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BLKÖ:Leitner, Cajetan Franz von

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Band: 14 (1865), ab Seite: 343. (Quelle)
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Leitner, Cajetan Franz von (Schriftsteller, geb. zu Gratz 15. September 1768, gest. ebenda 8. December 1805), Bruder des Alois Vincenz Florian [s. d. Vorigen] und Vater des Dichters Karl Gottfried [s. d. Folg.]; machte seine Studien am Gymnasium und Lyceum seiner Vaterstadt. Am 8. April 1786 trat er als Accessist der Staatsbuchhaltung in öffentliche Dienste, rückte 1795 zum Rechnungsofficial vor, trat dann 1802 zur landständischen Buchhaltung über, und wurde dort 1805 zum Rechnungsrathe befördert. Er zeichnete sich auf dieser amtlichen Laufbahn durch den Umfang und die Gründlichkeit seiner Kenntnisse und andere vorzügliche Eigenschaften so aus, daß er auch zu verschiedenen besonderen Missionen, und namentlich mit Leopold Grafen von Stubenberg und M. Rottensteiner als Führungscommissär der in Corps zu 10.000–15.000 Mann unter den Generalen Bernadotte, Massena und Serurier abziehenden französischen Armee verwendet wurde, wobei diese drei Commissäre die schwierige Aufgabe hatten und glücklich lösten, diese zu Excessen geneigten Truppen in ihrem Abzuge zu fördern und zugleich jede Erpressung und jede Reibung derselben mit dem aufgeregten Landvolke zu verhüten. Als Schriftsteller[WS 1] cultivirte er vorzüglich die mit seinem Amte in Verbindung stehenden Zweige des Wissens, wie Geschichte, Statistik, Geographie, Topographie, Cameralistik, Oekonomie u. dgl.; auch verfaßte er für Andere mehrere Reden bei besonderen Anlässen. Er war der Erste in Steiermark, der mit dem um steiermärkische Landeskunde so verdienten J. K. Kindermann [Bd. XI, S. 267] in ein literarisches Bündniß trat, und zu dessen Repertorium, sowie für dessen verschiedene Journale, werthvolle Beiträge lieferte. Er gründete, wie bereits erwähnt, mit seinem Bruder Alois und M. Rottensteiner 1796 den „Sonnabends-Anhang“ und übernahm bei Kindermann’s Abgang nach Wien, 1800, auch die Redaction der „Gratzer Zeitung“, die er während zweimaliger feindlicher Einfälle mit großer Umsicht und Geschicklichkeit bis zu seinem Tode führte, welcher in Folge einer durch vielseitige Anstrengungen veranlaßten Brustkrankheit schon in seinem 37. Lebensjahre seinem Leben ein frühes Ziel setzte. Von ihm erschienen außer den erwähnten Journalsartikeln, im Drucke: „Vaterländische Reise von Grätz über Eisenerz nach Steyer. Von K. F. v. L. (Wien 1798, Fr. Jos. Rötzel), und „Rede auf Leopold II. bei der von der Bürgerschaft von Grätz nach dessen Tode veranstalteten Trauerfeierlichkeit, vorgetragen von Raym. Ant. Müller, a. d. O. d. H. Augustinus, der Grätzer Bürgermiliz Feldprediger“ (ohne Namen des Verfassers) (Grätz 1792, gedruckt mit Leykam’schen Schriften).

Winklern (Joh. Bapt. von), Biographische und literarische Nachrichten von den Schriftstellern und Künstlern, welche in dem Herzogthume Steyermark geboren sind u. s. w. (Grätz 1810, Franz Ferstl, kl. 8°.) S. 114–118. – Oesterreichische National-Encyklopädie von Gräffer und Czikann (Wien 1835, 8°.) Bd. III, S. 393. – Steiermärkische Zeitschrift. Redigirt von Dr. G. F. Schreiner, Dr. Albert von Muchar, A. Schrötter (Grätz 1841, Damian u. Sorge, 8°.) Neue Folge, VI. Jahrg. Heft 2, S. 41. – [344] Neue Annalen der Literatur in dem österreichischen Kaiserthume (Wien, Ant. Doll, 8°.) Jahrg. 1807, Intelligenzbl. Februar, Sp. 67.

Anmerkungen (Wikisource)

  1. Vorlage: Schristeller.