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BLKÖ:Kořínek, Johann

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Kořínek, Franz
Band: 12 (1864), ab Seite: 454. (Quelle)
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Noch ist anzuführen: Johann Kořínek (geb. zu Czaslau in Böhmen 12. Februar 1626, gest. zu Prag 12. August 1680), der im Jahre 1641 in den Orden der Gesellschaft Jesu trat, in welchem er 10 Jahre das Lehramt, dann 7 Jahre das Predigtamt versah, 5 Jahre Rector verschiedener Seminarien und zuletzt 3 Jahre Rector des Collegiums zu Leitmeritz war. Er hat folgende Schriften herausgegeben: „Philosophia peripatetica“ (Olomucii 1658, 4°.); – „Quadruplex antidotum contra omne vitium“ (Pragae 1674, auch Brunae 1696), didactisches Gedicht; – „Stare pamietj Kutnohorské pod figurau dwacyti drahých Rudnich kamenu wyobrazené a wypodobniene“, d. i. Alte Kuttenberger Geschichten ... (Prag 1676, und neue Aufl. ebd. in der erzbischöfl. Druckerei 1831, Devoty); dieses letztere Buch, eine Chronik von Kuttenborg, ist eigenthümlich berühmt oder vielmehr berüchtigt geworden. Sein historischer Werth ist gleich Null. Aber durch eine in der Vorrede des Buches ausgesprochene Behauptung, daß der Erfinder der Buchdruckerkunst Johann Gutenberg aus Kuttenberg abstamme und ein Kuttenberger sei, woraus sich dann der Familienname Gutenberg gebildet habe, hat er, obgleich ihn seine eigenen Landsleute mit dieser Lächerlichkeit einfach abgefertigt haben, doch den Zankapfel unter Literaten geworfen, die es lieben, um müßige Dinge zu streiten. Erst in neuerer Zeit ist es einem čechischen Literaten vom reinsten Wasser wieder gelungen, diesen Annexionsversuch des Mainzer Bürgers für Böhmen von Neuem aufzufrischen und dadurch, daß einige Wächter des Deutschthums dem čechischen Spaßvogel auf den Leim gegangen, etwas Druckerschwärze für nutzlose literarische Polemik zu vergeuden. Im Uebrigen war Kořínek, selbst der Inbegriff der Friedfertigkeit und bekannt als weiser Vermittler der Zänkereien und Zerwürfnisse, welche zwischen den Leitmeritzer Bürgern statthatten, weit entfernt, seine Ansicht als einen Zankapfel für kampflustige Gelehrte in die Welt zu werfen, sondern er hat dieß im ganz guten Glauben und da er sich allerdings auf einen sehr verlockenden Gleichklang der Namen zu stützen vermochte, ausgesprochen. [Bohuslai Balbini E. S. J., Bohemia docta opus posthumum editum notisque illustratum ab Raphaele Ungar (Pragae 1776, Ad. Hagen, gr. 8°.) Pars II, p. 413.] – Pelzel (Franz Martin), Böhmische, mährische und schlesische Gelehrte und Schriftsteller aus dem Orden der Jesuiten (Prag 1786, 8°.) S. 65.]