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BLKÖ:Kolowrat-Liebsteinsky, Albert (IV.)

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
korrigiert
Band: 12 (1864), ab Seite: 375. (Quelle)
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3. Albert (IV.) Kol. Liebsteinsky (gest. 25. Mai 1510), ein Sohn des Johann [Hanusch (II.)]. War bereits im Jahre 1497 Burggraf von Karlstein, 1501 Hofmarschall, Obersthofmeister und Oberstkanzler des Königs Wladislaw IV. Auf ihn fiel die Wahl des Königs, als es galt, den erbitterten Streit zwischen den geistlichen und weltlichen Stünden Schlesiens zu schlichten. Und in der That gelang es ihm; er brachte zu Breslau den nach ihm benannten Kolowratischen Vergleich zu Stande, welcher von König Wladislaw IV. zu Ofen am 18. Februar 1504 bestätigt wurde. Sein Lohn dafür war die Erlaubniß aus dem schlesischen Landeswappen das Perizonium mit den Lilien auf der Brust und den Flügeln des Adlers in sein Wappen aufnehmen zu dürfen. Dann wurde Albert noch im selben Jahre mit einem Heere dem Pfalzgrafen Ruprecht nach Bayern zu Hilfe geschickt; man entledigte sich auf diese Art der schwierigen Elemente in den niederen Volksmassen, welche sich bei dem Streite zwischen dem Herren und Städten wegen der bürgerlichen Vorrechte der Braugerechtigkeit sehr bemerkbar zu machen begannen. In Bayern nahm Albert mehrere Schlösser und Städte und stieß dann bei Regensburg zum pfälzischen Heere. Dieses, von Kaiser Maximilian und Herzog Erich von Braunschweig am 12. September ernstlich angegriffen, ergriff, von panischem Schrecken erfaßt, die Flucht und ließ die Böhmen allein. „Lieber sterben als sich ergeben“, ging die Losung von Mund zu Mund, und nur der wachsenden Macht des Feindes erlag der Haufen, aus welchem 2100 Tobte, darunter Albert’s gleichnamiger Sohn, die Wahlstatt bedeckten. Im folgenden Jahre belagerte A. im Namen der böhmischen Stände die Stadt Elbogen, welche die Herren von Schlik, wie auch sich selbst unter Sachsens Schutz gestellt hatten. Als sich die Bürger dessen weigerten, kam der Herzog von Sachsen, überfiel die Stadt und brannte einen Theil derselben nieder. Die Bürger von Elbogen flüchteten sich nach Prag und erbaten von den Ständen Hilfe. Diese entsendeten nun Albert, welcher die Herren von Schlik in Elbogen belagerte. Nach langer Gegenwehr von Seite der Schlik’s kam am 21. Mai 1506 ein Vergleich zu Stande, welchem zufolge das Elbogner Gebiet wieder der Krone Böhmens einverleibt ward, die Schlik’s aber im Besitze desselben gelassen wurden. Albert stiftete noch in der Prager Domkirche den Ottilienaltar und baute im Kloster Maria Schein bei Teplitz eine Capelle prachtvoll um. Er war zweimal verheirathet: 1) mit Anna Freiin von Straz und 2) mit Anna Freiin von Rowanec, verwitweten Waldstein, mit welcher Liebstein durch Vermächtniß an die Waldstein übergegangen. Nach dem Tode seiner zweiten Frau soll Albert in den geistlichen Stand getreten und zuletzt als Administrator des Prager Erzbisthums gestorben sein. [Hormayr’s Archiv für Geschichte, Statistik, Literatur und Kunst (Wien, [376] 4°.) Jahrg. 1824, S. 320. – Taschenbuch für die vaterländische Geschichte, herausgegeben von Hormayr und Mednyansky (Wien, kl. 8°.) Jahrg. 1824, S. 419.] –