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BLKÖ:Liechtenstein, Heinrich (IV.)

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Band: 15 (1866), ab Seite: 125. (Quelle)
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26. Heinrich (gest. um 1428), ein Sohn Georg’s (I.) und Dorothea’s von Buchheim und Bruder des Trienter Bischofs Georg [s. d. S. 123, Nr. 19]. Heinrich war ein Schrecken der zu jener Zeit unter Anführung des Znaimers Sokol das Land Mähren verwüstenden Räuber und Freibeuter, welche die Blutrache der vermeintlichen Vergütung des Markgrafen Procop an Kaiser Sigismund und an seinem Schwiegersohne Albrecht von Oesterreich nur zum Deckmantel ihrer Räubereien vorschützten. Auf einer Heimkehr von Brünn nach Nikolsburg, wurde Heinrich von dem [126] Wegelagerer Peter Woraczicki von Pobienitz überfallen und zu seinem Todfeinde Hinko Dürrteufel nach Znaim gebracht, der ihn in gräßlicher Kerkerhaft hielt und nur um schweres Lösegeld wieder freigab. Neun Jahre später entsendete ein anderer Freibeuter, Boczko Zagircz von Kunstadt, aus Znaim neue Räuberhaufen auf Heinrich’s Güter in Oesterreich. Nach seines Oheims Johann Tode erbte er Nikolsburg, diese Hauptquelle der Liechtenstein’schen Größe. Heinrich ist sozusagen der Ahnherr des ganzen Hauses, denn von seinen mit der ersten Frau Dorothea von Eckartsau erzeugten Söhnen stiftete Georg die mährisch-österreichische und Christoph die mährische Linie. Nach Zedler war dieser Heinrich Obersthofmeister des Erzherzogs Leopold und bezog noch von Leopold’s Vater Albrecht eine ansehnliche Pension. Wegen seiner Anhänglichkeit an die Könige von Böhmen, die auch dann noch fortdauerte, als zwischen ihnen und den Herzogen von Oesterreich der Krieg ausbrach, kam er bei Letzteren in Ungnade, wurde aber später wieder in Gnaden aufgenommen. Auch sollen die obgenannten zwei Söhne nicht aus seiner ersten, sondern aus der zweiten Ehe mit Anna von Zelking abstammen. –