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BLKÖ:Kloß, Karl Johann Christian

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Klotschka, Iván
Band: 12 (1864), ab Seite: 120. (Quelle)
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Ein Anderer desselben Namens, Karl Johann Christian Kloß (geb. zu Mohrungen bei Eisleben 8. Februar 1792, gest. zu Riga 26. April 1853),obgleich nicht in Oesterreich geboren und fern in russischen Landen gestorben, hat doch mehrere Jahre in Oesterreich gelebt, wo er, wie auch an anderen Orten, als Organist und Chordirector thätig gewesen. Er war der Sohn eines Cantors und ein geschickter Violinist, spielte auch trefflich das Fortepiano, welch letzteres sein Hauptinstrument war. Er führte ein unstätes Leben, war Violinist des Theater-Orchesters zu Königsberg, dann Organist zu Elbing, später Musikdirector und Gesanglehrer zu Danzig, zog er durch die verschiedenen Städte Deutschlands, gab Orgelconcerte, hielt musikalische Vorträge u. dgl. m., bis er im Jahre 1839 dem Rufe als Organist nach Kronstadt in Siebenbürgen folgte, wo in der evangelischen Kirche eben eine neue und ausgezeichnete Orgel aufgestellt worden war. Er war daselbst längere Zeit geblieben und hat als Director mehrerer musikalischer Vereine zur Hebung des geselligen Lebens und der künstlerischen Bestrebungen segensreich gewirkt. Jedoch hielt es ihn endlich auch dort nicht mehr, er nahm die Stelle eines Chordirectors und Organisten an der evangelischen Kirche zu Eperies an und bald darauf das neu geschaffene Amt eines Professors der Musik an dem dortigen Collegium (Universität mit drei Facultäten). Nachdem er daselbst längere Zeit thätig gewesen, ergriff ihn seine alte Wanderlust, er ging nach dem Norden und starb zu Riga im Alter von 61 Jahren. K. war auch Componist und wohl an die 30 Tonstücke, größere und kleinere Kirchensachen, Lieder, liturgische Gesänge u. dgl. m. sind von ihm im Drucke erschienen. [Schilling (G. Dr.), Das musikalische Europa (Speyer 1842, F. C. Neidhard, gr. 8°.) S. 189. – Gaßner (F. S. Dr.), Universal-Lexikon der Tonkunst. Neue Handausgabe in einem Bande (Stuttgart 1849, Franz Köhler, Lex. 8°.) S. 496. – Neues Universal-Lexikon der Tonkunst. Angefangen von Dr. Jul. Schladebach, fortges. von Ed. Bernsdorf (Dresden 1856, Lex. 8°.) Bd. II, S. 629.]