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BLKÖ:Kurka, Adalbert Joseph

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Kurelac, Franz
Band: 13 (1865), ab Seite: 417. (Quelle)
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Kurka, Adalbert Joseph (Schriftstecher, geb. zu Turan in Böhmen 11. April 1785). Die Schulen besuchte er bei den Piaristen in Schlan und zeichnete sich damals bereits durch seine schöne Schrift aus. Vierzehn Jahre alt, trat er in Privatdienste und war von 1799 bis 1808 Amtsschreiber bei verschiedenen Wirthschaftsämtern. Im Jahre 1809 wurde er von Franz Joseph Fürsten Dietrichstein als Güterdirections-Kanzlist in Wien angestellt, kam seiner schönen Schrift wegen im Jahre 1813 als Accessist zur k. k. Finanz- und Commerzhofstelle und wurde 1815 Hofkanzlist. Im J. 1822 verlieh ihm die k. k. niederösterreichische Landesregierung das Decret eines autorisirten Lehrers der Schönschreibekunst. K. war in seinem Fache ein großer Künstler. Er erfand die schönsten und künstlichsten Schriften, und lithographirte oder stach sie selbst in Kupfer; so sind von ihm lithographirt erschienen: ein „Tableau der Kalligraphie“; – „Alphabete aller gangbaren Schriften“; – „Grosses gothisches Alphabet mit gothischen Ornamenten“; ferner im Stiche: „Anleitung zur Selbsterlernung der deutschen Currentschrift“; – „Anleitung zur deutschen, englischen und französischen Currentschrift“; – „Anweisung zur höheren Schönschreibekunst“, sein Hauptwerk, in 48 Blättern, wofür er mit der großen goldenen Civil-Ehrenmedaille ausgezeichnet wurde. Außerdem vollendete er mehrere kalligraphische Arbeiten, Kunstwerke einzig in ihrer Art. z. B. ein Abschiedslied mit Musiknoten, mit fünf und siebenzigerlei Schriften – die Volkshymne in kalligraphischer Ausführung – mehrere größere und kleinere Quodlibets, d. i. gezeichnete Darstellungen mannigfaltiger sinnreich und künstlerisch gruppirter Gegenstände, welche eine Zeit lang sehr beliebt waren, eine Madonna velata nach Sassoferrato in punctirter Manier, mehrere Porträte, Copien berühmter Gemälde u. dgl. m. Mehrere seiner Arbeiten sind bei dem Kunsthändler Bermann in Wien erschienen, darunter Tableau’s, Musterblätter, Devisen für Stammbücher, Visitenkarten in origineller Ausführung u. dgl. m. Die Kunst, welche K. ausübte, war und ist [418] klein; aber was er darin leistete, war groß.

Oesterreichische National-Encyklopädie von Gräffer und Czikann (Wien 1835, 8°.) Bd. III, S. 322. – Feierstunden für Freunde der Kunst, Wissenschaft und Literatur. Herausgegeben von J. S. Ebersberg (Wien, gr. 8°.) Jahrg. 1835, Bd. IV, S. 1231. –