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BLKÖ:Lamberg, Karl Adam Graf

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Band: 14 (1865), ab Seite: 33. (Quelle)
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30. Karl Adam Graf L. (k. k. Oberst, geb. 21. August 1655, gest. zu Mainz 6. September 1689), von der Orteneckischen jüngeren Linie zu Sprinzenstein, zweiter Sohn des Grafen Johann Franz aus dessen [34] Ehe mit Maria Constantia Freiin von Questenberg. Nachdem er früh das Waffenhandwerk ergriffen, hatte er wider die Türken in Ungarn, wider die Franzosen im Reiche und in den Niederlanden gekämpft und sich überall als wackerer Kriegsheld bewährt. Zuletzt war er Oberst und Commandant des Alt-Starhemberg’schen Fuß-Regiments. Am 10. November 1667 war er mit seinen Brüdern Leopold Joseph und Franz Sigismund und mit mehreren Vettern in den Grafenstand erhoben worden. Bei der Belagerung von Mainz wurden ihm durch eine Kanonenkugel beide Füße weggerissen und bald darauf erlag er auch seiner Verwundung im Alter von erst 34 Jahren. Er liegt zu Mainz begraben. Sein Herz jedoch und sein Zeigefinger, den ihm ein Türk bei Ofen abgehauen, befanden sich in dem früheren Familienschlosse zu Kranichberg in einem vergoldeten Kästchen mit folgender Inschrift: „En viator! digitus qui turcico ense amputatus et Cor Caroli Adami Comitis de Lamberg heic adservantur cujus Cadaver Moguntiae propter Caesarum et Patriam in Christo quiescit Anno 1689“. Einer von ihm errichteten Stiftung zufolge soll jeder Priester, der im Monat August an seinem Geburtstage (21. August) in’s Schloß Kranichberg kommt und dort eine Messe liest, einen Gulden und freie Mahlzeit erhalten und den Armen, so viel ihrer sind, an diesem Tage Fleisch, Brot und Geld verabreicht werden. Das Schloß Kranichfeld wurde im Jahre 1769 von dem Grafen Anton Franz de Paula L. [s. d. S. 21] an das Erzbisthum zu Wien, dem Cardinal Erzbischof Grafen Migazzi, verkauft. –