendung, trat er später zu den Waffen über und bewährte jene Kriegseigenschaften, in denen vor und besonders nach ihm die Liechtensteine, „diese Montmorency’s Oesterreichs“, glänzen. Seinen Heldenmuth erprobte er vor Kanischa, Gran und Oedenburg; im Gefechte bei Stammersdorf, das die rebellischen Bauern, den Unruhestifter Mathias Thurn und die Reiterschwärme Bethlen Gabor’s für einen Augenblick trennte und wodurch Ferdinand Zeit gewann, machte er dessen Rettung möglich. Er nahm Krems und machte sich dadurch den Weg nach Böhmen frei, wohin er nun sein Regiment führte und in der Schlacht am weißen Berge mitfocht, in welcher er hauptsächlich auf jener Seite des Gefechtes thätig war, wo die den Empörern zu Hilfe geeilten Ungarn so früh die Flucht ergriffen. Zum Theil sprengte er die Reiter Bethlen Gabor’s in die Moldau und überflügelte die rechte Flanke des Winterkönigs Friedrich von der Pfalz. Nun übertrug ihm der Herzog von Bayern einstweilen die Statthalterschaft über das eroberte Königreich, die er bis zur Ankunft seines Bruders Karl [s. d. S. 129, Nr. 37], dem sie der Kaiser Ferdinand II. zugedacht, behielt. Nun ging Maximilian nach Mähren und Ungarn und hatte Theil an den Unternehmungen gegen Bethlen Gabor, welche damals Graf Buquoi leitete, und als dieser bei einem Ausfalle vor Neuhäusel das Leben verlor, übernahm Maximilian das Commando. Im Jahre 1622 belagerte er [133] noch die Festung Glatz und nahm sie schließlich auch ein. Maximilian wurde geheimer Rath, Hofkriegsrath, Feldzeugmeister und am 21. October 1623 in den Fürstenstand erhoben, den sein Bruder Karl schon mehrere Jahre früher und sein Bruder Gundaker unmittelbar vor ihm erlangt; schließlich wurde er im Jahre 1638, nach dem Tode Wolfgang’s Grafen von Mannsfeld, zum Befehlshaber der damals so wichtigen Festung Raab ernannt. Mit einem Male entsagte der Fürst allen in blutigen Kämpfen gewonnenen Ehren. Aus seiner Ehe mit Katharina Szembera Freiin von Boskowitz, einer Schwester der Gemalin seines Bruders Karl, hatte er keine Kinder, schon früher hatte er sich als ein großer Freund des geistlichen Standes bewiesen und mehrere Orden, Kirchen und Klöster gebaut, endlich trat er selbst in den Minoritenorden und starb als Mönch im Alter von 67 Jahren. Auf seine Anordnung wurde er in der Kirche des Klosters zu Wranau bei Brünn, welches er und seine Gemalin im Jahre 1630 dem Paulanerorden erbaut hatten, beigesetzt. [Thaten und Charakterzüge berühmter österreichischer Feldherren (Wien 1808, Degen, 8°.) I. Band, 1. Abtheilung, S. 205 (nach diesem gest. 1643). – Reilly (Franz Joh. Jos. v.), Skizzirte Biographien der berühmtesten Feldherren Oesterreichs von Maximilian I. bis auf Franz II. (Wien 1813, Kunst- und Industrie-Comptoir, kl. 4°.) S. 173. – Bornschein (Adolph), Oesterreichischer Cornelius Nepos (Wien 1812, kl. 8°.) S. 131. – Andere Quellen geben den 29. April 1645 als Maximilian’s Todesdatum an.] –