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BLKÖ:Leitermayer, Michael

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Band: 14 (1865), ab Seite: 337. (Quelle)
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Leitermayer, Michael (Tonkünstler, geb. zu Wien 21. April 1799). Die musikalische Ausbildung, nach verschiedenen Richtungen, als im Gesange in Violin-, Guitarre, und Violoncellspiele erhielt er von seinem in der Tonkunst wohlbewanderten Vater. Erst 17 Jahre alt, machte L. bereits einen Kunstausflug durch Steiermark, Kärnthen, Krain und dehnte ihn nach Oberitalien aus, überall mit Erfolg auftretend. Nach seiner Rückkehr wurde L. als erster Violinist auf dem Chore der Pfarrkirche in Lichtenthal angestellt. Eben zu dieser Zeit brachte Franz Schubert seine ersten religiösen Compositionen in dieser Kirche zur Aufführung. Im Jahre 1818 kam L. als Musikdirector zum Josephstädter Theater, wurde aber, da er einen schönen Tenor sang, auch im Chore und in kleinen Solopartien verwendet und ertheilte nebstbei in der mit diesem Theater verbundenen Musikschule Unterricht im Violinspiele. Im Jahre 1827 wurde er Chorregent an der Pfarrkirche in der Alservorstadt, und nun errichtete er eine eigene Sing- und Musiklehr-Anstalt und wurde zugleich Mitbegründer eines Kirchenmusik-Vereins. Im Jahre 1834 wurde er auch noch Singmeister im Josephstädter Theater. L. hat anerkannte Meisterwerke in Kirche und Concert zur Aufführung gebracht und sich dadurch um Förderung der Musik und Pflege derselben in ihrer edelsten Richtung verdient gemacht. Ob er auch componirt, ist nicht bekannt. – Ein Alexander L., vielleicht ein Sohn oder naher Verwandter des Michael war im J. 1850 Capellmeister im 2. Linien-Infanterie-Regimente Kaiser Alexander. Er spielte meisterhaft auf der Clarinette und Physharmonika und war überhaupt ein gründlich gebildeter Musicus; seit einigen Jahren befindet er sich in Wien. Auch als Compositeur hat er sich versucht, und bereits mehrere Compositionen veröffentlicht: im Jahre 1850 den „Haynan-Marsch“; – im Jahre 1862 den „Festmarsch zur Bannerweihe des Männergesang-Vereins „Biedersinn“ am 9. August 1862“; – [338] im Jahre 1863: „Marsch über Motive aus Wagner’s Oper „Der fliegende Holländer“; – „Patti-Marsch“; – „Wiener-Volks-Jubel-Marsch“, die drei letztgenannten bei Glöggl in Wien; – „Harlekin und Pierrot. Quadrille aus Carnevals-Abenteuer“ (ebd.); – im Jahre 1864: „Schubert-Monument-Marsch“, nach Motiven Schubert’scher Lieder; – „Turner-Fest-Marsch“; – „Faust-Marsch“, sämmtlich bei Spina in Wien. Auch ließ er, 1863, ein Sammelwerk unter dem Titel: „Der Opernfreund. Potpourri aus Offenbach’schen Operetten“, in zwei Abtheilungen erscheinen.

Neues Universal-Lexikon der Tonkunst. Angefangen von Dr. Julius Schladebach, fortgesetzt von Eduard Bernsdorf (Dresden 1856, Rob. Schäfer, gr. 8°.) Bd. II, S. 741. – Schilling (G. Dr.), Das musikalische Europa (Speyer 1842, F. C. Neidhard, gr. 8°.) S. 208 [nach diesem geb. am 31. April (!) 1799]. – Oesterreichischer Soldatenfreund, herausgegeben von J. Hirtenfeld (Wien, 4°.) III. Jahrg. (1850), S. 65: „Correspondenz aus Theresienstadt“.